Automobilindustrie

07. November 2017 11:13; Akt: 07.11.2017 15:30 Print

Toyota profitiert vom Yen, BMW schwächelt

Die großen Automobilhersteller haben am heutigen Dienstag ihre dritte Quartalsbilanz vorgelegt. Dabei hat der Wechselkurs erheblichen Einfluss auf das Unternehmensergebnis.

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Japans größter Autobauer Toyota bekommt deutlich Rückenwind vom schwachen Yen. Konkurrent BMW ist vom den schwachen Verkaufszahlen ausgebremst. (Bild: DPA/Shizuo Kambayashi)

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Der Autobauer BMW ist im dritten Quartal von deutlich abgeschwächten Verkaufszahlen gebremst worden. Im Jahresvergleich waren die weltweiten Auslieferungen von BMW-, Mini- und Rolls-Royce-Autos von Juli bis September nur um gut ein Prozent geklettert, außerdem belastete der wiedererstarkte Euro. So wuchs der Umsatz mit 0,3 Prozent deutlich schwächer als im bisherigen Jahresverlauf auf 23,4 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern am Dienstag in München mitteilte. Auch auf Jahressicht ist das Unternehmen in der Autosparte nun etwas pessimistischer und geht nur noch von einem «leichten» Erlösanstieg aus - bisher sollten die Umsätze «solide» und damit um 5 bis 10 Prozent klettern.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern fiel mit 2,3 Milliarden Euro 3,2 Prozent niedriger aus als vor einem Jahr. Im Kerngeschäft, der Autosparte, ging die operative Marge (Ebit) um 0,2 Prozentpunkte auf 8,3 Prozent zurück. Unter dem Strich fiel der Gewinn um 1,8 Prozent auf 1,79 Milliarden Euro. Weil die Finanzsparte aber im bisherigen Jahr gut abgeschnitten hat, erwartet das Management beim Vorsteuerergebnis 2017 nun einen «soliden» Anstieg statt zuvor nur einen «leichten».

Toyota

Japans größter Autobauer Toyota bekommt deutlich Rückenwind vom schwachen Yen. Der Volkswagen-Rivale hob die Gewinnprognose für das noch bis zum 31. März laufende Geschäftsjahr an und rechnet nun mit 1,95 Billionen Yen (14,7 Mrd Euro) Gewinn statt 1,75 Billionen. Das wäre im Vorjahresvergleich ein Plus von 6,5 Prozent. Dabei hatte der Branchenprimus, zu dem auch die Nutzfahrzeugtochter Hino Motors und der Kleinwagenbauer Daihatsu gehören, anfangs noch mit rückläufigen Erträgen gerechnet.

An Umsatz im laufenden Geschäftsjahr werden weiterhin 28,5 Billionen Yen erwartet, hieß es. Die Korrektur nach oben habe man größtenteils den Wechselkursbewegungen zu verdanken, erklärte Vizepräsident Osamu Nagata. Ein schwacher Yen verschafft japanischen Unternehmen wie Toyota höhere Exporterlöse.

Werbetätigkeit schmälert das Betriebsergebnis

In der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres verdiente Toyota unter dem Strich 1,07 Billionen Yen (rund 8 Mrd Euro). Das ist ein Zuwachs von 13,2 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Dazu trugen auch Kosteneinsparungen bei. Der Umsatz stieg um 8,6 Prozent auf 14,19 Billionen Yen. Das operative Ergebnis sank allerdings um 20,3 Milliarden Yen auf 1,09 Billionen Yen. Der Konzern begründete dies mit gestiegenen Ausgaben, unter anderem für Werbemaßnahmen. Insgesamt setzte Toyota in den Monaten April bis September rund 4,4 Millionen Fahrzeuge ab, das sind rund 26 000 Fahrzeuge mehr als im Vorjahreszeitraum.

Bezogen auf das zweite Geschäftsquartal verdiente Toyota unter dem Strich 458,3 Milliarden Yen, 16,4 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Der Umsatz stieg um 10,2 Prozent auf 7,1 Billionen Yen. Vizepräsident Nagata zufolge bleibt die Lage auf dem wichtigen US-Markt weiter schwierig. Der Trend gehe dort von Pkw zu leichten Trucks. In der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres verkaufte Toyota in Nordamerika rund 1,4 Millionen Fahrzeuge, rund 4200 weniger als im Vorjahreszeitraum.

Porsche profitiert von VW

Die guten Zahlen bei Volkswagen sorgen auch für satte Gewinne beim Hauptaktionär Porsche SE. Das Konzernergebnis nach Steuern lag nach den ersten drei Quartalen des Jahres bei rund 2,2 Milliarden Euro - ein gutes Drittel mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres, wie die Porsche Automobil Holding am Dienstag in Stuttgart mitteilte. Zwischen 2,1 und 3,1 Milliarden Euro sollen es am Ende des Jahres insgesamt sein, an der Prognose hat sich aktuell nichts geändert. Im vergangenen Jahr hatte die Holding 1,37 Milliarden Euro Gewinn nach Steuern verbucht.

(dpa/L’essentiel)

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