OpenLux-Affäre

11. Februar 2021 14:44; Akt: 11.02.2021 15:22 Print

Luxusgigant zahlte Gehälter über Firma in Luxemburg

LUXEMBURG – Unter dem Dach von Kering sind Marken wie Gucci und Yves Saint Laurent vereint. Luxemburg spielte vor allem bei der Bezahlung von Führungskräften eine Rolle.

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Die OpenLux-Affäre belastet auch Luxusfirmen wie Kering. (Bild: AFP)

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Der Luxusgigant Kering, dem die Marken Gucci, Balenciaga und Yves Saint Laurent gehören, soll jahrelang Finanztöchter in Luxemburg genutzt haben, um «Offshore-Vergütungen» an einige seiner Führungskräfte zu zahlen, berichtete die Tageszeitung Le Monde am Donnerstag. Mehrere Zeitungen – unter anderem auch Le Monde – hatten die OpenLux-Recherche zusammen durchgeführt, um die Steuer-Problematik im Großherzogtum genauer zu durchleuchten. Dabei sei auch herausgekommen, dass Kering ein «Offshore-Vergütungssystem» eingerichtet habe, um «seinen Managern über eine luxemburgische Firma namens Castera Gehälter in Höhe von mehreren zehn Millionen Euro zu zahlen».

Die Website Mediapart hatte bereits 2018 detailliert beschrieben, wie Kering «einen Teil der Gehälter von Gucci-Chef Marco Bizzarri» über diese im Jahr 2000 gegründete Firma gezahlt hat, «um einen großen Teil der Sozialabgaben zu sparen, die er in Italien gezahlt hätte». Kering «hat gegenüber Le Monde eingeräumt, dass 'mehrere' andere Manager der prestigeträchtigen Unternehmen der Gruppe von dieser luxemburgischen Firma angestellt und bezahlt wurden, die sie nie betreten haben», heißt es in dem Artikel.

78 Millionen Euro an Gehältern liefen über Luxemburg

Castera hätte «im Jahr 2018 insgesamt 78 Millionen Euro an Gehältern an diese mysteriösen Begünstigten gezahlt». Kering sagte der Zeitung, «dass weder der CEO, François-Henri Pinault, noch seine rechte Hand, Jean-François Palus, betroffen sind». Gegenüber der AFP sagte Kering, dass die «Präsenz von Tochtergesellschaften in Luxemburg normal» sei für eine «internationale Gruppe, die in mehr als 60 Ländern präsent ist. Die Aktivität dieser Unternehmen, deren Anzahl sehr begrenzt ist und deren Existenz an historische Gründe gebunden ist, ist vollkommen legitim und legal.»

Laut Le Monde wurde dieses «Offshore-Vergütungssystem» im März 2019 von Kering aufgegeben, weil «die meisten Vermögenswerte von Luxemburg in die Niederlande verlagert wurden». Nachdem Kering 2019 in Italien wegen Steuerbetrugs zu einer Rekordstrafe von 1,25 Milliarden Euro verurteilt wurde, ist das Unternehmen seit Februar 2019 in Frankreich im Visier von Ermittlungen der nationalen Finanzstaatsanwaltschaft wegen «schwerer Steuerhinterziehung». Laut Le Monde fordern die Steuerbehörden «150 Millionen Euro im Rahmen einer Steuer-Neuveranlagung bei der französischen Tochter Yves Saint Laurent».

(L'essentiel/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pacman am 12.02.2021 09:37 Report Diesen Beitrag melden

    Majo sie maan alles dass hier grouss Betrieber hier Laenner verloossen... Loost se dach all bessen tricksen an behalt dofir dei ganz aaner Chargen an Arbeschtplaatzen. Mais nee... Besser sie wanderen all an Holland oder soss irgendwou hin. Am Sozialneid doran an F IT D an B immens stark. Leiwer Land zu Grond rieschten wei sou eppes tolereieren.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pacman am 12.02.2021 09:37 Report Diesen Beitrag melden

    Majo sie maan alles dass hier grouss Betrieber hier Laenner verloossen... Loost se dach all bessen tricksen an behalt dofir dei ganz aaner Chargen an Arbeschtplaatzen. Mais nee... Besser sie wanderen all an Holland oder soss irgendwou hin. Am Sozialneid doran an F IT D an B immens stark. Leiwer Land zu Grond rieschten wei sou eppes tolereieren.