Öko-Trugschluss

26. Dezember 2017 10:48; Akt: 26.12.2017 10:51 Print

Teurer Leichtbau macht E-​​Autos kaum sauberer

Der Tesla S ist viel schwerer als der BMW i3. Auf den Energieverbrauch der beiden Elektroautos hat das Gewicht aber wenig Einfluss.

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In der Autobranche gilt: Je leichter das Elektroauto, desto weniger Energie verbraucht es. Viele Hersteller setzen daher bei der Entwicklung ihrer Fahrzeuge auf teure und leichte Materialien wie Karbon.

Eine aktuelle Studie stellt dieses Dogma nun infrage. Wie Forscher des Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen in einem Test herausgefunden haben, hat das Gewicht von Elektroautos kaum einen Einfluss auf die Reichweite. Im Gegenteil: Teilweise verbrauchen die Autos mit zusätzlichem Transportgewicht sogar leicht weniger Energie.

«Leichtbau spielt keine Rolle»

Beim Test auf einer 100 Kilometer langen Strecke kamen je ein Schwergewicht und ein Leichtgewicht zum Einsatz: Zum einen ein Tesla S mit einem Gewicht von 2155 Kilogramm, zum anderen der mit einem Karbon-Chassis ausgestattete BMW i3 mit 1440 Kilogramm. Der Test sollte zeigen, wie sich die zusätzliche Transportlast auf den Energieverbrauch des jeweiligen Autos auswirkte.

Der Tesla S verbrauchte ohne Zuladung 17,77 Kilowattstunden (kWh). Mit 100 Kilogramm zusätzlichem Gewicht sank der Stromverbrauch auf 17,67 kWh. Mit 200 Kilogramm Zuladung war der Verbrauch wie im leeren Zustand und bei 300 Kilogramm Zusatzlast benötigte das Auto der US-Firma 17,87 kWh. Die maximale Differenz mit 0,6 Prozent sei so klein, dass sie vernachlässigt werden könne, so die Forscher. Sie kommen zum Schluss: «Leichtbau spielt beim Fahrzeug so gut wie keine Rolle.»

Energiegewinn beim Bremsen

Ähnliche Resultate ergaben sich beim BMW i3: Auch wenn das Auto mit zusätzlichem Gewicht gefüllt wurde, verbrauchte das Karbon-Modell nur leicht mehr Energie. Mit einem maximalen Unterschied von 4,4 Prozent war dieser sogar leicht größer als beim Tesla. Eine größere und schwerere Batterie würde daher den Kunden einen größeren Nutzen bringen als ein sehr teures Karbon-Chassis, so die Studie.

Die Testresultate erklären sich die Forscher mit der Energierückgewinnung beim Bremsen, der sogenannten Rekuperation. Das heißt laut den Wissenschaftlern: Je schwerer das Auto, desto mehr Bremsenergie wird als Strom zurückgewonnen.

Klimanlage ist schlimmer

Die Forscher fordern daher die Autobauer zum Umdenken auf. Nicht der teure Leichtbau, sondern beispielsweise die Klimaanlage oder andere wichtige elektrische Stromfresser hätten großen Einfluss auf den Energieverbrauch von Elektroautos. «Leichtbau ist eben nicht mehr das Maß aller Dinge, sondern etwa intelligentes Strom- und Energiemanagement», so die Forscher.

(dob)

(L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Niemand am 26.12.2017 14:13 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht einmal in 10 Jahren sind Elektorautos reif genug, um das Thema vom Klo zuhaben . . . Dem Kunde wird weiterhin Geschichten unterbreitet und bei jedem Kauf wird der Kunde als Versuchskaninchen abgestempelt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Niemand am 26.12.2017 14:13 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht einmal in 10 Jahren sind Elektorautos reif genug, um das Thema vom Klo zuhaben . . . Dem Kunde wird weiterhin Geschichten unterbreitet und bei jedem Kauf wird der Kunde als Versuchskaninchen abgestempelt.