Rechtsaussen-Miliz

29. April 2020 21:10; Akt: 30.04.2020 07:11 Print

NFL-​​Spieler will umstrittenes Tattoo entfernen lassen

Auf dem Arm von Justin Rohrwasser prangt das Logo der «Three Percenters», einer Rechtsaußen-Miliz. Doch nicht mehr lange.

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In der fünften Runde des diesjährigen Draft wählten die New England Patriots den Kicker Justin Rohrwasser. Eine Verpflichtung, die man eigentlich nur mit einem Schulterzucken zur Kenntnis nehmen würde. Und ein Name, den man frühstens zu Beginn der Saison wieder lesen würde. Wäre da nicht dieses Tattoo auf dem Arm des 23-Jährigen.

Eine amerikanische Flagge prangt auf dem rechten Unterarm, «Liberty or Death» («Freiheit oder Tod») steht auf dem anderen. Und etwas weiter oben hat er sich die römische Ziffer III in einem Kreis aus dreizehn Sternen tätowieren lassen. Es ist das Logo der «Three Percenter», einer paramilitärischen Rechtsaußen-Miliz, die sich für das Recht auf Waffenbesitz stark macht, als Anti-Regierungs-Gruppe gilt und immer wieder mit Rassismus in Verbindung gebracht wird.

Rohrwasser gibt sich unwissend

Rohrwasser gab nach seiner Verpflichtung an, er habe das Tattoo mit 18 machen lassen, in der Annahme, es stehe für die Unterstützung des Militärs. Er behauptete, dass sich das Symbol zu etwas entwickelt habe, dass er nicht repräsentieren möchte. Nachdem er zuerst gesagt hatte, er werde das Tattoo bedecken, entschied er sich kurz darauf, es komplett entfernen zu lassen. «Ich schäme mich dafür, dass ich es ignoranterweise die ganze Zeit auf meiner Haut getragen habe», sagte er. Zudem verneint er, die politischen Ansichten der «Three Percenter» zu teilen.

Ob dies wirklich der Fall ist, ist umstritten. Denn die Bedeutung des Symbols hat sich nicht verändert seit Rohrwasser es sich tätowieren ließ. Die «Three Percenter» gibt es bereits seit er elf ist. Und auch der Spruch «Liberty or Death» kommt in sehr ähnlicher Form auf Kleidungsstücken des Online-Shops der Organisation vor. «Don’t tread on me» («tritt nicht auf mich») ist ein weiterer Spruch, der sich einerseits auf Rohrwassers Körper befindet, andererseits von Rechtsaußen-Gruppierungen verwendet wird.

Patriots im Umbruch

Mit der Verpflichtung von Rohrwasser füllen die Patriots die Lücke, die durch die Entlassung des langjährigen Kickers Stephen Gostkowski entstanden ist. Er ist nicht der einzige Spieler, der die Franchise aus Boston nach mehreren Jahren verlässt. Starquarterback Tom Brady, der die Patriots seit zwanzig Jahren äußerst erfolgreich angeführt hatte, wechselte im März zu den Tampa Bay Buccaneers.

Er war nicht der einzige namhafte Abgang. Mehrere Leistungsträger werden in der nächsten Saison nicht mehr für das Team von Bill Belichick auflaufen. Stattdessen muss er nun den Neuaufbau der Franchise in Angriff nehmen. Dies tut er aber eher zögerlich. Obwohl er keinen Top-Quarterback im Kader hat, verzichtete er darauf, die wichtigste Position im Football mit einem College-Abgänger aus dem Draft zu besetzen. Vorerst will er wohl auf Jarrett Stidham vertrauen, der vor einem Jahr gedraftet wurde. Dieser konnte bisher noch fast keine NFL-Erfahrungen sammeln. Auf die erfolgsverwöhnten Patriots-Fans wird vermutlich eine harte Zeit zukommen.

(L'essentiel)

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