Neue Geheimpapiere

06. November 2017 14:37; Akt: 07.11.2017 18:03 Print

Das müssen Sie über die Paradise Papers wissen

Große Aufregung um die Paradise Papers – und Sie verstehen nur Bahnhof? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

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Was sind die Paradise Papers überhaupt?

Es handelt sich um eine neue Veröffentlichung zu Daten über Briefkastenfirmen und andere brisante Geschäftskontakte hochrangiger Persönlichkeiten. Konkret zeigen die Geheimpapiere etwa, wie Superreiche und Konzerne in Steueroasen aktiv sind.

Das kommt mir irgendwie bekannt vor ...

Es ist nicht das erste Mal, dass derartige Datenlücken heikle Geschäftsaktivitäten von bekannten Personen an die Öffentlichkeit bringen. Im letzten Fall ging es um die Panama Papers, die im Frühling 2016 veröffentlicht wurden. Sie zeigten, dass zahlreiche Politiker, Sportler und andere Prominente Vermögen in Offshore-Firmen hielten.

Welche Promis haben denn Dreck am Stecken?

In den Dokumenten aus Steuerparadiesen weltweit tauchen die Namen von mehr als 120 Politikern aus fast 50 Ländern auf. Dazu kommen Unternehmer und Sportler. Zu den bekannten Namen gehören etwa die britische Königin Elizabeth II, der U2-Frontmann Bono oder der frühere deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder. Auch die Namen von 14 Beratern, Spendern und Kabinettsmitgliedern von US-Präsident Donald Trump tauchen in den Dokumenten auf. Zu den bekannten Firmen, die in Offshore-Geschäfte verwickelt sein sollen, gehören etwa Nike, Apple, Facebook und Uber.

Wer hat denn geholfen, das ganze Geld zu verstecken?

Im Zentrum der Paradise Papers steht die Firma Appleby auf den Bermudas. Die Anwaltskanzlei hatte vor wenigen Tagen eingeräumt, dass möglicherweise illegal Datenmaterial an Journalisten gelangt sei. Die Firma betont, auf legale Offshore-Praktiken zu setzen und im Einklang mit den Gesetzen zu handeln. Appleby wirbt auf ihrer Homepage damit, dass sie eine Kombination von «Einfallsreichtum und Talent» aus den bedeutendsten Offshore-Finanzzentren repräsentiere.

Gibt's auch Namen aus Luxemburg

In dem Leck sind bislang keine Bezüge zu Luxemburg erkennbar. Die Datenbank auf der Website offshoreleaks.icij.org spuckt nur eine einzige Adresse einer Holding in Luxemburg aus. Die Treuhandfirma Estera, die sich 2016 von Appleby abgespaltet hatte und im Mittelpunkt der Paradise Papers steht, verfügt jedoch auch über eine Niederlassung im Großherzogtum.

Wie sind die ganzen Geheimdaten überhaupt an die Öffentlichkeit gelangt?

Die 13,4 Millionen Dokumente aus Steuerparadiesen sind der Süddeutschen Zeitung über ein neues Datenleck zugespielt worden. Diese Daten teilte die Zeitung mit dem International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ). Wie die ICIJ-Journalisten konkret an die Daten, die auch Firmenregister von 19 Steueroasen enthalten sollen, herangekommen sind, wurde aber nicht preisgegeben.

(L'essentiel/jt/vb/sda)

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