Mehr als eine Doku

20. April 2020 08:17; Akt: 20.04.2020 08:46 Print

Basketball-​​Ikone Jordan dribbelt jetzt auf Netflix

Der Hype und die Vorfreude auf die neue Netflix-Doku über Basketball-Legende Michael Jordan sind groß. Und das zu Recht.

Michael Jordans letzter und gleichzeitiger wohl bekanntester Wurf seiner Karriere: Er trifft im NBA-Finale 1998 zum 87:86-Sieg und wird mit den Chicago Bulls zum sechsten Mal Meister. (Video: YouTube Plus via Youtube)

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Jedes Kind kennt Michael Jordan. Vielleicht gilt diese Aussage über den wohl besten Basketballspieler der Geschichte inzwischen schon nicht mehr. Die heute unter 25-Jährigen haben den US-Amerikaner nicht mehr live übers Parkett dribbeln und fliegen sehen.

Jordan und die Chicago Bulls holten ihre sechs Meisterschaften in der NBA in den 90ern zu einer Zeit, als keiner einer der heutigen Nachwuchsbasketballer geboren war – und die Qualität der verfügbaren Clips auf Youtube ist auch eher überschaubar.

Aber: Jedes Kind kennt Netflix. Und der Streaming-Anbieter hat ab heute Montag eine zehnteilige Doku-Serie über Michael «Air» Jordan und die Bulls im Programm.

Die Doku lässt jeden Zuschauer die Größe und das unfassbare sportliche Können des inzwischen 57-jährigen Amerikaners wieder erleben und verstehen. Dazu liefert «The Last Dance» einen faszinierenden Einblick in die Perspektive des Mannes, der weit über seine aktive Zeit hinaus den Ruf eines manisch vom Erfolg besessenen Menschen hatte – und wohl bei vielen älteren Menschen noch immer hat.

Im Zentrum der Doku steht die Saison 1997/1998. Die Bulls sind zu diesem Zeitpunkt binnen sieben Jahren fünf Mal NBA-Champion geworden, nach dem Titel-Hattrick von 1991 bis 1993 haben sie auch 1996 und 1997 den Pokal in der stärksten Basketball-Liga der Welt geholt.

Filmteam war in der sechsten Meistersaison dabei

Seit Olympia 1992 und der Goldmedaille des US-Dream-Teams ist Basketball weit über die USA hinaus eine gefeierte Sportart. Die Bulls mit Jordan, Scottie Pippen und dem tätowierten und gepiercten Dennis Rodman sind das weltweit bekannteste Team, in ihrer Popularität vergleichbar mit Real Madrid im Fußball.

Doch die Bulls dieser Saison haben Probleme. Verletzungen, große Egos, einen Streit zwischen Trainer Phil Jackson und Manager Jerry Krause, der auch die Mannschaft nicht kalt lässt und dazu: das Alter der Stars. Wie die Chicago Bulls es trotzdem schaffen, ein zweites Mal den NBA-Titel-Hattrick zu holen ist das vordergründige Thema der Doku-Serie.

Ein Filmteam durfte damals das ganze Jahr beim Team sein und drehen, viele der Aufnahmen sind nach Angaben der beiden Hauptproduzenten ESPN und Netflix in der Öffentlichkeit bislang nicht gezeigt worden.

Die Doku nähert sich auch dem Mensch Michael Jordan (rechts) an. (Bild: Keystone)

Ebenso sehr wie um diese eine Saison geht es aber auch um die Charaktere. Den in jeglicher Hinsicht unfassbar dominanten Jordan natürlich, aber eben auch Pippen, Rodman oder Steve Kerr, inzwischen Cheftrainer des dominierenden NBA-Teams der vergangenen Jahre, den Golden State Warriors.

Der scheinbar verrückte Rodman mit seinen wilden Frisuren und den noch heute andauernden Eskapaden wird zu einem greifbaren Menschen. Und Jordan zu einem Mann, der den Tränen nah ist, als er sinnlaut gefragt wird, ob es das wert gewesen ist: Der Erfolg im Tausch gegen den Ruf eines vom Ehrgeiz zerfressenen Psychos, der seine Mitspieler schikaniert. Den aber zumindest die ganze Welt kannte. Vielleicht ja doch noch immer.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jerry am 20.04.2020 15:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das waren und sind bis heute DIE Besten!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jerry am 20.04.2020 15:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das waren und sind bis heute DIE Besten!!!