Apple-Boss Tim Cook

26. Februar 2018 09:59; Akt: 26.02.2018 10:07 Print

«Uns geht es nicht ums Geld»

Apple ist zur innovativsten Firma der Welt gekürt worden. CEO Tim Cook sprach in einem Interview über Technik, Geld und Visionen.

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Es kommt nicht oft vor, dass der CEO des wertvollsten Konzerns der Welt aus dem Nähkästchen plaudert. Nun hat Tim Cook genau das getan. Der 57-Jährige gab «Fast Company» ein ausführliches Interview. Der Anlass? Das Technologie-Magazin hat Apple zum innovativsten Unternehmen der Welt gekürt.

Das Magazin sprach Cook darauf an, dass Apple manchmal eine Führungsrolle einnehme, etwa mit Face ID. In anderen Fällen, so geschehen mit dem Homepod, bringe man ein Produkt aber erst lange nach anderen Herstellern auf den Markt. Wie bei Apple entschieden werde, wann es in Ordnung sei, anderen zu folgen, wollte man vom CEO wissen. «Das Wort ‹folgen› passt hier nicht», sagt Cook. «Das würde ja bedeuten, dass wir gewartet haben, um zu sehen, was andere machen.»

«Kunden sind Juwelen»

Wenn man hinter die Kulissen blicke, erkenne man, dass Apple seine Produkte schon Jahre im Voraus plane, erklärt der 57-Jährige. Dies auch, weil man eigene Chips entwickle. «Auf Produktseite müssen wir den Siliziumbedarf drei, vier oder mehr Jahre im Voraus ermitteln», sagt Cook. So arbeite man an derzeit an Dingen, die nach 2020 erscheinen werden.

Im Gespräch verriet Cook auch, dass für ihn das Feedback von Nutzern wichtig sei. «Kunden sind Juwelen», sagt Cook. Er lese darum jeden Tag unterschiedliche Rückmeldungen der Nutzer.

Musik als Medizin

Die Technik soll für Nutzer nur Hintergrundsache sein. «Wir wollen nicht, dass sich die Leute mit Bits und Bytes beschäftigen müssen», sagt Cook. Was ein gutes Jahr ausmache, wollte das Magazin wissen. «Wenn ich die Frage: ‹Haben wir das beste Produkt gemacht und Leben bereichert?› bejahen kann», sagt Cook. Wenn der Aktienkurs steige, sei das ein Ergebnis daraus, nicht aber eine Leistung für sich, ergänzt er.

Zum Schluss sprach Cook auch noch die Musik an – etwas, was seit den 1980er-Jahren in der DNA der Firma sei. «Musik ist ein Service, von dem wir glauben, dass er von unseren Nutzern gewünscht wird», sagt Cook. «Uns geht es dabei nicht ums Geld.» Es sei eine Einstellung: «Ich schaue mir mein eigenes Leben an: Ein Fitnesstraining ohne Musik wäre für mich undenkbar. Musik hilft mir auch, mich zu beruhigen. Ich denke, Musik ist besser als jede Medizin.»

(L'essentiel/tob)