Mikaela Shiffrin

27. Oktober 2020 11:57; Akt: 27.10.2020 12:24 Print

«Manchmal möchte ich einfach liegenbleiben»

Mikaela Shiffrin meldet sich auf Instagram zu Wort. Sie erklärt, womit sie zu kämpfen hat und will noch nichts von einem Rücktritt wissen.

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Sie war die große Abwesende, als die Saison 2019/20 ziemlich abrupt zu Ende ging. Und sie war die große Abwesende, als die Saison 2020/21 startete: Mikaela Shiffrin fehlt im Skizirkus, die Überskifahrerin der letzten Jahre kann nicht mitmischen.

Gründe dafür gibt es einige. Da war der Tod ihres Vaters, der die Familie Shiffrin im Februar erschütterte. Jeff Shiffrin starb im Alter von 65 Jahren, völlig unerwartet. Die beiden standen sich nah, die Tochter reiste unverzüglich in die Heimat und legte eine Pause ein, um zu trauern. Im Wissen, dass sie damit die große Kristallkugel aufs Spiel setzt.

Da war aber auch Corona, natürlich. Shiffrin plante ihre Rückkehr, der Skiwelt stand ein großer Kampf um den Gesamtweltcup bevor, Shiffrin oder die Italienerin Federica Brignone würde ihn gewinnen. Dann eben, das Virus, die Rennen in Schweden fanden nicht statt, das Finale in Cortina auch nicht. Brignone hieß die Siegerin, nachdem davor dreimal in Folge Shiffrin triumphiert hatte.

«Nicht genügend Luft, um zu atmen»

Es kam der Sommer, es blieb viel Zeit für Shiffrin. Sie verarbeitete ihre Trauer öffentlich, spielte viel Gitarre und sang, sie machte sich für die Bewegung Black Lives Matter stark. Und natürlich trainierte sie, «ich war nahe dran», sagt sie dem Portal Olympics in einem Interview, das auf Instagram live gestreamt wurde. Doch dann kam diese Rückenverletzung.

Die Verletzung hindert Shiffrin an der Rückkehr in den Weltcup, sie sagt: «Das kotzt mich schon an.» Die 25-Jährige muss Sölden auslassen und sieht, wie Konkurrentin Brignone bereits 80 Punkte auf dem Konto hat, sie wurde Zweite. In drei Wochen stehen in Zürd Parallelrennen an, wohl auch ohne Shiffrin, sie wird wahrscheinlich bei den Rennen in Levi wieder mitfahren, die Mitte November stattfinden.

Im Interview mit «Olympics» sprach Shiffrin auch über dunkle Zeiten im Spätwinter. Sie sagt: «Ich hatte das Gefühl, gerade noch genügend Luft zu bekommen, um weiterzuleben. Aber nicht genügend Luft, um wirklich zu atmen.» Über ihre Familie seien Wellen hineingebrochen, «es fällt mir oft schwer, morgens aufzustehen. Ich würde häufig am liebsten liegenbleiben». Ihr sei aber durchaus bewusst, dass es anderen Menschen viel schlimmer gehe, fügt sie an.

Klar ist: Shiffrin wird nicht zurücktreten, wie das einige Medien vermuteten. Aber sie ist sich mittlerweile im Klaren darüber, «dass es noch viel mehr als Skifahren gibt».

(L'essentiel/Marcel Rohner)

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