2030 geplantes Verbot

20. November 2020 07:32; Akt: 20.11.2020 07:47 Print

Britisches Verbrenner-​​Aus ruft Skeptiker hervor

Welcher Weg führt am schnellsten zu möglichst CO2-armem Autoverkehr? Großbritannien strebt ein festes Datum für einen Verbrenner-Ausstieg an. Aber es gibt auch Gegenargumente.

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Briten sollen in zehn Jahren keine Fahrzeuge mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren mehr kaufen dürfen. Im Bild: Ein Parkplatz am Ford Dagenham Werk in London. (Bild: DPA/Frank Augstein)

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Der europäische Auto-Branchenverband hält das von Großbritannien angepeilte Verkaufsverbot klassischer Diesel- und Benzinerautos ab 2030 für übertriebene Symbolpolitik. Es gibt jedoch auch etliche Stimmen, die den überraschenden Schritt von Premier Boris Johnson loben und darin eine Signal für mehr Klimaschutz sehen.

Die Autoindustrie-Lobbyvertretung Acea in Brüssel erklärte, wichtig für einen raschen Umstieg auf alternative Antriebe ohne fossile Brennstoffe seien vor allem geeignete Rahmenbedingungen. «Anstelle von Ankündigungen, den Verbrennungsmotor kurzfristig zu untersagen, brauchen wir eine starke politische Verpflichtung», hieß es. Diese müsse dringend sicherstellen, dass «alle Bedingungen für den Übergang zu emissionsfreier Mobilität umgesetzt» werden - etwa der Aufbau einer ausreichenden Ladeinfrastruktur sowie Kaufanreize für E-Autos.

Johnson will die Weichen dafür stellen, dass die Briten in zehn Jahren keine Fahrzeuge mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren mehr kaufen dürfen. Hybridmodelle sollen noch bis 2035 abgesetzt werden können. Dafür gab es auch Zuspruch. Branchenexperte Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management etwa meinte, damit schwenke ein bedeutender europäischer Automarkt auf E-Mobilität um - «und das ist wiederum ein Signal an den Kontinent und an die Hersteller». Der Wettbewerbsdruck auf die deutschen Autobauer könne sich erhöhen.

Branche soll bis 2050 klimaneutral werden

Greenpeace-Verkehrsexperte Tobias Austrup unterstrich die potenziellen Folgen der Entscheidung. «Allein Großbritannien steht bislang für rund 15 Prozent der deutschen Autoexporte. Damit die deutschen Marken dort und in anderen Ländern mit beschlossenem Verbrennerausstieg nicht schnell Marktanteile verlieren und der Klimaschutz vorankommt, braucht es auch bei uns klare Leitplanken: Spätestens 2025 muss Schluss sein mit neuen Dieseln und Benzinern.» Weitere Länder nannten ebenfalls Zieldaten für ein Verbrenner-Aus - so etwa Norwegen 2025, Dänemark und Belgien 2030, Frankreich 2040. Johnson kündigte zudem an, die erneuerbaren Energien auszubauen.

Eine Acea-Sprecherin stellte klar, dass die Branche bis 2050 klimaneutral werden wolle. Die Mitgliedsunternehmen investierten dafür Milliarden. Der Verband setzt allerdings auf Marktmechanismen und eine weiterhin anziehende Nachfrage nach E-Autos. Er sieht dabei «die Notwendigkeit einer sehr viel größeren Anzahl von Ladepunkten».

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Finito Puzzolente am 20.11.2020 08:58 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn der Fortschritt bei Elektroautos so weiter geht will 2030 keiner mehr einen Steinzeit-Verbrenner haben.

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  • Letz2050 am 21.11.2020 07:15 Report Diesen Beitrag melden

    Wasserstoff as Zukunft, oder eventuell alternativ syntetesch Brennstoffer! Mee elo get mol nach e bessen Geld mat deenen Idioten verdengt, dei sech een Elektroauto kaafen. Deemols mam Diesel war et daat selwegt: as heisch geluewt gin, en war "besser" wei benzin an et huet een genausou Subsiden vum Staat kritt. Fir dass no 15 Joer gesoot get "upsi, diesel as awer meih dreckesch wei ugekennegt, et dierf keen meih an eng Staat eran, kaaft iech elo een elektroauto....". An elo kaafen se sech alleguerten deen properen Elektroauto, an klappen sech geigenseiteg op d Scheller wei geil se dach sin.

  • een deen et wees am 20.11.2020 15:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bei mir kënnt keen elektrischen auto ant haus,ni!! dat ass quatsch diesel ass top

Die neusten Leser-Kommentare

  • bobe am 21.11.2020 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    Ich finde das ist Quatsch und hirnverbrannt,etwa 40 Containerschiffe produzieren soviel CO2 ,wie etwa 700.000.000 autos.Davon redet aber keiner.

  • Letz2050 am 21.11.2020 07:15 Report Diesen Beitrag melden

    Wasserstoff as Zukunft, oder eventuell alternativ syntetesch Brennstoffer! Mee elo get mol nach e bessen Geld mat deenen Idioten verdengt, dei sech een Elektroauto kaafen. Deemols mam Diesel war et daat selwegt: as heisch geluewt gin, en war "besser" wei benzin an et huet een genausou Subsiden vum Staat kritt. Fir dass no 15 Joer gesoot get "upsi, diesel as awer meih dreckesch wei ugekennegt, et dierf keen meih an eng Staat eran, kaaft iech elo een elektroauto....". An elo kaafen se sech alleguerten deen properen Elektroauto, an klappen sech geigenseiteg op d Scheller wei geil se dach sin.

  • een deen et wees am 20.11.2020 15:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bei mir kënnt keen elektrischen auto ant haus,ni!! dat ass quatsch diesel ass top

  • Finito Puzzolente am 20.11.2020 08:58 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn der Fortschritt bei Elektroautos so weiter geht will 2030 keiner mehr einen Steinzeit-Verbrenner haben.

    • Claude am 20.11.2020 10:52 Report Diesen Beitrag melden

      Gudd gesoot Dei Stenker brauch dann keen mei...

    • Gestankstelle am 20.11.2020 16:09 Report Diesen Beitrag melden

      So ist es, und das ist wirklich gut so. Und wir müssen nie wieder zur Tankstelle. :-)

    • De_klenge_Fuzerzkapp am 20.11.2020 17:00 Report Diesen Beitrag melden

      Das nächste Problem wäre dann die Reifen an den E-Autos, die sehr viel Mikroplastik machen und somit auch die Umwelt belasten . . . und dann die Akkus, die nicht gerade Umweltfreundlich sind. Ihr seid alle blind, das könnt ihr euch nicht vorstellen. ;)

    • Dingo am 21.11.2020 12:27 Report Diesen Beitrag melden

      Und wenn alle Elektroautos dann Abends aufladen sollen, nehmen sie wieder die Kerzen hervor, wie im Mittelalter

    • Ferdinant Holzkopf am 23.11.2020 09:31 Report Diesen Beitrag melden

      an England as jo guer keng Infrastruktur do fir een E-Auto opzelueden.Et gin och nach Plaazen mat 110 Volt.Villes as aal an England.Fortschrett geseit anescht aus.

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