Verbraucherpreise

18. Januar 2021 16:45; Akt: 18.01.2021 18:04 Print

Wohnungspreise sollen sich im Index spiegeln

LUXEMBURG – Der Wirtschafts- und Sozialrat (CES) hat sich dafür ausgesprochen, auch die Kosten für Wohneigentum in die Gewichtung des Index aufzunehmen.

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Die Gewohnheiten der Verbraucher beeinflussen die Gewichtung des Index. (Bild: AFP)

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Der Wirtschafts- und Sozialrat («Conseil économique et social», CES) hat mitgeteilt, dass man keine «besonderen Anmerkungen» zu den Statec-Vorschlägen betreffend der Veränderung der Gewichtung des Verbraucherpreisindexes habe. Der Rat sprach sich jedoch erneut dafür aus, neben den Mietpreisen auch die Kaufpreise für Eigentumswohnungen in den Index aufzunehmen. Nach Ansicht des CES verzerre die aktuelle Praxis die Realität im Land.

Die letzte Volkszählung aus dem Jahr 2011 habe gezeigt, dass 71,7 Prozent der Haushalte im Eigentum leben würden. Der von Eurostat seit 2016 veröffentlichte Wohnkostenindex zeige eine jährliche Steigerung von durchschnittlich 4,1 Prozent für das Großherzogtum in den Jahren 2011 bis 2018. Im gleichen Zeitraum ist der Verbraucherpreisindex im Land jährlich um rund 1,5 Prozent gestiegen.

Derzeit mache «Wohnen, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe» nur einen Anteil von 17,4 Prozent des gesamten Warenkorbes aus. Würde man dagegen die Kosten für Wohneigentum einbeziehen, dann stiege 2021 der Anteil auf 36,1 Prozent. Die Immobilienpreise würden sich dann stärker auf die Inflationsrate auswirken und der Index könnte so schneller fällig werden. Die EU-Kommission arbeite schon länger an der Integration dieser Kosten. Bislang ist es allerdings noch nicht gelungen, einen Mechanismus zu finden, der die Gesamtbilanz des von Eurostat berechneten harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) nicht stört.

Corona überschatten Anpassungen

Jedes Jahr machen die Statistiker des Statec Empfehlungen für Gewichtung einzelner Positionen innerhalb des Warenkorbs, auf dessen Grundlage der Verbraucherpreisindex ermittelt wird. Die Vorschläge basieren in der Regel auf den Vorjahresdaten. Wegen der Corona-Pandemie hat der Statec allerdings angekündigt, dass zunächst eine vorläufige Beurteilung nur auf Grundlage des dritten und vierten Quartals 2019 sowie der ersten beiden Quartale 2020 erfolge. Für die endgültige Beurteilung werde man dann auf das vierte Quartal 2019 sowie die Quartale eins bis drei des vergangenen Jahres zurückgreifen.

In sechs Bereichen wurde die Gewichtung im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke haben mit 12,7 Prozentpunkten besonders an Gewicht gewonnen, was mit dem Lockdown und der damit verbundenen Schließung der Restaurants zusammenhänge. Auch die wachsende Zahl an Mitarbeitern im Homeoffice habe zu dem Ergebnis beigetragen. Der Bereich Wohnen und Nebenkosten folgt auf Platz zwei mit einem Plus von 10,6 Prozentpunkten. Dagegen seien die allgemeinen Haushaltsausgaben gesunken. Die Mieten als nicht beeinflussbare Ausgabe haben logischerweise an Gewicht gewonnen.

«Sonstige Waren und Dienstleistungen» (+8,1 Punkte), Gesundheit (+4,1 Punkte), «Alkohol und Tabak» (+2,2 Punkte) und «Möbel, Hausrat und laufende Haushaltsführung» (+1,3) folgen auf den Plätzen. Dagegen sind die Transportausgaben um 12,2 Punkte weniger gewichtet worden. Auch bei den Ausgaben für Hotels, Restaurants und Cafés ist ein Rückgang in der Gewichtung um -8,2 Punkte zu verzeichnen. «Kleidung und Schuhe»(-5,3), «Freizeit und Kultur » (-4,4), Bildung(-1) und Kommunikation(-0,7) sind ebenfalls in der Gewichtung gesunken.

(mc/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • jeanpaul am 18.01.2021 19:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bezahlbaren wohnen interessiert in luxemburg nicht, privatangestellte können ja im ausland wohnen, mehr platz für reiche ausländer. man vergleiche nur den mindestlohn mit der durchschnittsmiete...

  • edsi6 am 18.01.2021 20:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Den Index ass eng mak, ulc hat moll fäerdeg bruecht Waschmaschinen an den Index se greien den Witz all 20 bis 30 Joer kaffen Leit eng Maschinn An CSV huet zwou index Tranchen nett den Leit bezuelt sin 5 % an keng Regierung gëtt den Leit moll eng index trange zeréck An méi schlëmm Vun krechter un bis elio ass heizen 10 Cents méi déi er ginn, an wou ass den index Hallt opindex se schwetzen en gëtt schons lang net méi bezuelt wéi et datt misst sin. Fréier waren index Tranchen allt moll 7% an do waer Problemer mam stohlkonzern an wéi en Wonner et huet fonctionnéiert llll

  • jimbo am 18.01.2021 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geet dann den Index all Mount all dLuucht oder wei?

Die neusten Leser-Kommentare

  • edsi6 am 18.01.2021 20:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Den Index ass eng mak, ulc hat moll fäerdeg bruecht Waschmaschinen an den Index se greien den Witz all 20 bis 30 Joer kaffen Leit eng Maschinn An CSV huet zwou index Tranchen nett den Leit bezuelt sin 5 % an keng Regierung gëtt den Leit moll eng index trange zeréck An méi schlëmm Vun krechter un bis elio ass heizen 10 Cents méi déi er ginn, an wou ass den index Hallt opindex se schwetzen en gëtt schons lang net méi bezuelt wéi et datt misst sin. Fréier waren index Tranchen allt moll 7% an do waer Problemer mam stohlkonzern an wéi en Wonner et huet fonctionnéiert llll

  • jeanpaul am 18.01.2021 19:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bezahlbaren wohnen interessiert in luxemburg nicht, privatangestellte können ja im ausland wohnen, mehr platz für reiche ausländer. man vergleiche nur den mindestlohn mit der durchschnittsmiete...

  • jimbo am 18.01.2021 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geet dann den Index all Mount all dLuucht oder wei?