GP von Baku

25. April 2018 15:11; Akt: 25.04.2018 15:09 Print

Hamilton will raus aus dem Niemandsland

Sebastian Vettel reist als WM-Spitzenreiter auch nach Baku. Dort sorgte der Ferrari-Pilot 2017 mit einer Rüpelattacke gegen Lewis Hamilton für einen Formel-1-Eklat.

storybild

In Baku gerieten Sebastian Vettel und Lewis Hamilton im vergangenen Jahr aneinander. (Bild: Valdrin Xhemaj)

Zum Thema

Im Schatten der Flammentürme von Baku will Lewis Hamilton im WM-Duell mit Spitzenreiter Sebastian Vettel einen Weg aus dem Niemandsland finden. Erstmals seit Wiedereinführung der V6-Turbomotoren zur Formel-1-Saison 2014 raste Mercedes bei den ersten drei Rennen am obersten Podestplatz vorbei - und der Brite will gegen den deutschen Ferrari-Star endlich zurückschlagen.

«Im Moment sind wir nur das zweit- oder drittschnellste Team. Deshalb müssen wir noch einiges verbessern», räumte Titelverteidiger Hamilton vor dem Rennen in Aserbaidschan am Sonntag (14.10 Uhr MESZ/RTL) ein. «Das Team hat über die vergangenen Jahre aber bewiesen, dass wir großartig darin sind, zueinanderzustehen und hart zu arbeiten.»

Selbstvertrauen sinkt

Das hat der ausgebremste Branchenprimus in diesem Jahr auch bitter nötig. In Australien brachte Hamilton eine Software-Panne aus der Erfolgsspur, in Bahrain ließ sich Vettel trotz abgefahrener Reifen nicht aufhalten, und zuletzt in China klagte der Titelverteidiger über fehlendes Tempo. «Ich war im Niemandsland», sagte ein nachdenklicher Hamilton nach Platz vier in Shanghai. «Solche desaströsen Wochenenden kann ich mir nicht mehr erlauben.»

Hamilton kam zugute, dass Red-Bull-Youngster Max Verstappen mit einem Crash Vettel eine bessere Platzierung zunichte machte. Der Hesse musste sich auch wegen eines schlecht getimten Boxenstopps mit Position acht begnügen. «Dumm gelaufen, aber es geht weiter», meinte der Scuderia-Star vor der nächsten Formel-1-Etappe gefasst.

Eklat beim letzten Baku-Rennen

Im vergangenen Jahr fehlte Vettel auf dem Stadtkurs mit seinen langen Geraden und engen Kurven der kühle Kopf. Mit einem Rammstoß gegen Hamilton verspielte er seine Siegchance und vergiftete inmitten von vier Safety-Car-Phasen das Duell der nun viermaligen Weltmeister.

«Vor uns liegt ein harter Kampf», prognostizierte Hamilton und nahm die gesamte Crew in die Pflicht. «Wir müssen den konstruktiven Druck aufrechterhalten. Die Jungs stehen aber sowieso unter Volldampf, weil sie wie wir alle gewinnen wollen.»

Reifen fehlt die Reife

Mercedes muss vor allem seinen Reifenkummer lindern. Den Silberpfeilen gelingt es noch nicht, die Gummiwalzen über ein komplettes Wochenende hinweg auf optimale Betriebstemperatur zu bringen. Erst dann können die Reifen den nötigen Halt bieten und die erwünschte Leistung auf den Asphalt bringen.

Der Reifenpoker wird in Baku eine neue Facette erhalten. Denn erstmals seit der Premieren-Auflage 2016 wird im kühleren April und nicht mehr im heißeren Juni gefahren. Erfahrungswerte auf der 6,003 Kilometer langen Strecke fehlen den Teams, vielmehr waren sie bei der Arbeit nach der richtigen Wagen-Abstimmung im Simulator gefordert.

Dreikampf eröffnet

Voller Zuversicht reist Red Bull an. Verstappen fiel in China mal wieder durch seine ungestüme Gangart auf, Teamkollege Daniel Ricciardo fuhr hingegen auf herausragende Art den Sieg ein. Und nicht zuletzt im vergangenen Jahr in Baku hatte der Australier im Trümmerchaos den Durchblick bewahrt und das Rennen von Startplatz zehn aus noch gewonnen. Willkommen zum WM-Dreikampf!

«Noch im vergangenen Jahr steckten wir in einem harten Kampf gegen Ferrari. Das war aber nichts im Vergleich zum Kampf in diesem Jahr», sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff. «Sowohl Red Bull als auch Ferrari werden alles unternehmen, um uns zu schlagen.» Das hat in diesem Jahr für die Mercedes-Herausforderer schon bestens funktioniert

(L'essentiel/dpa)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.