ArcelorMittal-Protestaktion
20. Februar 2012 09:19; Akt: 20.02.2012 19:39 Print
Mitarbeiter sind gegen Hochöfen-Abschaltung
FLORANGE – Im lothringischen Florange haben ArcelorMittal-Mitarbeiter die Büros der Direktion besetzt. Bertrand Mertz, Bürgermeister von Thionville, begrüßte die Aktion.
Rund 200 Angestellte von ArcelorMittal haben am Montagmorgen mit einer besonderen Aktion dagegen protestiert, dass die Hochöfen weiter kalt bleiben sollen. Gegen 8 Uhr am Morgen besetzten sie die Büros der Direktion. ArcelorMittal hatte am Dienstag angekündigt, dass die Hochöfen vorläufig still stehen. Derzeit sind in Florange 5 000 Mitarbeiter beschäftigt.
Bildstrecken Stahlarbeiter gehen auf die Straße«Unsere Aktion wird ruhig verlaufen, wir werden aber unserer Bestimmtheit Ausdruck verleihen», hatte Edouard Martin, Vertreter der Gewerkschaft CFDT auf «Europe 1» angekündigt. «Wir wollen nur die Versicherung, dass die Anlagen wieder anlaufen», sagte er. «Wir bleiben so lange in den Büros, bis die Hochöfen wieder in Betrieb genommen werden.» Die Direktion war am Montag nicht anwesend.
«Der Protest muss sich im Geldbeutel bemerkbar machen, damit er effektiv ist. Die Kunden müssen betroffen sein. Wenn die Spulen nicht ausgeliefert werden, wird sie das vielleicht zum Nachdenken bringen», sagte Jean Mangin, Delegierter der Gewerkschaft CGT. Er zieht in Betracht, das gesamte Werk zu blockieren.
Bürgermeister von Thionville besorgt
Auch Bertrand Mertz, der Bürgermeister von Thionville und Mitglied des Mosel-Generalrates, zeigte sich mit den ArcelorMittal-Mitarbeitern solidarisch: «Ich teile die Wut der Angestellten, die sie dazu bewegt haben, die Büros der Direktion zu besetzen. Mertz selbst zeige sich darüber besorgt, dass es keine genaue Frist für die Inbetriebnahme der Hochöfen in Florange genannt wird.
Für den 29. Februar ist im Rahmen eines europäischen Aktionstags eine große Protestveranstaltung in Metz geplant. Die Beschäftigten aus Luxemburg und Belgien sind eingeladen, daran teilzunehmen. ArcelorMittal hat kürzlich mitgeteilt, dass die Hochöfen in Lüttich und Madrid geschlossen werden. In Lothringen steht derzeit auch der Standort Gandrange still.
(JV/MV/L'essentiel Online)











