Tour de France

05. Juli 2017 16:43; Akt: 05.07.2017 18:24 Print

Fabio Aru holt Tagessieg – Froome quält sich zu Gelb

Die 5. Etappe zwischen Vittel und La Planche des Belles Filles endete mit einer Bergankunft. Der Italiener war am Schlussanstieg mit einer Attacke erfolgreich.

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Gezeichnet von den Strapazen und mit einem gequälten Lächeln nahm Chris Froome auf dem Tour-Podium das Gelbe Trikot in Empfang. Wie ein strahlender Spitzenreiter sah der Brite nach der ersten Bergankunft der 104. Tour de France nicht aus. Einen Tag nach den Turbulenzen um Weltmeister Peter Sagan ist der vernichtende erste Schlag des Briten gegen seine Konkurrenten im Gegensatz zu den vergangenen Jahren ausgeblieben. Stattdessen holte sich der wie entfesselt fahrender italienischer Meister Fabio Aru am Mittwoch nach 160,5 Kilometern in La Planche de Belles Filles im Alleingang den Tagessieg auf der fünften Etappe.

«Es ist nicht neu für mich diese Position, aber der Weg bis zum Toursieg ist noch sehr weit. In diesem Jahr ist die Konkurrenz besonders groß», sagte Froome, der 20 Sekunden hinter Aru das Ziel als Dritter erreichte. Dazwischen hatte sich noch der Ire Dan Martin geschoben. An Froomes Seite erreichte auch der starke Australier und Mitfavorit Richie Porte das Ziel. Womöglich ein Fingerzeig für die nächsten Bergetappen.

12 Sekunden Vorsprung

Die Leichtigkeit der vergangenen Jahre ist bei Froome jedenfalls dahin. Hatte er sonst jeweils auf der ersten Bergetappe die Konkurrenz demoralisiert, musste der dreimalige Tour-Champion diesmal selbst Schwerstarbeit verrichten. Als Aru antrat, hatte er nichts entgegenzusetzen. Sein Tritt wirkte mitunter schwerfällig.

Für Froome reichte es aber, um das Gelbe Trikot von seinem Teamkollegen Geraint Thomas zu übernehmen. Zwölf Sekunden liegt der 32-Jährige nur vor dem Auftaktsieger von Düsseldorf. «Platz eins und zwei in der Gesamtwertung sollte uns Selbstvertrauen geben. Das eröffnet uns viele Möglichkeiten», meinte Froome.


Rivalen zeigen Schwächen

Auf Platz drei liegt Aru mit einem Rückstand von 14 Sekunden. «Dieser Sieg ist unglaublich, aber die Tour zu gewinnen, ist sehr, sehr schwer», sagte Aru, der von Froome ein großes Lob bekam: «Er ist sehr stark, aber jetzt kann man noch keine Vorhersage wagen, wie es bei ihm weitergeht. Er hat nicht geblufft, als er attackierte - das saß.» Froomes persönlicher Tour-Favorit Porte ist 39 Sekunden zurück Gesamtfünfter.

Froome konnte mit der ersten Kletterpartie aber noch gut leben, einige seiner Rivalen zeigten bereits Schwächen. Ex-Sieger Alberto Contador aus Spanien und der kolumbianische Giro-Zweite Nairo Quintana liegen auf den Plätzen acht und neun im Gesamtklassement knapp eine Minute hinter Froome.

Sagan muss nach Hause

Vor dem Start hatte noch der Fall Sagan den Tour-Tross bewegt. Bis zuletzt hatte sich dessen Bora-hansgrohe-Team um die Aufhebung des Ausschlusses durch den Weltverband UCI gewehrt. Der Internationale Sportgerichtshof CAS wurde eingeschaltet, Anwälte waren involviert, bis kurz vor dem Start wurde verhandelt - doch die Jury kannte kein Pardon. Für den Weltmeister gab es kein Zurück ins Peloton der Tour.

Nicht nach Planche des Belles Filles, dem Zielort, sondern in die Wahlheimat Monaco ging für den Slowaken am Mittwoch die Reise. «Ich bin gegen die Entscheidung der Jury, aber ich akzeptiere sie», sagte Sagan, der in Vittel durch seinen Ellenbogen-Check einen folgenschweren Sturz ausgelöst hatte. Ex-Weltmeister Mark Cavendish fiel mit einem Bruch des rechten Schulterblatts aus.


(L'essentiel/dpa)

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