Das Favoritenduell

15. Juni 2018 09:33; Akt: 15.06.2018 10:38 Print

Diese Tormaschinen laufen noch nicht rund

Was Sie vor dem zweiten WM-Spieltag wissen müssen – wir haben in den Statistiken gewühlt.

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13 WM-Spiele, drei Tore. Kann Cristiano Ronaldo zulegen?

Zum Thema

Am Freitag geht die Weltmeisterschaft so richtig los. Nachdem das Spieleraufgebot des Eröffnungsspiels eher bescheiden war, gibt es heute Spieler wie Cristiano Ronaldo und Andrés Iniesta zu bestaunen, wenn Portugal und Spanien aufeinandertreffen. Dazu Uruguay gegen Ägypten und Iran gegen Marokko. Was es dabei zu beachten gilt, und welche Statistiken überraschen, das sehen Sie hier.

Mohamed Salah – Spielt er oder spielt er nicht?

Mohamed Salah ist in Ägypten so etwas wie ein Heiligtum. Und wehe, man besudelt es! Dann läuft ein Land Sturm, dann wird einem mit Klagen gedroht, dann ist man Staatsfeind. Der Spanier Sergio Ramos weiß das, hat er doch Salah im Finale der Champions League so gelegt, dass sich dieser an der Schulter verletzte und sein Einsatz lange fraglich war. Seither vergeht kein Tag ohne Meldung über den Star des FC Liverpool. Ein Anwalt will Ramos verklagen, Salah spielt nicht, Salah posiert mit einem tschetschenischen Autokraten, Salah spielt doch. Viel schlauer sind wir im Moment noch nicht. Am Mittwoch verbreitete der Trainer Héctor Cúper Zuversicht: «Wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, wird er spielen.»

Das Foul, das Ägypten Sorgen bereitete. Video: SRF

Die Torgaranten – Oder doch nicht?

Apropos Mohamed Salah. Mit ihm, Cristiano Ronaldo, Edinson Cavani und Luis Suarez greifen vier der besten zehn Torschützen Europas der vergangenen Saison bereits am zweiten Spieltag ins Geschehen ein. So sehr die vier Stürmer bei ihren Vereinen für die personifizierte Torgefahr stehen, so bescheiden waren sie bisher an Weltmeisterschaften unterwegs. Salah, Ronaldo, Cavani und Suarez erzielten in ihren Clubs insgesamt 101 Ligatore. Die WM-Ausbeute: zehn Tore, erzielt in 31 Spielen. Zum Vergleich: WM-Topscorer Miroslav Klose kommt auf 16 Tore in 24 Partien. Zeit also für die vier, aufzuholen.

Bei Real eine Garantie für Tore, an Weltmeisterschaften bisher weniger: Cristiano Ronaldo

Ramos vs. Ronaldo – Wenn sich zwei Alphatiere treffen

Und auch Sergio Ramos kommt nochmals zum Zug: Dieser ist berühmt-berüchtigt, gefühlt jeder Stürmer in Europa hat sich schon mal mit ihm gestritten. Der spanische Innenverteidiger scheut keinen Zweikampf und keine Diskussion und ist stets der erste, der sich in die Rudelbildungen auf dem Platz stürzt. Das wird er als Kapitän auch gegen Portugal tun. Und dabei zwangsläufig auf einen anderen Kapitän treffen: Cristiano Ronaldo. Wie weit wird Ramos gehen? Wird er sich zurückhalten, wenn der Gegner der Superstar seines Teams ist? Wohl kaum, alles für den Sieg, Real Madrid kann warten. Aber Ronaldo kann beruhigt sein, im Notfall ist ja Bösewicht Pepe da, derihn sicher gerne tatkräftig unterstützt.

Portugal – Das Land der Trainer

Sechs Mannschaften stehen am Freitag also im Einsatz. Auf einen Trainer aus den eigenen Gefilden vertrauen nur deren drei: Portugal, Spanien und Uruguay. Die anderen drei Mannschaften versuchen ihr Glück mit einem Europäer. So kommt es, dass am zweiten WM-Spieltag bei jedem Spiel ein portugiesischer Trainer an der Seitenlinie steht. Fernando Santos bei Portugal, Héctor Cúper bei Ägypten und Carlos Queiroz beim Iran. Portugal ist dennoch nicht Spitzenreiter. An der WM stehen vier argentinische Trainer im Einsatz: Jorge Sampaoli (Argentinien), Juan Antonio Pizzi (Saudi-Arabien), Ricardo Gareca (Peru) und José Pekerman (Kolumbien)

66 WM-Spiele – Die alten Hasen aus Uruguay

Für die Spieler aus Ägypten und Marokko ist die Weltmeisterschaft komplettes Neuland. Noch kein Akteur der beiden Mannschaften stand je an einer WM-Endrunde im Einsatz. Anders sieht es bei den vier Teams aus, die neben den beiden nordafrikanischen Ländern am Freitag in die WM starten. Spitzenreiter ist dabei Uruguay. Die Südamerikaner weisen zusammen schon 66 WM-Einsätze auf (daraus neun Tore). Es folgen Spanien mit 52 (zwei Tore) und Portugal mit 32 (drei Tore). Der Iran kommt immerhin auf 20 Einsätze und ein Tor. Die zwei spanischen Tore wurden übrigens beide von Andrés Iniesta erzielt, die drei portugiesischen von Cristiano Ronaldo.

Iran vs. Marokko – Duell der Chancenlosen

In kaum einer Gruppe sind die Rollen so klar verteilt, wie in der Gruppe B. Spanien, Portugal, Iran, Marokko – Für die zwei iberischen Mannschaften käme ein Ausscheiden einer Blamage gleich, schließlich gewannen sie die drei letzten Europameisterschaften. Iran und Marokko bleiben da wohl nur die Zuschauerrollen. Die Vergangenheit spricht für die Afrikaner. Beide Teams nahmen schon an vier Weltmeisterschaften teil, Marokko schaffte es einmal ins Achtelfinale und holte total elf Punkte. Und der Iran? Er holte seinen einzigen Sieg an einer WM 1998 gegen die USA. Und gewann danach dank seinem vorbildlichen Verhalten trotz des andauernden Konflikts zwischen den beiden Nationen den Fifa-Fairplaypreis.

Ergebnisse & Statistiken

(L'essentiel/mro)

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