Kurz vor seinem Tod

26. Januar 2021 07:42; Akt: 26.01.2021 07:45 Print

Kobe Bryant wollte eigene Schuhmarke herausbringen

Der zurückgetretene Basketball-Star hatte vor, den Sportartikelhersteller Nike zu verlassen. Bryant wollte seine eigene Schuhmarke «Mamba» aufbauen.

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Die Basketball-Welt ohne Legende Kobe Bryant? Sportartikelhersteller Nike ohne Kobe Bryant? Beides unvorstellbar. Doch am Dienstag jährt sich der Todestag des fünffachen NBA-Champions. Der damals 41-Jährige kam am 26. Januar 2020 bei einem Helikopterabsturz in der Nähe von Los Angeles ums Leben. Und der Basketball-Star hatte offenbar auch die Absicht, Nike zu verlassen. Knapp ein Jahr nach seinem tragischen Tod wurde publik, dass Bryant mit Nike nicht mehr zufrieden war und er eine eigene Schuhmarke namens «Mamba» – Bryants Spitzname war Black Mamba – lancieren wollte; eine Schuhmarke, die den Spielern gehören sollte.

Shervin Pishevar, einer der Masterminds hinter dem Fahrdienstleister Uber, gab kürzlich bekannt, dass er sich im Dezember 2019 mit Bryant getroffen hatte. Sein Ausstieg sei beschlossene Sache gewesen, doch dann kam es zum Unglück.

Was Bryant als Geschäftsmann erreichen wollte, würde seine Sportkarriere sogar in den Schatten stellen, schrieb Pishevar.

Pishevar begründete in seinem Twitter-Feed auch, weshalb Bryant mit Nike nicht mehr zufrieden war: «Er war nicht glücklich mit Nike’s Marketing- und Werbe-Engagement für die Kobe-Linie.» Heißt: Er wollte autonom seine eigene Marke verwalten.

Das Vermächtnis fortführen

Am 26. Januar 2020 um 9.45 Uhr stürzt nördlich von Los Angeles ein Hubschrauber ab. Gerüchte werden rasch zur traurigen Gewissheit: Neun Menschen sind tot, darunter Basketball-Superstar Kobe Bryant. «Es gibt viel, das stirbt auf dieser Welt. Aber Legenden sterben nie. Und er ist exakt das», sagt LeBron James ein Jahr nach dem Unglück über den Mann, der vom Vorbild zum Freund wurde und dessen Vermächtnis er nun versucht, fortzuführen. Mit kleinen Gesten wie Bryants Nummer 24 auf dem Finger und Titeln, wie der Meisterschaft in der vergangenen Saison. Es war der erste für die Lakers, seit dem fünften und letzten mit Bryant zehn Jahre zuvor.

Bryant hat eine Bedeutung, die weit über die Anhänger der Lakers oder Basketball-Fans hinaus geht. Selbst Menschen, die sich mit Sport nur am Rande beschäftigen, können mit seinem Namen etwas anfangen. Weltweit. Er zählt zu den wenigen Personen auf diesem Planeten, deren Vorname ausreicht: Kobe. Jeder weiß, wer gemeint ist.

Sein Tod im Alter von nur 41 Jahren hat Millionen berührt. Rapper, Schauspieler, Handwerker, andere Sportler: Bryant hat sehr vielen Menschen sehr viel bedeutet. Dirk Nowitzki ebenso wie Snoop Dogg. Lakers-Profi Marc Gasol, dessen Bruder Pau einst mit Bryant in Los Angeles spielte, kann noch immer nicht öffentlich über das Unglück sprechen. «Es ist zu emotional», sagt der Spanier. «Er ist jemand, zu dem wir aufgeschaut haben.» Nächste Frage bitte.

Warum der Hubschrauber an jenem Sonntagmorgen abstürzte und die Insassen nie bei dem Nachwuchs-Basketball-Turnier ankamen, ist noch immer nicht abschließend aufgeklärt. Bryant nutzte das Verkehrsmittel häufig, um dem notorischen Stau in der Millionenmetropole zu entgehen.

Verlor der Pilot die Orientierung?

Am 9. Februar gibt es eine weitere Anhörung der US-Behörde für Transportsicherheit. In einem vorläufigen Bericht wurden technische Probleme an dem Helikoptertyp Sikorsky S-76B bereits ausgeschlossen. Die «Los Angeles Times» berichtete zuletzt, dass alle Informationen die Theorie stützten, dass der Pilot in den Wolken des hügeligen Gebiets nördlich von Los Angeles die Orientierung verloren habe. Statt, wie Fluglotsen gegenüber angekündigt, aufzusteigen, war der Hubschrauber gesunken.

Seither versucht seine Stadt mit dem Verlust umzugehen. Die in Corona-Zeiten weniger gewordenen Straßenhändler haben Bryants Trikots noch immer wie selbstverständlich im Angebot. Verteilt über viele Gegenden von Los Angeles haben Straßenkünstler Porträts der Legende hinterlassen, an Häuserfassaden, Mauern, Garagentoren. Oft überlebensgroß und oft mit seiner Tochter Gianna, genannt Gigi, die im Alter von 13 Jahren ebenfalls unter den insgesamt neun Toten des Unglücks war. Mit seiner Frau Vanessa hatte Bryant vier Töchter.

«Viel Respekt mein Bruder»

Die Auszeichnung für den wertvollsten Spieler des Allstar-Games hat die NBA inzwischen nach Bryant benannt. 15 Mal war er in eines der Teams für den Show-Kampf der besten Profis gewählt worden, so oft wie niemand sonst. Fünf Mal holte er in 20 Jahren mit den Lakers die Meisterschaft, spielte nie für ein anderes NBA-Team.

Seine 33’643 Zähler in Spielen der Hauptrunde werden nur von Kareem Abdul-Jabbar, Karl Malone und LeBron James übertroffen. Letzterer überholte Bryant in der Bestenliste am Tag vor dem Absturz, Bryants letzter Tweet war ein Glückwunsch: «Viel Respekt mein Bruder».

Beim ersten Heimspiel nach dem Unglück vor einem Jahr hielt James eine bewegende Rede im voll besetzten Staples-Center. «Wir wollen sein Vermächtnis fortsetzen, nicht nur in diesem Jahr, sondern so lange wir Basketball spielen», versprach James damals unter dem Jubel der Fans. «In den Worten von Kobe Bryant: Mamba out. In unseren Worten: Unvergessen.»

(L'essentiel/hua/dpa)

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