Missbrauch im US-Turnen

25. Februar 2021 22:19; Akt: 25.02.2021 22:28 Print

Staatsanwalt klagt Ex-​​Coach Geddert an

Der ehemalige Trainer der US-Olympiasiegerinnen muss sich in Michigan unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs und Menschenhandel vor einem Gericht verantworten.

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Gegen den Ex-Turntrainer John Geddert ist in Michigan Anklage erhoben worden. (Bild: DPA/Kathy Willens)

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John Geddert, der ehemalige Trainer der Turn-Olympiasiegerinnen aus den USA, ist von der Justiz im US-Bundesstaat Michigan unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs und Menschenhandel angeklagt worden. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft unter der Leitung von Dana Nessel am Donnerstag mit. Der inzwischen 63 Jahre alte Geddert war vom US-Turnverband nach dem Skandal um den inzwischen verurteilten Teamarzt Larry Nassar suspendiert worden und daraufhin in den Ruhestand gegangen.

Nessel, die im US-Justizsystem in Personalunion Justizministerin und Generalstaatsanwältin ist, wirft Geddert in insgesamt 24 Fällen Menschenhandel, Zwangsarbeit, das Fortführen einer kriminellen Vereinigung, sexuellen Missbrauch und das Belügen eines Gesetzeshüters im Zusammenhang mit einer Strafermittlung vor. Der Anwalt des Trainers war für eine Stellungnahme zu den Vorwürfen am Donnerstag zunächst nicht zu erreichen.

Trainer bei Olympia in London

Geddert betreute das siegreiche US-Frauen-Team bei den Olympischen Spielen 2012 in London und betrieb ein Fitnessstudio in Lansing, in dem auch der verurteilte Larry Nassar verletzte Turner betreute. Seine erfolgreichste Turnerin war Jordyn Wieber, die 2011 Mehrkampf-Weltmeisterin und eine Jahr später Olympiasiegerin war.

Geddert hatte während des Nassar-Prozesses stets unterstrichen, dass er «keine Kenntnis» von den Verbrechen des zu 175 Jahren Haft verurteilten Nassar hatte. Der frühere Mediziner hatte sich in den Verfahren schuldig bekannt, mehrere Turnerinnen sexuell misshandelt zu haben. Insgesamt waren Anzeigen hunderter Turnerinnen und ihrer Eltern gegen ihn eingegangen, darunter von den Olympiasiegerinnen Alexandra Raisman, McKayla Maroney und Simone Biles.

Der US-Turnverband hatte den Opfern Entschädigungen in Höhe von insgesamt 215 Millionen Dollar angeboten. Man strebe eine einvernehmliche Lösung mit den Vertretern der betroffenen Sportlerinnen an, erklärte Verbandschefin Li Li Leung. Mit einer Einigung auf Abfindungszahlungen von umgerechnet 195 Millionen Euro will der Verband die drohenden Gerichtsverfahren mit Nassars Opfern abwenden. Opfer-Anwälte lehnten das Entschädigungsangebot des US-Verbands zunächst ab.

(L'essentiel/DPA)

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