Big Wave

05. April 2018 07:20; Akt: 05.04.2018 07:21 Print

Surfer jagen Rekord auf den Monsterwellen

Über 20 Meter hohe Brecher donnern im portugiesischen Nazaré an die Küste. Der Deutsche Sebastian Steudtner wagt sich in die Wassermassen.

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Garrett McNamara hat den rund hundert Kilometer nördlich von Lissabon gelegenen Fischerort Nazaré weltberühmt gemacht. 2011 kam der Surfer aus Hawaii einer Einladung des damaligen Bürgermeisters der Gemeinde nach. Der heute 50-Jährige stellte damals (im November) einen Weltrekord auf, indem er eine 23,7 Meter hohe Welle ritt.

Videoaufnahmen davon gingen um den Globus und lockten Surfer aus der ganzen Welt ins Dorf an Portugals Atlantikküste. Dort jagen sie McNamaras offizieller Rekordmarke nach und wollen eine noch höhere Welle surfen. Zwischen Spätherbst und Frühling türmen sich die Monsterbrecher, die als die größten der Welt gelten, am Strand Praia do Norte bei Nazaré auf. Sie können bis zu 30 Meter hoch werden.

Die «Witwenmacher» bewältigen

Sebastian Steudtner will einen neuen Weltrekord aufstellen. Als einziger Deutscher ist der 32-Jährige in der Weltelite der Big-Wave-Surfer vertreten. Zweimal hat er schon den sogenannten XXL Big Wave Award, den Preis für die größte gesurfte Welle des Jahres, gewonnen. Um seiner Passion nachzukommen, ist der Nürnberger vor drei Jahren nach Nazaré gezogen. «Das ist mein heiliger Ort», sagt er.

Eine Drohne hat in einem Video festgehalten, wie Steudtner eine Riesenwelle reitet. Während der Surfer sie gekonnt meistert, wird das Flugobjekt von ihr erfasst und geht baden. Wer unvorbereitet in die bis zu 80 km/h schnellen Wassermassen steigt, ist lebensmüde. Nicht umsonst werden sie von einheimischen Fischern als «Witwenmacher» bezeichnet.

Auch Profi-Surfern verlangen sie alles ab. 2013 hätte die Brasilianerin Maya Gabeira den Ritt ihres Lebens fast mit dem Tod bezahlt. Weil ihr Brett zu hart auf dem Wasser aufschlug, brach sie sich den Knöchel und stürzte. Gabeira musste gerettet und am Strand wiederbelebt werden. Und im vergangenen November brach sich der US-Amerikaner Andrew Cotton den Rücken.

Sicherheit geht vor

«Wer etwas Gefährliches tut und sich nicht um die Sicherheit kümmert, ist dumm», betont Steudtner. Er bereitet sich mit harten Trainings auf die Wellenritte vor. Und wenn sich der Profisportler von einem Jetskifahrer aufs Meer hinausziehen lässt, unterstützt ihn an Land ein Team. Ein mit Fernglas ausgerüsteter Beobachter weist Steudtner auf die beste Welle hin, mehrere Retter sind auf Jetskis bereit und ein (extra eingeflogener) deutscher Militärarzt wartet für den Fall der Fälle am Strand.

Die Jagd nach dem neuen Weltrekord fordert aber nicht nur die Surfer und ihre Helfer, sondern auch die US-Jury, die für die Big Wave Awards zuständig ist. Da sich das Messen schwierig gestaltet und Schwankungen von bis zu drei Meter bei den Berechnungen normal sind, werden nur selten offizielle Bestätigungen herausgegeben. Ein Wellenritt löst allerdings bei den Surfern derartige Freiheitsgefühle und Adrenalinschübe aus, dass eine Bestmarke in den Hintergrund rückt.

Mehr über das Big-Wave-Surfen in Portugal und das Entstehen der Riesenwellen vor Nazaré ist im Dokumentarfilm «Die perfekte Welle» zu erfahren, den Arte am Donnerstag (5. April) um 19.40 Uhr ausstrahlt.

(L'essentiel/ddu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heng am 05.04.2018 09:18 Report Diesen Beitrag melden

    Was für ein Sport, wenn der Narkosearzt schon bereit steht und die Helfer ebenfalls ihr Leben riskieren müssen?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Heng am 05.04.2018 09:18 Report Diesen Beitrag melden

    Was für ein Sport, wenn der Narkosearzt schon bereit steht und die Helfer ebenfalls ihr Leben riskieren müssen?