Verrücktes Debüt

24. Februar 2020 10:16; Akt: 24.02.2020 10:18 Print

Vom Eismaschinenfahrer zum NHL-​​Torhüter

Weil sich beide Torhüter der Carolina Hurricanes im selben Spiel verletzen, springt der Eismeister des Gegners als Notfall-Torhüter ein – und brilliert.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Normalerweise fährt David Ayres die Eismaschine für das AHL-Team Toronto Marlies. Nur selten trainiert der 42-Jährige beim Eishockeyteam der Maple Leafs mal mit, wenn noch ein Torwart gebraucht wird. Und eigentlich wollte Ayres am Samstag einen gemütlichen Abend als Fan verbringen. Doch am Ende feierte er als sogenannter «Notfalltorhüter auf Abruf» sein Profi-Debüt im Trikot des Gegners – der Carolina Hurricanes.

Zu Beginn des Spiels saß er gemeinsam mit seiner Ehefrau noch auf der Tribüne, das Heimteam stellt in der NHL jeweils einen Notfall-Torhüter zur Verfügung. Zunächst musste Carolinas Torhüter James Reimer verletzt vom Eis. Ayres ging daraufhin schon einmal in die Kabine und bereitete sich auf den möglichen Ernstfall vor. Dieser trat im zweiten Drittel ein, denn Carolinas Ersatztorwart Petr Mrazek musste nach einer Kollision mit Torontos Kyle Clifford ebenfalls ausgewechselt werden. Und Ayres musste tatsächlich aufs Eis.

Acht Paraden und ein unvergesslicher Abend

Durch den 6:3-Auswärtserfolg wurde Ayres der älteste Torhüter in der Geschichte der nordamerikanischen Eishockey-Liga, der sein erstes Spiel gewann. «Es war unglaublich und wild», sagte er. «Obwohl ich im gegnerischen Team war, haben mich die Fans in Toronto gefeiert. Das Team und alle Fans waren großartig zu mir.» Die ersten beiden Schüsse ließ er noch passieren, danach glänzte er aber mit acht Paraden in seinen 28 Einsatzminuten und erlebte einen wohl unvergesslichen Abend. Er wurde gar zum besten Spieler der Partie gewählt.

In der Garderobe wurde er von seinen neuen Teamkollegen mit Wasser bespritzt und gefeiert. Carolina-Coach Rod Brind'Amour sagte in der Kabinenansprache nach dem Spiel: «Diese Erinnerung wird uns für immer begleiten.» Und direkt zu Ayres: «Wie du für uns gespielt hast ... Das war großartig.»

Ayres Geschichte ist aus einem weiteren Grund speziell. Ihm wurde vor 15 Jahren eine Niere transplantiert, seine Mutter war die Spenderin. Nach dem Match daran erinnert, sagte Ayres: «Ich dachte, ich könnte nie mehr Eishockey spielen.» Nun werden die Hurricanes als Dank Geld an eine Stiftung spenden, die Nierentransplantierte unterstützt.

(L'essentiel/va/dpa)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.