GP der Eifel

11. Oktober 2020 16:37; Akt: 11.10.2020 16:41 Print

Hamilton stellt den Schumacher-​​Rekord ein

Nach mehr als sieben Jahren Abstinenz war die Formel 1 zurück am Nürburgring und das Rennen hatte einiges zu bieten.

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Auf der Heimatstrecke von Michael Schumacher hat Lewis Hamilton den für ewig gehaltenen Grand-Prix-Rekord der deutschen Formel-1-Ikone eingestellt. Der 35 Jahre alte Brite gewann am Sonntag bei der Königsklassen-Rückkehr auf den Nürburgring den Großen Preis der Eifel und feierte damit den 91. Rennsieg seiner Karriere.

Ebensoviele hatte Schumacher geschafft, der vor 25 Jahren als erster Deutscher auf dem Traditionskurs in der Eifel siegreich gewesen war. «Was für ein Ergebnis, ich danke euch so sehr», funkte Hamilton an die Mercedes-Box. Zur Saison 2013 hatte er Schumacher bei den Silberpfeilen abgelöst.

Mit seinem Erfolg im elften Saisonrennen näherte sich Hamilton auch wieder dem siebten WM-Triumph und der nächsten Rekordmarke von Schumacher. Hamilton profitierte dabei auch von einem Defekt am Silberpfeil seines von der Pole gestarteten Teamkollegen Valtteri Bottas in dessen 150. Grand Prix.

Auch Räikkönen holt sich einen Rekord

Zweiter wurde Max Verstappen im Red Bull, auf Rang drei schaffte es Daniel Ricciardo im Renault. Sebastian Vettel konnte wie befürchtet bei seinem Heimspiel im Ferrari nichts ausrichten und musste sich mit Platz elf begnügen. Landsmann Nico Hülkenberg durfte sich bei seinem erneuten Aushilfseinsatz für Racing Point dagegen über seinen achten Rang freuen – und das vom letzten Startrang aus.

Neben dem Schumacher-Rekord fiel aber noch ein weiterer. Kimi Räikkönen ist neu alleiniger Rekordhalter in der Kategorie «meiste GP-Starts der F1-Geschichte».

Hamilton baut WM-Führung aus

Im WM-Klassement baute Hamilton seine Führung mit dem siebten Saisonsieg weiter aus. Er kommt nun auf 230 Punkte, Bottas bleibt als Zweiter bei 161 Zählern. Verstappen sammelte bisher 147 Punkte.

Als zum ersten Mal seit 2013 die roten Lampen für ein Formel-1-Rennen am Nürburgring ausgingen, suchte Hamilton seine Siegchance in der Attacke. In die enge Rechtskurve nach der kurzen Beschleunigung bog Hamilton mit minimalem Vorsprung vor Bottas ein, beide trug es weit raus, Bottas hielt dagegen. Fair, aber knallhart rasten sie nebeneinander.

Bottas' Vorteil: Als nächstes kam eine Linkskurve, er war innen und behauptete damit nach dem packenden Zweikampf der Silberpfeile die Führung. Verstappen, der sich Hoffnungen gemacht hatte, das Duo splitten zu können, kam nicht ran, zusammen zogen die drei dem Feld danach aber schnell davon.

Das deutsche Duell

Die rund 15.000 Zuschauer mussten lange auf einen Leckerbissen ihrer zwei deutschen Fahrer warten. In der 42. Runde kam es dann aber sogar zu einem deutschen Duell: Hülkenberg, Ersatzmann für Racing-Point-Pilot Lance Stroll, der wegen Magenbeschwerden passen musste, lag hinter Vettel, der zuvor schon über seine Reifen geklagt hatte.

Problemlos passierte «Hulk» im rosa Wagen des künftigen Vettel-Arbeitgebers (dann allerdings als Aston Martin) den ehemaligen Weltmeister im lahmen roten Ferrari. Und das alles ohne jede Vorbereitung für Hülkenberg.

Safety-Car ließ das Feld zusammenrücken

Auch an der Spitze tat sich was, vorher schon. In der zwölften Runde verbremste sich Bottas, Hamilton ließ sich diese Gelegenheit nicht nehmen und überholte seinen Teamkollegen mit einem erneuten strammen Manöver. Trümmerteile nach einer Kollision sorgten für eine virtuelle Safety-Car-Phase. Alarm herrschte aber auch im Wagen von Bottas: «Ich habe keine Leistung mehr», funkte der Finne. Kurze Zeit später kam die Bestätigung vom Kommandostand: Aufgabe.

Teamkollege Hamilton büßte beim nächsten Reifenwechsel über zwei Sekunden auf Mittlerweile-Verfolger Verstappen ein, verteidigte aber die Spitze. Bottas schaute gespannt zu. «Wenn Lewis das gewinnt, wird es ein bisschen schwierig für mich», sagte er noch während des Rennens mit Blick auf die WM.

Doch es sollte noch einmal richtig spannend werden. Durch einen Ausfall von Lando Norris im McLaren musste das Safety Car raus, das Feld rückte zusammen und die neu aufgezogenen Reifen kamen bei 16 Grad auf dem Asphalt nicht auf Temperatur. Hamilton ließ dem Feld aber keine Chance, als Bernd Mayländer das Safety Car wieder in den Garage steuerte, und fuhr souverän zur historischen Rekordeinstellung.

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