Neuer Clubpräsident

20. August 2020 09:45; Akt: 20.08.2020 09:47 Print

Washington wird plötzlich zum Pionier der NFL

Zuerst haben sie sich vom Namen «Redskins» verabschiedet, jetzt engagiert das Washington Football Team mit Jason Wright den ersten afroamerikanischen Clubpräsidenten.

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Gut zwei Drittel aller Spieler der besten American-Football-Liga der Welt, der amerikanischen NFL, sind Afroamerikaner. Doch in den höheren Positionen der Teams finden sich nur sehr wenige «People of Color». Nur gerade vier von 32 Headcoaches sind nicht weiß, bei den Teambesitzern sind es zwei. Und das, obwohl den Teams vorgeschrieben wird, Angehörige von Minderheiten bei offenen Stellen zu interviewen.

Jetzt gibt es beim Washington Football Team ein Novum: Mit Jason Wright wurde der erste dunkelhäutige Präsident eingestellt. Er wird für die Abteilungen Betrieb, Finanzen, Verkauf und Marketing zuständig sein. Der 38-Jährige spielte von 2004 bis 2010 in Atlanta, Cleveland und Arizona als Running Back. Nach seinem Rücktritt holte er seinen Masterabschluss nach und arbeitete als Consultant.

«Die Tatsache, dass ich zufällig schwarz und die am besten qualifizierte Person für diesen Posten bin, ist ein Ansporn», sagte Wright in einer Nachrichtensendung. In einer anderen Sendung auf Fox Sports wurde er auf die Kritik angesprochen, dass er den Posten nur wegen seiner Hautfarbe bekommen habe. Falls es einen Weißen gäbe, der die gleichen Qualifikationen wie er habe, und er den Job nur bekam, weil er schwarz sei, sagte Wright, dann «entschuldige ich mich».

Könnte er sich einen Anführer für diese wichtige Zeit seines Vereins basteln, so wäre dies Jason Wright, sagte der Teambesitzer Dan Snyder in einer Mitteilung. «Es wird eine sehr herausfordernde, aber spannende Zeit», sagte Wright in Hinblick auf den «umfassenden Wandel an mehreren Fronten», den der Verein momentan durchläuft.

Nach schwierigen Monaten endlich positive Schlagzeilen

Für das Washington Football Team waren die letzten paar Monate nicht leicht. Zuerst gingen Fans und auch wichtige Sponsoren, beispielsweise Nike und Pepsi, auf die Barrikaden. Mehrere Ladenketten nahmen Artikel des Vereins aus dem Sortiment. Der Name «Redskins» müsse weg, verlangten sie. Es war eine Forderung, die bereits seit Jahrzehnten von amerikanischen Ureinwohnern gestellt wurde. Unter dem Druck der finanzkräftigen Partner entschied sich Dan Snyder, den Namen zu ändern, obwohl er dies noch vor wenigen Jahren vehement abgelehnt hatte.

Doch ruhig wurde es um den Hauptstadtclub trotzdem nicht. Mehrere weibliche Angestellte des Vereins berichteten von täglichen sexuellen Belästigungen und anzüglichen Kommentaren. Als Folge davon verließen insgesamt drei Mitglieder der Chefetage und des Scoutings den Verein.

Plötzlich in der Vorreiterrolle?

Nun macht Washington mit Diversität von sich reden. Denn nicht nur auf der Präsidentenposition hat der Verein einen von wenigen «Persons of Color». Mit Ron Rivera haben sie auch eine auf der Position des Haupttrainers. Der 58-Jährige ist halb Mexikaner und halb Puerto Ricaner. Er ist erst der dritte Headcoach mit lateinamerikanischen Wurzeln und der einzige aktive.

Und auch auf der historisch von Weißen besetzten Position des Quarterbacks wird Washington mit größter Wahrscheinlichkeit auf den dunkelhäutigen Dwayne Haskins setzen. Dieser wurde vor einem Jahr in der ersten Runde des Drafts verpflichtet. Zu Beginn der neuen Saison wird nur etwa ein Drittel der Teams auf einen nicht weißen Spieler auf der wichtigsten Position im Football setzen.

(L'essentiel/Etienne Sticher)

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