Kompromiss

23. April 2014 09:14; Akt: 23.04.2014 15:15 Print

Neuer Kollektivvertrag für Banker steht

LUXEMBURG - Die Bankenvereinigung ABBL und die Gewerkschaften Aleba, OGBL und LCGB haben sich nach langem Ringen auf einen neuen Kollektivvertrag einigen können.

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Die Bankenvereinigung ABBL hat sich mit den Gewerkschaften, darunter die Aleba, geeinigt. (Bild: L'essentiel)

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Der neue Kollektivvertrag für die Jahre 2014 bis 2016 im Bankensektor steht. Nach zähen Verhandlungen haben sich die Bankenvereinigung ABBL und die Gewerkschaften Aleba, OGBL und LCGB am Dienstag auf ein Abkommen verständigt, das für mehr als 20'000 Beschäftigte im Sektor gelten wird. Dies teilte die ABBL am Mittwoch mit. Inhaltlich gleiche er «in den großen Linien» dem Kollektivvertrag, der Ende 2013 auslief.

Laut der Gewerkschaft Aleba hat die ABBL Abstand genommen von der geplanten Reduzierung der Ausgleichstage für neue Beschäftigte. Zudem wird die Konjunkturprämie nicht – wie von der ABBL gefordert - abgeschafft. Die Banken verpflichten sich, künftig ein Prozent der Gehaltsmasse in Weiterbildungen zu investieren. «Die Gewerkschaften waren einverstanden, dass es sich um eine Nullrunde handelt. In einigen Punkten, die wir verändern wollten, konnten wir uns nicht durchsetzen. Allerdings gibt uns der Tarifvertrag Planungssicherheit für die nächsten drei Jahre und das ist auch etwas wert», sagte Jean-Jacques Rommes, Direktor des Bankenverbandes ABBL, zum erzielten Kompromiss, auf Anfrage von «L'essentiel».

Prämien werden später ausgezahlt

Zugeständnisse machten die Gewerkschaften bei der Auszahlung von verschiedenen Prämien. Jene für die Betriebszugehörigkeit wird später ausgezahlt, wie es bei der Aleba heißt. Künftig erhält ein Angestellter diesen Bonus erst nach fünf und nicht mehr drei Jahren im Unternehmen. Auf die zweite Betriebszugehörigkeitsprämie müssen Bankmitarbeiter künftig acht statt sechs Jahre warten.

Einen Kompromiss gingen die Gewerkschaften auch bei der automatischen, jährlichen Gehaltserhöhung (rund 500 Euro) ein. Die Prämie wird künftig erst im dritten Jahr ausgezahlt, dann allerdings rückwirkend auch für die beiden Jahre zuvor. «Auf drei Jahre gesehen entsteht dem Arbeitnehmer kein Verlust», erklärte Marc Glesener, Präsident der Bankengewerkschaft Aleba, am Mittwoch auf Anfrage von «L’essentiel». Er zeigte sich insgesamt zufrieden mit dem neuen Tarifvertrag. «Es handelt sich meiner Meinung nach um eine verständige Lösung. Zu den von der ABBL angestrebten Kürzungen des Kollektivvertrags ist es nicht gekommen.»

In den vergangenen Monaten hatten sich die beiden Parteien vor allem über die Auszahlung für Prämienzahlungen uneinig gezeigt, was die Verhandlungen in die Länge gezogen hatte.

(Kerstin Smirr/L'essentiel)

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