WM in Ägypten

15. Januar 2021 21:50; Akt: 15.01.2021 21:50 Print

Deutsche Handballer starten mit Kantersieg

Der WM-Aufgalopp stellt die deutschen Handballer vor keine Probleme. Im ersten Länderspiel gegen Uruguay gibt es einen deutlichen Erfolg. Am Sonntag geht es gegen Kap Verde weiter.

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Deutschlands Handballer sind mit einem 43:14-Kantersieg gegen Uruguay in die WM gestartet (Bild: DPA/Sascha Klahn)

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Bundestrainer Alfred Gislason klatschte seine Schützlinge lächelnd ab, große Emotionen kamen nach dem Schützenfest zum WM-Auftakt aber nicht auf. Deutschlands Handballer sind mit einem mühelosen 43:14 (16:4)-Kantersieg gegen Uruguay in die Weltmeisterschaft gestartet und haben damit Kurs auf die Hauptrunde genommen. Beim erwartet deutlichen Erfolg zum WM-Debüt von Bundestrainer Gislason waren am Freitag in Gizeh Timo Kastening mit neun Toren sowie Marcel Schiller und David Schmidt (beide 5) die besten deutschen Werfer.

«Ich bin sehr zufrieden mit der Einstellung. Es war gut, dass die Mannschaft bis zum Ende durchgezogen hat», lobte Gislason. Dennoch war er mit dem Auftritt vor leeren Rängen nicht rundum zufrieden. «Es war das Ziel, uns weiter einzuspielen. Das ist nur bedingt gelungen. Zum Ende hin hat es uns der Gegner sehr leicht gemacht», analysierte der 61 Jahre alte Isländer und merkte kritisch an: «In der ersten Halbzeit haben wir viel verworfen. Das darf uns so nicht passieren, darüber habe ich mich geärgert.»

Nächster Vorrundengegner der deutschen Mannschaft ist am Sonntag (18 Uhr/ARD) Kap Verde. Die Afrikaner erhielten am Freitag trotz vier positiver Corona-Fälle, die bei der Ankunft in Ägypten am Donnerstag festgestellt worden waren, vom Weltverband IHF grünes Licht für ihre erste WM-Teilnahme. Die betroffenen Spieler befinden sich in Quarantäne und fallen aus.

« Das ist eine ungemütliche Situation, die man gerne vermeiden will »

«Das ist eine ungemütliche Situation, die man gerne vermeiden will. Wir hoffen darauf, dass das Spiel vielleicht nicht stattfindet, weil wir uns damit nicht wohlfühlen», sagte Torwart Johannes Bitter. «Es ist ganz wichtig, dass wir die Fokussierung behalten», forderte DHB-Vizepräsident Bob Hanning in der ARD mit Blick auf das weitere Turniergeschehen.

Die deutsche Mannschaft muss sich dann auf mehr Gegenwehr einstellen als gegen Uruguay. Im ersten Duell mit dem höchstens viertklassigen Gegner verzichtete Gislason überraschend auf Stammtorwart Andreas Wolff, der bei der WM-Generalprobe gegen Österreich eine überragende Leistung geliefert hatte. Für den 29-Jährigen vom polnischen Topclub Vive Kielce begann Bitter.

Der 38 Jahre alte Oldie, der 2007 mit der DHB-Auswahl Weltmeister wurde, war der gewohnt gute Rückhalt - auch wenn er nicht allzu oft gefordert wurde. «Eigentlich war jeder Ball haltbar, auch wenn immer mal einer reingeht», sagte Bitter.

Gensheimer jetzt deutscher WM-Rekordtorschütze

Von Beginn an dominierte Deutschland die einseitige Partie, ohne dabei zu glänzen. Nach einem ordentlichen Start (6:1/10.) schlichen sich im Angriff viele Unkonzentriertheiten ein. Einige Fehlwürfe und leichte Ballverluste schmeckten Gislason, der das Ganze mit verschränkten Armen an der Seitenlinie verfolgte, überhaupt nicht.

Allein Kapitän Uwe Gensheimer vergab in den ersten 25 Minuten vier Großchancen, darunter einen Siebenmeter. Dennoch ist der Linksaußen von den Rhein-Neckar Löwen, der in der ersten Halbzeit dreimal traf und nach dem Wechsel auf die Bank musste, mit insgesamt 174 Toren nun deutscher WM-Rekordtorschütze. Auch seine Teamkollegen scheiterten einige Male am guten uruguayischen Torwart Felipe Gonzales, was Gislason in der ersten Auszeit mit deutlichen Worten monierte. Das zeigte Wirkung.

Nach der Pause rückte Silvio Heinevetter für Bitter zwischen die Pfosten und lieferte ebenfalls eine gute Vorstellung ab. Im Angriff agierte die DHB-Auswahl nun konzentrierter und im Abschluss effizienter. So wuchs der Vorsprung kontinuierlich an und betrug beim 27:7 (43.) erstmals 20 Treffer. Gegen die immer stärker nachlassenden Südamerikaner hatte das deutsche Team nun leichtes Spiel und knackte am Ende noch die 40-Tore-Marke. «Mir hat gut gefallen, dass wir nach der Pause mutiger und frischer waren», lobte Bitter.

(L'essentiel/dpa)

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