Steuerhinterziehung

22. Oktober 2020 14:54; Akt: 22.10.2020 15:59 Print

Luxemburg analysiert die «Panama Papers»

LUXEMBURG – Die luxemburgische Steuerverwaltung prüft derzeit Daten aus dem Leak der panamaischen Kanzlei Mossack-Fonseca, die eine Verbindung zum Großherzogtum ausweisen.

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Laut Finanzminister Pierre Gramegna hat Deutschland kürzlich Daten mit Luxemburg geteilt. (Bild: AFP/Hannibal Hanschke)

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Die luxemburgische Steuerverwaltung überprüft seit September Daten aus den sogenannten «Panama Papers», die eine Verbindung ins Großherzogtum andeuten. Das geht aus einer Antwort von Finanzminister Pierre Gramegna (DP) auf die parlamentarische Anfrage des LSAP-Abgeordneten Mars di Bartolomeo hervor. Demnach haben die deutschen Behörden am 2. September 2020 in einem spontanen Austausch eine größere Datenmenge mit den Luxemburger Kollegen ausgetauscht. Diese stammen aus denen als «Panama Papers» bekannten Sammelsurium, die durch ein Datenleak der panamaischen Wirtschaftskanzlei Mossack-Fonseca öffentlich wurden.

Die von Deutschland gesendeten Dokumente bestehen laut Finanzministerium aus E-Mails, Gründungsurkunden von Offshore-Gesellschaften, Treuhandverträgen, Gesellschafterbeschlüssen und Passkopien. Sie werden derzeit von der Steuerverwaltung im Hinblick auf mögliche Steuerhinterziehung zu Lasten des Großherzogtums analysiert.

Internationale Haftbefehle erlassen

Der Skandal um die «Panama Papers» hat in 22 Ländern auf der ganzen Welt für Furore gesorgt. 2016 wurden einem internationalen Konsortium aus Enthüllungsjournalisten die Daten aus Panama zugespielt. Die Veröffentlichung der Recherche alarmierte Finanzbehörden auf der ganzen Welt. Ein riesiges System der Steuerhinterziehung wurde aufgedeckt und die Behörden forderten einiger der verschwundenen Millionen zurück. Die deutsche Steuerverwaltung hat am Dienstag einen internationalen Haftbefehl gegen die beiden Gründer der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca erlassen.

Die Kanzlei wurde in den 80er-Jahren vom deutschstämmigen Jürgen Mossack und Ramón Fonseca gegründet. Die deutschen Fahnder werfen den beiden panamaischen Staatsbürgern Beihilfe zur Steuerhinterziehung und die Bildung einer kriminellen Vereinigung vor. Eine Auslieferung aus Panama ist allerdings unwahrscheinlich, da das Land seine Bürger grundsätzlich nicht ausliefert.

Die luxemburgische Aufsichtskommission für den Finanzsektor (CSSF) hat im Dezember 2017 nach einer eigenen Untersuchung Geldbußen verhängt. Neun Finanzinstitute mit Sitz in Luxemburg mussten Strafen in einer Gesamthöhe von 2 Millionen Euro verhängen. Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung wurden in Deutschland seit Bekanntwerden des Skandals 2000 Verfahren wegen Steuerhinterziehung eingeleitet. In den USA wurden ein Vermögensverwalter und ein Kunde der Kanzlei zu Haftstrafen verurteilt.

(mc/hoc/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • jeanpaul am 22.10.2020 18:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ergänzend wär ze erwähnen, dass d'Madame Daphne Caruana Galizia, d'Reporterin dei daat ganzt veröffentlescht huet, 2017 ermordt gin ass.

Die neusten Leser-Kommentare

  • jeanpaul am 22.10.2020 18:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ergänzend wär ze erwähnen, dass d'Madame Daphne Caruana Galizia, d'Reporterin dei daat ganzt veröffentlescht huet, 2017 ermordt gin ass.