Dr Sex

13. Juni 2018 09:35; Akt: 13.06.2018 09:37 Print

«Ich möchte Sex, bin aber zu kaputt dafür!»

Für Sabine wird es immer schwieriger Familien-Leben und Sex-Leben auszugleichen, am Ende des Tages ist sie einfach zu müde. Wie kann sie dagegen ankämpfen?

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Frage von Sabine (25) an Dr Sex:

Ich (25) bin mit meinem Mann seit sechs Jahren verheiratet. Wir wollten früh eine Familie gründen und haben daher auch bereits zwei Kinder. Was die Beziehung angeht, läuft es bei uns sehr gut und wir haben einen harmonischen Tagesablauf. Hin und wieder kommt es zwar zu Streit, aber er legt sich auch schnell wieder.

Aber im Bett läuft es nicht so wie wir es möchten. Abends, wenn die Kinder schlafen, bin ich in der Regel zu müde und habe keine Lust mehr auf Nähe, so dass ich meinen Mann oft zurückweise. Wir sind beide frustriert deswegen – er, weil er nicht bekommt, was er will und ich, weil ich zwar Sex möchte, aber zu kaputt bin dafür.

Wenn es dann mal klappt und wir beide einigermassen bei der Sache sind, haben wir nämlich guten und für mich auch sehr befriedigenden Sex. So kann es einfach nicht mehr weitergehen. Was können wir in Zukunft tun, um aus dieser Spirale herauszukommen und wieder regelmässig Sex haben?

Antwort von Dr Sex:

Liebe Sabine

Je näher sich Menschen kommen und je intensiver sie sich miteinander verbinden, desto gleichförmiger und dadurch auch emotionsloser wird der Beziehungsalltag. Intensive Nähe im Alltag und prickelnde Leidenschaft schliessen sich gegenseitig aus und dies hat zwangsläufig auch Auswirkungen auf die Erotik.

Sex lebt bis zu einem gewissen Grad vom Unbekannten und von der Lust, dieses zu erforschen. Mit der Zeit ist in einer Beziehung aber kaum noch etwas unentdeckt am Gegenüber. Zwar weiss man dann, wie man sich gegenseitig Vergnügen bereiten kann. Jedoch bleiben die Leidenschaft und das Prickeln auf der Strecke.

Bei Paaren mit Kindern kommt dann auch noch die umfangreiche Mehrfachbelastung mit Haushalt, Erziehung und häufig Stress im Job hinzu. Auch diese stetige Verfügbarkeit auf verschiedensten Ebenen und die intensive emotionale Nähe, die mit dem Versorgen von Kindern einhergeht wirkt sich negativ auf das partnerschaftliche Sexualleben aus.

Du scheinst geistig, emotional und körperlich total besetzt zu sein und den Kopf nicht mehr frei zu kriegen für die Partnerschaft, die ja ebenfalls Aufmerksamkeit fordert. Versuche daher als erstes im Gespräch mit deinem Partner herausfinden, wie deine Belastungen – auch mit seiner Unterstützung –reduziert werden können, so dass du mehr freie Zeit für dich hast.

Zudem solltet ihr unbedingt damit beginnen, Zeitfenster für euch als Paar zu reservieren – sowohl unter der Woche als auch an den Wochenenden. Achtet darauf, dann etwas zu unternehmen, was euch beiden Freude bereitet aber nicht gleich wieder total anstrengt. Und räumt auch dem körperlichen Zusammensein genügend Zeit ein.

Damit meine ich nicht in erster Linie, dass ihr Sex haben sollt – der wird sein oder auch nicht. Sondern dass ihr euch einfach ziel- und absichtslose körperlich nahe sein sollt. Ich höre oft von Paaren, dass dies weitaus befriedigender und vor allem auch entspannender ist, als sich auch noch im Bett leistungs- und ergebnisorientiert abzumühen. Alles Gute!

Deine Frage an Doktor Sex: dr.sex@lessentiel.lu

(L'essentiel/wer)

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