Strafzölle

26. Juni 2018 07:20; Akt: 26.06.2018 07:25 Print

Harleys für die EU bald nicht mehr «Made in USA»

Die Strafzölle veranlassen den Motorradhersteller, seine Fabriken außerhalb der USA auszubauen. US-Präsident Trump zeigt sich «überrascht».

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Das Unternehmen sieht davon ab, eine Preiserhöhung an Käufer weiterzugeben: Ein Helm in den Farben der US-Flagge vor Harley-Davidson-Rädern bei den «Hamburg Harley Days». (24. Juni 2018) (Bild: Fabian Bimmer)

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Harley-Davidson wird wegen der EU-Vergeltungszölle auf amerikanische Waren einen Teil seiner Produktion aus den USA verlagern. Dadurch soll eine Preiserhöhung für Kunden in Europa vermieden werden, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Die Anhebung der EU-Zölle von bisher 6 auf 31 Prozent mache ein Motorrad von Harley-Davidson in Europa im Schnitt um 2200 Dollar teurer. Bis die Verlagerung der Produktion binnen 9 bis 18 Monaten über die Bühne geht, werde Harley-Davidson diese Kosten selbst tragen, hieß es. Das bedeute allein für den Rest dieses Jahres eine Belastung von voraussichtlich 30 bis 45 Millionen Dollar.

Europa zweitwichtigster Markt

Die EU reagierte mit den am vergangenen Freitag in Kraft getretenen Vergeltungszöllen für US-Produkte wie Whiskey, Jeans, Reis, Mais oder Motorräder auf zuvor von US-Präsident Donald Trump verhängte Sonderabgaben auf Stahl- und Aluminiumeinfuhren aus Europa. Harley-Davidson ist das erste US-Unternehmen, das eine detaillierte Einschätzung zu den Auswirkungen dieses Handelskonflikts abgab.

Würde man die höheren Kosten mit einer Preiserhöhung an Käufer weitergeben, hätte das einen «sofortigen und langanhaltenden» Schaden für das Geschäft in der Region zur Folge, erklärte Harley-Davidson den Schritt. Europa sei mit knapp 40.000 verkauften Harley-Motorrädern im vergangenen Jahr der zweitwichtigste Markt für die Firma nach den USA. Harley-Davidson hat Werke außerhalb der USA in Brasilien, Indien und Thailand. Diese Fabriken sollen nun ausgebaut werden.

Trump überrascht

US-Präsident Donald Trump hat sich «überrascht» über die Ankündigung des US-Motorradherstellers Harley-Davidson zur teilweisen Produktionsverlagerung ins Ausland gezeigt. «Überrascht, dass Harley-Davidson von allen Unternehmen das erste ist, das die Weiße Fahne hisst», schrieb Trump am Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter.

«Ich habe hart für sie gekämpft und am Ende werden sie keine Zölle auf Verkäufe in die EU zahlen, die uns beim Handel schlimm geschädigt hat», twitterte Trump weiter. Die Steuern seien nur eine «Ausrede» des Motorradherstellers, schrieb Trump und forderte «Geduld».

(L'essentiel/nag/chk/sda/afp))

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Donald Duck am 29.06.2018 08:12 Report Diesen Beitrag melden

    Ech wees net ween mei domm as EU oder den Trump. Idee hannert dem Trump sengen Stroofzöllen as jo net vir EU ze schiedegen nee et as vir dat amerikanesch Firmen am egenen Land hieren Stool an Aluminium akaafen an net am Ausland. Well wann Reihmaterial am egenen Land akaaf get profiteiren och dei einheimech Firmen dovun. Et ka jo net sin dat z.B. en Autohersteller den Alu an Fernost kaafe geet an den egenen Alu Produzent kuckt an d'Röhre.

  • Laura am 26.06.2018 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    Harley-Davidson ist eine Ikone und ich währe durchaus bereit im Schnitt 2200 Dollar mehr dafür zu bezahlen.

  • och eng Wourecht am 26.06.2018 08:31 Report Diesen Beitrag melden

    Nice, en Zéechen fir Europa dat se profitéieren wann se mol eng Décisioun huelen an sech vun den USA trennen. Méi Aarbechtsplaatzen an Export an aner Länner.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Donald Duck am 29.06.2018 08:12 Report Diesen Beitrag melden

    Ech wees net ween mei domm as EU oder den Trump. Idee hannert dem Trump sengen Stroofzöllen as jo net vir EU ze schiedegen nee et as vir dat amerikanesch Firmen am egenen Land hieren Stool an Aluminium akaafen an net am Ausland. Well wann Reihmaterial am egenen Land akaaf get profiteiren och dei einheimech Firmen dovun. Et ka jo net sin dat z.B. en Autohersteller den Alu an Fernost kaafe geet an den egenen Alu Produzent kuckt an d'Röhre.

  • Wupp am 27.06.2018 08:10 Report Diesen Beitrag melden

    Ech kaafen mir dann direkt eng Enfield. Entweeder et ass eng Harley oder et ass een asiatescht Konstrukt

  • Lux am 26.06.2018 15:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Waard emol. Waat eis Firmaen elo machen

  • Moriarty am 26.06.2018 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    T'ja, lieber Donald, so schnell wird aus einem "America first" ein "America last"... Und wie Herrn Trump ja selber sagt: "be patient", denn es könte nicht der erste und letzte sein... ;-p

  • Laura am 26.06.2018 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    Harley-Davidson ist eine Ikone und ich währe durchaus bereit im Schnitt 2200 Dollar mehr dafür zu bezahlen.