Prüfung eingeleitet

18. Dezember 2017 12:34; Akt: 18.12.2017 12:37 Print

EU nimmt Steuerdeals für Ikea ins Visier

Die EU-Kommission geht seit geraumer Zeit mit Nachdruck gegen mögliche Steuervorteile großer Konzerne in der EU vor. Diesmal erwischt es einen europäischen Konzern.

storybild

Der Möbelriese Ikea wird wegen Steuertricks in den Niederlanden genauer unter die Lupe genommen. (Bild: DPA/Fredrik von Erichsen)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Amazon, Apple – nun Ikea: Die EU-Wettbewerbshüter nehmen mögliche unerlaubte Steuervorteile für den schwedischen Möbelkonzern in den Niederlanden ins Visier. Eine eingehende Prüfung wegen fragwürdiger Steuerregelungen werde eingeleitet, teilte die EU-Kommission am Montag in Brüssel mit.

«Alle Unternehmen, ob nun groß oder klein, multinational oder nicht, sollten ihren gerechten Steueranteil zahlen», sagte die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager. «Es geht nicht, dass Mitgliedstaaten es bestimmten Unternehmen gestatten, weniger Steuern zu zahlen, indem sie ihre Gewinne künstlich woanders hin verlagern dürfen. Wir werden die steuerliche Behandlung von Inter Ikea in den Niederlanden nun sorgfältig prüfen.»

Filialen zahlen Franchisegebühr

Der Brüsseler Behörde zufolge ist das Geschäft von Ikea als Franchisemodell organisiert. Das bedeutet, dass die nun im Fokus stehende Inter Ikea Gruppe nicht Eigentümer der einzelnen Ikea-Geschäfte ist. Stattdessen zahlen alle Ikea-Shops weltweit eine Franchisegebühr in Höhe von drei Prozent des Umsatzes an eine in den Niederlanden ansässige Tochterfirma mit dem Namen Inter Ikea Systems.

Die Wettbewerbshüter haben nun Bedenken, dass diese Firma in den Niederlanden von unzulässigen Steuervorteilen profitiert habe. Dadurch seien die steuerpflichtigen Gewinne erheblich gesenkt und andere Wettbewerber benachteiligt worden.

EU-Kommissarin Vestager hatte zuletzt unter anderem mit einer Entscheidung gegen den US-Technologiekonzern Apple für Aufsehen gesorgt. Eine Steuerregelung Irlands für den Konzern war demnach illegal, das Land muss nun gut 13 Milliarden Euro an Steuern eintreiben. Irland und Apple wehren sich vor Gericht gegen den Entscheid. Auch ein Steuerdeal von Amazon mit Luxemburg steht im Visier der Behörde.

(L'essentiel/dpa/jt)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Machiavelli am 18.12.2017 17:20 Report Diesen Beitrag melden

    Es wäre gut wenn IKEA mal auf die Finger bekäme. Die produzieren nur so billig weil sie nirgends die Gesetze beachten: Arbeitsgesetze, Umwelt, Steuern etc. Nicht erstaunlich beim Lebenslauf ihres Gründers ( Nazi- Anhänger ), laut Wikipedia.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Machiavelli am 18.12.2017 17:20 Report Diesen Beitrag melden

    Es wäre gut wenn IKEA mal auf die Finger bekäme. Die produzieren nur so billig weil sie nirgends die Gesetze beachten: Arbeitsgesetze, Umwelt, Steuern etc. Nicht erstaunlich beim Lebenslauf ihres Gründers ( Nazi- Anhänger ), laut Wikipedia.