Dr Sex

15. Juni 2018 09:38; Akt: 15.06.2018 11:50 Print

«Weil ich fremdging, fühle ich mich schuldig!»

Hector nahm sich in seiner Beziehung im letzten Jahr einige Freiheiten. Diese bereut er nun. Wie weiter?

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Eyes Wide Shut (Bild: Warner Bros.)

Zum Thema

Frage von Hector an Dr Sex: Ich (30) bin mit meiner Freundin seit gut einem Jahr zusammen. Wir lieben uns sehr. Beruflich bin ich oft eine bis zwei Wochen pro Monat unterwegs. Bevor ich mich auf die Beziehung einließ, hatte ich mir viele Gedanken gemacht darüber, wie sie mit der Situation und damit, dass ich nicht oft bei ihr sein kann, umgehen würde. Sie versteht es zwar, aber es kommt mir auch so vor, als ob meine Reisen sie stören würden.

Sex haben wir aufgrund der Umstände eher selten, dafür ist er dann sehr intensiv. Während meiner Auslandsaufenthalte hatte ich auch schon One-Night-Stands. Sie weiß nichts davon, aber langsam fühle ich mich schuldig. Soll ich ihr davon erzählen? Und was kann man als Paar in unserer Situation besser machen? Falls sie auch One-Night-Stands hatte, würde ich jedenfalls gern mit ihr darüber reden.

Antwort von Dr Sex

Lieber Hector,

Auch wenn dein Handeln wohl manchen Lesenden seltsam erscheinen mag: Für dich scheint es Sinn zu ergeben – sogar wenn du daran leidest. Es ermöglicht dir nämlich, der Konfrontation mit der Wirklichkeit auszuweichen und die Dinge in der Schwebe zu halten. Mittlerweile spürst du aber, dass dies auf Dauer keine befriedigende Lösung sein kann.

Um sich selber Leid zu ersparen, nehmen manche Menschen lieber einen Kompromiss in Kauf, als eine echte Lösung herbeizuführen. Dieser führt aber meist zu neuem Leid. Es ist daher sinnvoll, sich immer wieder vorbehaltslos bewusst zu machen, welche Folgen eine auf den ersten Blick scheinbar hilfreiche Strategie letztlich hat.

Ich finde, man darf dem Partner oder die Partnerin grundsätzlich alles sagen, wenn man sich nicht vor der Reaktion fürchtet. Diese kann – je nach Fragestellung oder Thema – nämlich heftig sein. Ich vermute, dass es das ist, was dich daran hindert, ehrlich zu sein. Du weißt genau, dass sie dich wegen deiner Seitensprünge verlassen könnte. Und das möchtest du ja wohl nicht.

Du scheinst noch nicht wirklich bereit zu sein, dich wirklich auf deine Freundin einzulassen. Es scheint dir auch nicht wirklich um sie zu gehen, sondern vielmehr einfach darum, eine Frau an der Seite zu haben, die da ist, wenn du von deinen Geschäftsreisen zurückkommst, mit der du ab und zu Sex haben kannst und die dir das Gefühl gibt, nicht allein zu sein.

Ich denke daher, du solltest dir überlegen, welche Art von Beziehung du leben willst. Ist es eine, in der Echtheit, Offenheit und Treue – dir selbst und den eigenen Bedürfnissen, aber auch deiner Freundin gegenüber – wichtig sind? Oder willst du nur eine WG mit Zusatzoptionen? Falls Ersteres der Fall ist, solltest du den Schritt wagen und deiner Freundin erzählen, was dich beschäftigt und wo du stehst.

Wichtiger als der Umstand, dass du ein paar ONS hattest, sind die Gründe dafür. Ich bin sicher, dass du deine Freundin wirklich liebst. Jedoch scheinst du daran zu zweifeln, ob du selber liebenswert genug bist und deine beruflichen Umstände eine Beziehung überhaupt zulassen. Genau das solltest du aber zum Thema machen. Viel Glück!

(L'essentiel/wer)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Taxman am 15.06.2018 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    Haaptsach eng Gaens. Nee?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Taxman am 15.06.2018 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    Haaptsach eng Gaens. Nee?