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23. Februar 2020 14:57; Akt: 23.02.2020 14:57 Print

Tyson Furys letzte Chance

Der Brite war im Schwergewicht bereits ganz oben und stürzte brutal ab. Gegen Deontay Wilder steht ihm nun ein richtungsweisender Kampf bevor.

Schon im ersten Aufeinandertreffen ging es hart zur Sache: In der 12. Runde musste Fury zu Boden. (Video: PBC)

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Vor dem wohl größten Schwergewichtsspektakel des Jahres ließ sich Tyson Fury standeslaut im offenen Ferrari durch das Box-Mekka Las Vegas kutschieren. Nachdem sich er sich von Hunderten Fans hatte feiern lassen, folgte die nächste Ansage an seinen Gegner Deontay Wilder. «Das wird ein kurzer Abend. Ich bin gekommen, um ihn auszuknocken», sagte Fury vor dem Kampf gegen den amerkanischen WBC-Weltmeister am Sonntag (ab 03.00 Uhr) in der MGM Grand Arena.

In Anspielung auf seinen bisher größten Sieg schob der «Gypsy King» hinterher: «Ich bin noch besser als gegen Klitschko.» Dabei hatte der Sieg gegen Wladimir Klitschko im November 2015 lange wie ein Fluch auf dem großmäuligen und unkonventionellen Briten gelegen. Fury machte drei Jahre keinen Kampf mehr, wurde positiv getestet, schraubte sein Gewicht auf über 180 Kilo. «Ich habe meinen Körper missbraucht und stand kurz vor dem Selbstmord», sagte der 31-Jährige rückblickend.

Mit einer Vorbereitung von sechs Monaten war Fury im Dezember 2018 schon einmal gegen Wilder in den Ring gestiegen. Am Ende stand ein schmeichelhaftes Unentschieden gegen den «Bronze Bomber», der Fury zweimal auf die Bretter geschickt hatte. Das zweite Duell wird ganz entscheidend für Furys weitere Karriere. Zumal dem Sieger ein Vereinigungskampf mit Schwergewichtskönig Anthony Joshua winkt.

Fäuste im Benzin

Wohl auch deshalb lässt Fury keinen Trick aus, verkneift sich keinen Spruch. So ließ er sich angeblich von einem Kämpfer inspirieren, der seine Kämpfe mit bloßen Fäusten austrägt. «Er hat mit gesagt, dass meine Fäuste härter werden, wenn ich sie in Benzin tauche. Also tauche ich meine Hände jeden Tag für fünf Minuten in Benzin, um sie abzuhärten», sagte Fury. Zudem fiel der Showman mit reichlich unappetitlichen Aussagen über Prostituierte und Drogenmissbrauch negativ auf.

Mit 122 Kilo will Fury am Sonntagmorgen in den Ring steigen. Damit wird er Wilder nicht nur in Größe und Reichweite, sondern auch beim Gewicht übertreffen. Wilder hat technische Schwächen, verfügt jedoch über eine brutale Rechte. Das nötigt selbst Fury Respekt ab. «Gegen Wilder zu kämpfen ist, als würde man einem Siebenjährigen eine geladene Kalaschnikow geben. Er kann jederzeit unkontrolliert losballern», sagte Fury. Wenn er blöd genug sei, von seiner rechten Hand getroffen zu werden, habe er die Niederlage verdient. Wenn nicht, «werde ich ihn auffressen».

Siegt Wilder, hätte er zum elften Mal in Folge seinen Titel erfolgreich verteidigt. Und damit sein Idol Muhammad Ali überholt. «Ich habe eigentlich mit dem Boxen angefangen, um ein paar Dollar für meine Tochter zu verdienen. Ich hatte nicht daran gedacht, mal mit Ali in Verbindung gebracht zu werden», meinte Wilder.

(L'essentiel/dpa)

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