Peking 2022

04. Dezember 2020 08:22; Akt: 04.12.2020 08:31 Print

EU-​​Politiker diskutieren Boykott der Winterspiele

Politiker in Brüssel wollen wegen der Menschenrechtslage in China, dass Europa über die Teilnahme von EU-Staaten an den Pekinger Winterspielen 2022 debattiert.

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Die nächsten olympischen Winterspiele sind für 2022 in Peking geplant. (Bild: DPA/ju Huanzong)

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Einflussreiche Europa-Politiker haben eine Debatte über einen Boykott der Olympischen Winterspiele 2022 in Peking gefordert. «Ein Olympia-Boykott muss jetzt als mögliche Sanktion auf den Tisch», sagte Nicola Beer, stellvertretende Vorsitzende des Europaparlaments, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Freitag). Die Erfahrungen der Sommerspiele 2008 in Chinas Hauptstadt machten keine Hoffnung, dass sich die Menschenrechtslage in China durch oder nach Olympia bessere, erklärte die FDP-Politikerin. Beer fordert einen «Sonderbeauftragten für China», wie ihn die EU auch für den Brexit eingesetzt hat.

«Die brutale Unterdrückung der Uiguren in Xinjiang stellt das schlimmste Polizeistaatsregime dar, das die Welt derzeit kennt», sagte Reinhard Bütikofer, Vorsitzender der Delegation des Europaparlaments für die Beziehungen zu China. «Im Lichte von Chinas Xinjiang- und Hongkong-Politik ist eine Debatte über die Winterspiele unvermeidlich», fügte der Grünen-Politiker hinzu. Experten schätzen, dass bis zu eine Million Uiguren, Kasachen, Hui oder andere Mitglieder muslimischer Minoritäten in der autonomen Region Xinjiang in Umerziehungslager gebracht worden sind.

Allerdings warnen Politiker auch vor einem Boykott, weil er eine Gegenreaktion Pekings erzeugen und den umfangreichen Außenhandel der EU-Staaten mit China stören könne. Ein Boykott wäre «fatal», sagte Jörg Wuttke, Präsident der EU-Handelskammer, der FAZ, denn die westliche Wirtschaft sei heute mit China sehr viel enger verwoben als 1980 mit der damals boykottierten Sowjetunion. Eine mögliche Eskalation durch einen Olympia-Boykott biete den Beteiligten «keine Strategie für einen Ausweg aus einer solchen Sackgasse», sagte Wuttke. IOC-Präsident Thomas Bach erklärte zuletzt im Sommer, ein Boykott Olympischer Spiele würde lediglich die Athletinnen und Athleten der boykottierenden Nation bestrafen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • wow am 04.12.2020 10:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bevor die EU sich mit den Menschenrechtsverletzungen in China abgibt soll Sie sich mit ihren rechtsstaatverachtenden Mitgliedern beschäftigen.

  • jimbo am 04.12.2020 21:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weini debatteieren se dann op se dWM 2022 zu Katar boykotteieren?? Ah nee, dat geet net... Do sin jo vanz vill Leit mat Afloss a Milliounen am Réck. An de Fussball ass jo mei wichteg ewei sos ëppes...

  • Wow Cool am 04.12.2020 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    Die wohl Beste Idee seit langem aus der Politik... "Die Erfahrungen der Sommerspiele 2008 in Chinas Hauptstadt machten keine Hoffnung, dass sich die Menschenrechtslage in China durch oder nach Olympia bessere"... nein, wirklich ??

Die neusten Leser-Kommentare

  • jimbo am 04.12.2020 21:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weini debatteieren se dann op se dWM 2022 zu Katar boykotteieren?? Ah nee, dat geet net... Do sin jo vanz vill Leit mat Afloss a Milliounen am Réck. An de Fussball ass jo mei wichteg ewei sos ëppes...

  • Wow Cool am 04.12.2020 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    Die wohl Beste Idee seit langem aus der Politik... "Die Erfahrungen der Sommerspiele 2008 in Chinas Hauptstadt machten keine Hoffnung, dass sich die Menschenrechtslage in China durch oder nach Olympia bessere"... nein, wirklich ??

  • wow am 04.12.2020 10:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bevor die EU sich mit den Menschenrechtsverletzungen in China abgibt soll Sie sich mit ihren rechtsstaatverachtenden Mitgliedern beschäftigen.