Studie

14. November 2017 12:08; Akt: 14.11.2017 12:38 Print

Arbeitsbedingter Krebs kostet Luxemburg 380 Mio

LUXEMBURG – Die Diagnose Krebs ist für Betroffene und Angehörige am Schlimmsten. Doch auch die gesellschaftlichen Kosten sind enorm.

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Von den 380 Millionen Euro in Luxemburg entsehenden Kosten macht der Lungenkrebs mit 300 Millionen Euro den größten Anteil aus (Bild: DPA/ Felix Hörhager)

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Asbest, Benzol, Kieselsäure, Nacht- und Schichtarbeit: Die europäischen Arbeitnehmer sind täglich vielen Risiken ausgesetzt. Wie sich diese Belastungen auf die Gesundheit auswirken, wollte das Europäische Gewerkschaftsinstitut (Etui) genau wissen und hat das Institut «Risk&Policy and Analysts et FoBIG» mit einer Studie beauftragt. Das Ergebnis lässt einen erschaudern.

«Mit mehr als 100.000 Todesfällen pro Jahr sind berufsbedingte Krebserkrankungen die häufigste Todesursache bei der Arbeit in der EU», erklärt Tony Musu, Experte für chemische Risiken im Etui. Die Studie zeige, dass die gesellschaftlichen Kosten für arbeitsbedingte Krebserkrankungen erstaunlich hoch seien. Sie lägen zwischen 270 und 610 Milliarden Euro und machten damit zwischen 1,8 und 4,1 Prozent des BIP der EU aus. Die große Spanne erkläre sich dadurch, dass viele Krebserkrankungen nicht unmittelbar der Arbeitsplatz zuzuordnen seien.

In absoluten Zahlen kommen derlei Erkrankungen Deutschland mit 67 Milliarden Euro am teuersten zu stehen. Luxemburg kosten arbeitsbedingte Krebserkrankungen 380 Millionen Euro.

Hinsichtlich des Anteils am Bruttoinlandsprodukt gibt es EU-weit große Unterschiede. Für Luxemburg ergibt sich ein Wert von 0,7 Prozent, in Deutschland sind es 2,2 Prozent in Bulgarien ganze 13 Prozent.

Von den 380 Millionen Euro in Luxemburg entstehenden Kosten macht der Lungenkrebs mit 300 Millionen Euro den größten Anteil aus – gefolgt von Brustfellkrebs (20 Mio.), Blasenkrebs (17 Mio.) und Brustkrebs (16 Mio.).

«Den größten Anteil der Kosten tragen allerdings die Betroffenen und deren Familien. Diese Situation stellt eine unannehmbare Ungerechtigkeit gar – sowohl in sozialer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Die EU muss handeln, um diese vermeidbaren Krebserkrankungen zu stoppen», fordert Tony Musu.

(mc/pw/L'essentiel)

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