Eklat bei Foxconn

11. Januar 2012 18:27; Akt: 11.01.2012 18:43 Print

Angestellte drohen mit Massen-SuizidAngestellte drohen mit Massen-Suizid

Schäbige Löhne für schicke Produkte: Weil sich 300 Angestellte des chinesischen Apple-Zulieferers Foxconn ungerecht behandelt fühlten, drohten sie, kollektiv von einem Fabrikdach in den Tod zu springen.

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Im vergangenen Mai protestierten Foxconn-Sympathisanten vor einem Geschäft eines Apple Premium Resellers in Hongkong. (Bild: AFP)

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Der chinesische Computerzulieferer Foxconn kommt aus den Negativ-Schlagzeilen nicht raus: Vor gut einer Woche kam es auf dem Firmengelände in Wuhan zum Eklat, nachdem die Mitarbeiter eine Lohnerhöhung gefordert hatten, berichtet das IT-Newsportal zdnet.com.

Mit ihrer Forderung stiessen sie bei der Geschäftsleitung auf taube Ohren. Sie stellte die Fabrikarbeiter vor die Wahl, bei gleichem Lohn weiter zu arbeiten oder zu kündigen. Allen, die sich für die zweite Option entschieden, wurde eine Abgangsentschädigung in Aussicht gestellt.

Doch keine Entschädigung

In der Folge entschlossen sich viele, das Unternehmen zu verlassen. Von der in Aussicht gestellten Entschädigung wollte die Chefetage aber plötzlich nichts mehr wissen.

Aus Protest versammelten sich am 2. Januar rund 300 Foxconn-Angestellte auf einem Fabrikdach und drohten, gemeinsam Suizid zu begehen. Die Produktion musste vorübergehend gestoppt und der Bürgermeister aufgeboten werden. Ihm gelang es am darauffolgenden Tag um 21 Uhr, die aufgebrachte Menge von ihrem Vorhaben abzubringen.

2010 wurden die Gehälter erhöht

Im Mai 2010 hatte Foxconn sechs Busladungen Journalisten durch sein riesiges Werksgelände in Shenzen karren lassen. Bei der Besichtigung bemühte sich der medienscheue Firmenchef Terry Gou persönlich, den Verdacht, dass die miserablen Arbeitsbedingungen seine Angestellten in den Tod trieben, zu entkräften. Wenige Stunden darauf sprang auch schon der nächste.

Als Gegenmassnahme hatte Foxconn seinen Mitarbeitern eine Gehaltserhöhung von 20 Prozent in Aussicht gestellt. Das monatliche Grundgehalt in den chinesischen Fabriken von Foxconn, dem weltgrössten Hersteller von Elektronikteilen, lag damals bei rund 900 Yuan (rund 130 Franken). Im Mai 2011 hatte eine Explosion im Foxconn-Werk das Leben von drei Mitarbeitern gefordert.

Aufmarsch der Roboter

Terry Gou sagte im vergangenen August gegenüber «China Business News», dass in den nächsten drei Jahren die Anzahl Roboter von 10 000 auf eine Million erhöht werden soll. Die Absicht dahinter ist klar: Roboter sind einfacher zu führen und langfristig rentabler.

L'essentiel Obnline / (mbu)

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