Keine rassistischen Bedenken

07. Juli 2020 10:44; Akt: 07.07.2020 10:52 Print

Trump missbilligt Kritik am Namen der «Redskins»

Jetzt schaltet sich auch der US-Präsident in die Debatte um den Namen des Football-Teams Washington Redskins ein. Nur wegen politischer Korrektheit solle man nichts ändern.

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Symbol einer immer intensiver werdenden Debatte: Das Logo des Football-Teams Washington Redskins. (Bild: Foto: Patrick McDermott/Getty Images)

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Nun ist der Sport erneut zur Zielscheibe der Twitter-Attacken von Donald Trump geworden. In der Debatte um die als rassistisch empfunden Namen zweier US-Sport-Teams äußert sich der Präsident in zwei Beiträgen auf Twitter wie gewohnt scharf. Dabei geht es um die Washington Redskins (American Football) und die Cleveland Indians (Baseball). Trump verteidigt die Namen der Mannschaften.

«Aus Stärke, nicht aus Schwäche» wurden die Redskins (Rothäute) und das Baseball-Team Cleveland Indians benannt, schrieb der Präsident auf der Nachrichtenplatttform. «Nun sieht es so aus, als würden die Washington Redskins – ebenso wie die Baseballer der Cleveland Indians – ihre Namen ändern, um sich politisch korrekt zu verhalten.»

Danach folgte eine verbale Spitze gegen Elizabeth Warren, die demokratische Senatorin von Maßachusetts: «Indianer wie sie müssen gerade sehr wütend sein!» Warren gibt an, indianische Vorfahren zu haben und ist immer wieder eine Adressatin von Trumps abschätzigen Bemerkungen.

Washingtons Stadionsponsor FedEx hatte den Club aufgefordert, sich vom Beinamen Redskins (Rothäute) zu trennen. Dies fand entsprechender Unterstützung durch weitere große Geldgeber wie Nike und Pepsi, am Montag entfernten die Ladenketten Walmart und Target Produkte mit dem Namen und Logo aus ihrem Angebot. Die Signale für einen gewünschten Wandel sind klar.

Es ist die nächste Stufe eines seit Jahrzehnten schwelenden Konflikts. In der Woche zuvor hatte Nike alle Fanartikel der Redskins entfernt. Interessengemeinschaften und Anwälte amerikanischer Ureinwohner äußerten in einem Brief an die Liga einmal mehr ihre Forderung, den Teambesitzer Dan Snyder zu einer Namensänderung zu zwingen.

Verbale Attacke auf Nascar-Fahrer

In einem zweiten Tweet, sechs Stunden vorher gesendet, fordert Trump zudem den Nascar-Fahrer Jungeba Wallace zu einer Entschuldigung auf. «Hat Jungeba Wallace sich entschuldigt bei all den großartigen Nascar-Fahrern und Offiziellen, die ihm zu Hilfe kamen, an seiner Seite standen und bereit waren, alles zu opfern, um dann herauszufinden, dass die ganze Sache nur ein weiterer Scherz war?», schrieb Trump.

Vor knapp zwei Wochen wurde ein Galgenstrick in der Garage des schwarzen Nascar-Fahrers Wallace gefunden. Dies war zunächst als rassistischer Angriff auf den 26-Jährigen gewertet worden. Das FBI ermittelte – demnach war das wie ein Galgenstrick aussehende Zugseil des Garagentors bereits im Herbst 2019 angebracht worden. Damals habe noch niemand wissen können, dass das Wallace-Team diese Garage zugewiesen bekomme, hieß es.

Der einzige schwarze Rennfahrer in der vor allem in den Südstaaten der USA populären Motorsportserie äußerte sich nach Trumps Tweet selbst. Ohne direkt auf dessen Kommentar einzugehen, schrieb er an «die nächste Generation und die Kleinen»: «Liebe über Hass, jeden Tag. Liebe sollte etwas natürliches sein, weil Hass beigebracht wird. Selbst, wenn es Hass des Präsidenten ist. Liebe gewinnt.»

Auch Zoff um die Flagge

Trump behauptete zudem, dass dieser Fall und die «Flaggen-Entscheidung» zu den niedrigsten Nascar-Einschaltquoten überhaupt geführt hätten. Die Rennserie hatte Mitte Juni die Kriegsflagge der Konföderierten bei all ihren Veranstaltungen verboten, die für viele Menschen ein Symbol für Rassismus ist. Nach Angaben der übertragenden Sender sind die Quoten für Nascar-Übertragungen seit der Corona-Pause gestiegen.

Wallace hat seine Unterstützung für die Black-Lives-Matter-Demonstrationen öffentlich bekundet und befürwortete ein Verbot der Konföderierten-Flagge. Nach Trumps verbaler Attacke twitterte Nascar: «Wir sind stolz, ist Jungeba Wallace Teil der Nascar-Familie und wir loben seinen Mut und sein Führungsverhalten.»

(L'essentiel/va/dpa)

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