Airtech in Differdingen

02. Juli 2020 08:00; Akt: 02.07.2020 08:07 Print

Angst vor Entlassungen bei Airbus-​​Zulieferer

DIFFERDINGEN – Die Beschäftigten von Airtech Europe fürchten nach ersten Entlassungen aufgrund der Corona-Krise einen «getarnten Entlassungsplan».

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Airbus ist der größte Kunde bei Airtech Europe und hat gerade erst angekündigt, 15.000 Mitarbeiter zu entlassen.

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Sechs Mitarbeiter von Airtech Europe mit Sitz in Differdingen im Industriegebiet Haneboesch wurden nur kurz nach Wiederaufnahme ihrer Arbeit nach dem Corona-Lockdown entlassen. Das auf die Herstellung von Kunststofffolien spezialisierte Unternehmen bestätigte dies. Airbus ist der größte Kunde der europäischen Tochtergesellschaft dieses eigentlich in Florida ansässigen Familienunternehmens, das seit fast 30 Jahren auch in Luxemburg produziert. Da der Flugzeughersteller am Dienstag den Verlust von 15.000 Arbeitsplätzen im Zusammenhang mit der Corona-Krise angekündigt hatte, besteht kein Zweifel an weiteren Auswirkungen auf den Luxemburger Subunternehmer, der insgesamt 190 Mitarbeiter beschäftigt.

«Wir haben eigentlich mit einem guten Jahr gerechnet, aber das Coronavirus hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht», erklärt Generaldirektor Carl Christiaens gegenüber L'essentiel. «Deshalb war es notwendig, eine ganze Produktionsabteilung neu zu organisieren. Wir konnten nicht mehr so funktionieren wie vor der Krise.» Wie es weitergeht, steht derzeit noch in den Sternen. «Es wurde keine Entscheidung getroffen, aber es wurde auch nichts ausgeschlossen. Wir brauchen jetzt weitere Anhaltspunkte, um zu entscheiden, und alles wird von der Entwicklung des Auftragsbuchs abhängen», erklärt Christiaens.

« Wir fürchten, dass es noch weiter geht »

Auf Arbeitnehmerseite greift die Angst vor Entlassungen um sich, einige sprechen bereits von «einem getarnten Entlassungsplan». «Bei den meisten Entlassenen handelt es sich um junge Mitarbeiter, die seit weniger als fünf Jahren im Unternehmen tätig sind, so dass die Zahlung von Abfindungen vermieden werden kann. In den anderen Abteilungen haben sie noch nicht die Runde gemacht, aber wir fürchten, dass es noch weiter geht», so ein Mitarbeiter.

Obwohl das Industrieunternehmen während des Lockdowns weiter produzierte, musste Airtech ab Juni auf Kurzarbeit zurückgreifen, um wirtschaftliche Schwierigkeiten zu überwinden. «Wir wissen, dass die Wirtschaftskrise global ist, aber wir sind ein zuverlässiges Unternehmen, das nicht in Not ist», schließt der Generaldirektor.

(Thomas Holzer/L'essentiel)

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