Luxusmarke

17. Juli 2018 10:27; Akt: 17.07.2018 11:05 Print

Ist Victoria's Secret am Ende?

Die Umsätze des Lingerie-Labels befinden sich im Sinkflug. Der Auftritt des Labels sei nicht mehr modern, sagt ein Finanzexperte dazu.

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Victoria's Secret Fashion Show in der Mercedes-Benz Arena, 20. November 2017 in Shanghai, China. (Bild: Getty Images)

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Ob Alessandra Ambrosio es geahnt hat? Denn im November ist das Topmodel zum letzten Mal in aufreizender Lingerie über den Victoria's-Secret-Laufsteg geschwebt. Sie wolle sich mehr auf ihre Famile und ihre eigene Bademoden-Linie «Ale by Alessandra» konzentrieren, ließ sie damals dazu verlauten.

Vielleicht hatte die Brasilianerin aber auch einfach keine Lust mehr darauf ein Unternehmen zu repräsentieren, das schon seit einiger Zeit mit seinem Image kämpft und ein nicht mehr ganz so modernes Frauenbild nach außen trägt. Und das zeigt sich auch beim Geschäftsergebnis: Aus einem kürzlich veröffentlichten Bericht des Mutterunternehmens L Brands Inc. geht hervor, dass es Victoria's Secret seit Monaten nicht aus den roten Zahlen herausschafft. Allein seit Mai sind die Verkaufs-Umsätze des Unterwäsche-Labels weiter in den Keller gesunken. Selbst die Gegenmaßnahme, ein verlängerter Sommer-Sale, konnte das nicht verhindern.

Die Zeit der Push-ups und Wonderbras ist vorbei

Inzwischen betrifft diese Krise nicht nur Victoria's Secret, auch das Wachstum bei Pink – dem jungen, hippen Tochterunternehmen der Lingerie-Marke – stagniert. «Game Over» lautet die Prognose von Randal Konik zum Branchenportal Business of Fashion dazu. Der Finanzexperte der Investment-Bank Jeffreys geht sogar soweit, über die ehemals gehypten Marken zu sagen: «Weder Victoria's Secret noch Pink haben einen relevanten Marktwert.»

Diesen konstanten Umsatz-Verlust führt Konik tatsächlich auf das veraltete Image des Unternehmens zurück. Denn anstatt normale Frauenkörper zu feiern, pusht Victoria's Secret einen Typus Frau, der nichts mit der Realität zu tun hat. Moderne Kundinnen shoppen lieber bei Unterwäsche-Labels, die auf Diversity oder Body-Positivity setzen – die Zeit der Push-ups und Wonderbras ist vorbei.

Lieber wird auf tragbare Bralettes gesetzt und auf Wäsche, die bequem ist und nicht einengt. Als Paradebeispiel dafür wird oft das Label Aerie for American Eagle genannt – die Marke hat die Umsätze von Victoria's Secret mittlerweile zum 16. Mal in Folge massiv übertroffen. Was das alles für die erwartete Lingerie-Show von Victoria's Secret im November heißt, bleibt abzuwarten.

(L'essentiel/Irène Schäppi)

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