Joghurthersteller

22. September 2020 13:16; Akt: 22.09.2020 16:33 Print

Fage gibt seine Baupläne in Luxemburg auf

BETTEMBURG/DÜDELINGEN – Nach vier Jahren der Planung will sich das griechische Unternehmen nun doch nicht im Süden Luxemburgs niederlassen.

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Der Joghurthersteller Fage wollte sich im Industriegebiet Wolser niederlassen. (Bild: Editpress/Tania Feller)

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Kehrtwende im Fall Fage: Wie das Wirtschaftsministerium auf Anfrage mitteilte, will der Joghurthersteller aus Griechenland nun doch keine Fabrik im Industriegebiet Wolser zwischen Bettemburg und Düdelingen bauen. Zuvor hatte RTL über den Rückzug berichtet. Die Verantwortlichen des Konzerns hatten dem Ministerium ihre Entscheidung am 17. September mitgeteilt. Die Niederlassung befand sich seit vier Jahren in Planung. Es sollten 280 Millionen Euro in den Standort investiert und 300 neue Arbeitsplätz geschaffen werden. Wirtschaftsminister Franz Fayot (LSAP) bedauert diese Entwicklung: «Diese Niederlassung hätte zur Entwicklung des regionalen Wirtschaftsgefüges beigetragen, das unter der gegenwärtigen Krise leidet.»

Das Projekt wurde zum Zankapfel innerhalb der Koalitionsparteien: Déi Gréng lehnten den Bau aus ökologischen Gründen ab, während ihn die LSAP aus wirtschaftlichen Gründen befürwortete. Nun sind die Verhandlungen zwischen Fage und dem Wirtschaftsministerium gescheitert. Der Konzern war es leid geworden auf grünes Licht aus der Politik zu warten und zog selbst die Reißleine.

Düdelingen braucht nun ein neues Projekt

Insbesondere stand die Niederlassung wegen ihres großen Trinkwasserverbrauchs in der Kritik: Zur Herstellung von 80.000 Tonnen Joghurt hätte sie soviel Wasser benötigt, wie 23.000 Menschen pro Tag. Der Joghurthersteller hatte bereits 2016 für 30 Millionen Euro 15 Hektar Land erworben, um sein Werk zu errichten. Fage wird das Bauland nun zum selben Preis an den Staat zurück verkaufen.

Düdelingens Bürgermeister Dan Biancalana hofft, «dass sich der Staat nun um die Ansiedlung eines anderen Unternehmens bemüht. Der Industriestandort Düdelingen braucht ein neues Projekt dieser Größenordnung» Seine Gemeinde habe den Fage-Plänen stets positiv gegenüber gestanden, «auch wenn einige Dinge verbesserungswürdig waren», wie er im Gespräch mit L'essentiel sagte.

«Wir hoffe, dass daraus Lehren gezogen werden»

Fayot erklärte, dass das Ministerium weiterhin Industrie nach Luxemburg holen wolle: «Wir können nicht nur Finanzplatz sein und bemühen uns darum, dass das Land im Industriegebiet Wolser bebaut wird. In zwei Tagen konnten wir nicht nicht für Ersatz sorgen.»

Auf Bettemburger Seite ist man nicht sonderlich enttäuscht über die Absage. «Wir nehmen das zur Kenntnis», sagt der Bürgermeister Laurent Zeimet (CSV). Die Gemeinde hatte dem Bauvorhaben der Firma ohnehin kritisch gegenüber gestanden. «Wir hoffen, dass aus diesem Fall Lehren gezogen werden und künftig zunächst alle Aspekte genau unter die Lupe genommen werden, einschließlich der Nachhaltigkeit.»

(jw/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Keinstein am 22.09.2020 14:47 Report Diesen Beitrag melden

    daat as eng gut Noricht.Un deem Projekt war villes faul.Wasser fir op Dideleng kent aus dem Zentrum.An da wär do mol de Krun gedrosselt gin.Die Arbichtsplaazen wären der och nemmen 100 gin,dovun 95 aus dem Ausland,an 5 vun hei am Verwaltungsroot.Elo mol nit kräischen, virwaat muss alles am Süden sin,die aner Gemengen am Land hun och keng Industrien.

    einklappen einklappen
  • Cassandra am 22.09.2020 16:14 Report Diesen Beitrag melden

    Wat sou eng Plainte beim Procureur wéinst fiktiven Consultantsfirmen dach awer kennen ausmachen!

  • Norb am 22.09.2020 14:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    No laanger Zäit endlech emol eng gutt Nouvelle.

Die neusten Leser-Kommentare

  • für nachhaltiggrüne Sorglosigkeit am 25.09.2020 08:30 Report Diesen Beitrag melden

    da der griechische Joghurt jetzt gegessen ist, können wir anfangen mit dem legalen Cannabisanbau für Nachhaltigkeit u grüne gesunde Oekosuppe! ... dann wird auch weniger krebserregender Tabak geraucht u wir können wieder gut schlafen ... wetten?! ...

  • Ech@Norb am 23.09.2020 08:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wann dat doten gutt Nouvellen sin wees ech net wat den eischten 2ten Weltrkrich fir Iech war?

  • Ech am 23.09.2020 08:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dei Greng maan ons arm, Arbed as an 5 Joer zou Guardian och, awer keng nei Aarbechtsplaatzen schaafen, wann dei nach eng Period do sin dann, Gnade dir Gott Letzebuerg. Dat selwecht mat den Eoliennen dei ze no bei Wunngebidder oder zukünftegen Wunngebidder gebaut gin. Gesondheet vun deenen Leit (och Kanner) schengt de Greengen egal ze sin.

  • H.Odenzak am 23.09.2020 08:10 Report Diesen Beitrag melden

    Fage weg? Nicht schlimm! Und nur so nebenbei, wäre dies doch ein schönes Feld um Cannabis anzupflanzen... Damit werden wir mehr Geld verdienen, und sparen, da nicht mehr importiert werden müsste... Und schon ist jeder zufrieden, oder? Das würde ich Nation-branding nennen!

  • Norb am 22.09.2020 17:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dat ass dach gutt, da verbrauchen se deenen hiert Wasser an ee Luxo hät hei zu Lëtzebuerg s.w.s kee geschafft an der Fabrik.