Unschuldigen befreit

21. August 2020 13:07; Akt: 21.08.2020 14:51 Print

Basketballerin opfert Karriere für Gerechtigkeit

Sie war eine der besten Basketballerinnen. Doch Maya Moore unterbrach ihre Karriere, um einen Freund zu befreien. Trotz ihres Erfolgs kehrt sie noch nicht zurück aufs Feld.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

See you on GMA in the morning! #winwithjustice

Ein Beitrag geteilt von Maya Moore (@mooremaya) am

Sie ist Olympiasiegerin und Weltmeisterin. Sie ist vierfache Siegerin der Women’s NBA und MVP von 2014. Und sie ist eine außergewöhnliche Kämpferin für Gerechtigkeit. Die Basketballerin Maya Moore hat sich eigenhändig dafür eingesetzt, dass ein Unschuldiger nach 22 Jahren aus dem Gefängnis freikam.

Um dieses Ziel zu erreichen, hat die erfolgreiche US-Amerikanerin sogar ihre Profikarriere unterbrochen. Anfang 2019 überraschte sie alle und sagte ihrem Team Minnesota Lynx, dass sie sich eine Auszeit nehme und ihrem guten Freund Jonathan Irons helfen wolle. Eine der besten Spielerinnen fehlte der Liga von einem Tag auf den anderen.

Doch Irons, der unschuldig hinter Gittern saß, war ihr die Pause wert. Mehr als das. Seit Moore ihn 2007 bei einem Familienbesuch in Missouri, bei dem sie mit dem Gefängnisministerium in Kontakt kam, kennengelernt hatte, sind die beiden dicke Freunde geworden. Vor großen Spielen telefonierte die Small Forward stets mit Irons und besuchte ihn auch regelmäßig.

Freilassung nach 22 Jahren

Vor Kurzem – rund anderthalb Jahre nach ihrer Auszeit – kam dann tatsächlich der große Moment. Sie hatte es geschafft. Als Irons das Gefängnis endlich als freier Mann verlassen konnte, fiel Moore auf die Knie.

Kurz nach der Freilassung fragte Moore ihren Freund, was er empfinde. «Ich kann nicht», sagt er zuerst. Irons schüttelt ein paar Mal seinen Kopf, murmelt dann: «Leben … jetzt kann ich mein Leben leben.» Er bedankt sich für die grenzenlose Unterstützung von Moore und ihrer Familie, dass sie ihn nach fast 22 Jahren als Unschuldiger aus dem Gefängnis befreit haben.

Die 31-jährige Basketballerin hat ihren Freund befreit, ihr Ziel erreicht und könnte nun wieder zurück aufs Parkett wechseln. Könnte. Doch am 25. Juli hat die WNBA-Saison erneut ohne den Erstrundenpick von 2011 gestartet. Sie will sich weiterhin für einen höheren Zweck einsetzen.

«Win with Justice»

Derzeit setzt sie sich intensiv dafür ein, das amerikanische Justizsystem überarbeitet wird. Der Irons-Fall habe ihr gezeigt, wie viele Mängel bis heute bestehen. «Zwischen dem Sport und unserem Rechtssystem sehe ich viele Parallelen. Staatsanwälten geht es häufig nur ums Gewinnen oder Verlieren. Doch was ist in der Justiz ein Sieg und was eine Niederlage?», fragt Moore.

Mit ihrer Kampagne «Win with Justice» («Mit Gerechtigkeit gewinnen») will sie diese Denkweise und gleichzeitig auch den Rassismus im Rechtssystem entgegenwirken. «Ich versuche weiterhin, zu helfen und andere dazu zu ermutigen, dasselbe zu tun», sagt sie. Ob und wann sie indes wieder Basketball spielt und ihre bereits imposante Titelsammlung erweitert, weiß sie nicht.

(L'essentiel/Laura Inderbitzin)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.