Skurrile Bilder

05. Januar 2018 08:35; Akt: 05.01.2018 08:39 Print

Vorsicht vor diesen Posen beim Bewerbungsfoto

Posieren im Bikini oder das Lieblingspferd im Hintergrund: Eine HR-Expertin ist erstaunt, wie unkritisch Bewerber ihre Fotos auswählen.

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Wer sich um einen Job bewirbt, fügt seinem Dossier oft ein Foto bei. Dieses sollte sorgfältig ausgewählt sein. «Ein Foto ist Teil der Eigenwerbung», sagt Sabine Biland-Weckherlin, Personal-Expertin und Bloggerin auf «HR Today». Doch viele Bilder, die Personalverantwortliche täglich zu Gesicht bekommen, sind haarsträubend. In einem Blog-Post führte die Expertin die skurrilsten Beispiele auf. Jetzt erklärt sie, was daran problematisch ist.

• Lieblingspferd im Hintergrund

Eine Bewerberin hat sich für das Bewerbungsfoto vor ihrem Lieblingspferd positioniert. In einem anderen Fall steht jemand mit der Schneebrille auf der Stirn vor dem Matterhorn, wobei die Berglandschaft das Bild dominiert. «Das ist ein Tourismusbild, aber kein Bewerbungsfoto», sagt Biland-Weckherlin. Auch Motorräder seien ein beliebtes Sujets – vor allem bei Männern.

• Aufreizender Blick mit Kussmund

Vor allem Frauen haben laut Biland-Weckherlin die Tendenz, mit ihrem Augenaufschlag punkten zu wollen. Auf den Fotos kämen der aufreizende Schlafzimmerblick und der verführerische Blick über die Schulter ebenso vor wie der Kleinmädchenblick mit rot geschminktem Kussmund. «Wenn zu viele weibliche Reize eingesetzt werden, wirkt das oft billig», so Biland-Weckherlin. Solche Bilder gehörten eher auf eine Plattform einer Partnervermittlung.

• Bodybuilder-Shirt und Bikini

Einige Bewerber nehmen es mit den Kleider nicht so streng: «Eine Frau ließ sich im Bikini am Strand ablichten», erzählt Biland-Weckherlin. Ein No-go sei ebenso das Kleid mit tiefem Décolleté. «Freizügige Kleidung zeugt von einer falsch verstandenen Weiblichkeit.» Auch Ballkleider, zu viel Schminke und eine Hochzeitsfrisur sind tabu. «So kann man gar nicht eine Woche lang arbeiten, es ist daher peinlich», so die Expertin. Männer würden dagegen gern ihre kräftigen Oberarme zeigen: «Muskulöse Körper in hautengen T-Shirts kommen immer wieder vor.»

• Peinliche Posen

Ein besonders kreatives Foto glaubte wohl dieser Bewerber geschossen zu haben: «Auf einem Photoshop-Bild ließ sich ein Mann auf eine Hand setzen. Daneben stand der Satz ‹Qualität liegt auf der Hand›», erzählt Biland-Weckherlin. Ein anderer Bewerber zeigte sich in einem Raum voller Dalmatiner-Skulpturen. «Man hatte das Gefühl, es gehe um eine Kunstinstallation», sagt die Expertin. Auf zwanghaft lustige und kreative Fotos sowie gekünstelte Denker- oder Rednerposen sei daher zu verzichten.

• Völlig veraltete Fotos

Immer wieder geben sich Bewerber jünger, als sie sind. «Ich bin mal an einer Bewerberin vorbeigegangen, weil ich sie nicht erkannt hatte», sagt Biland-Weckherlin. Grund: Die Frau war gut 50 Jahre alt, hatte sich aber mit einem Bild beworben, auf dem sie rund 15 Jahre jünger war. Für die Expertin ist das ein Zeichen dafür, dass viele Bewerber eine falsche Selbstwahrnehmung haben.

• Selfies und ausgeschnitten Fotos

Biland-Weckherlin sieht viele ausgeschnittene Aufnahmen, die ursprünglich von einem Foto mit Freunden oder der Familie stammen. «Oft sieht man etwa noch die Schulter der anderen Person.» Aber auch offensichtliche Selfies, bei denen der eine Arm seltsam gestreckt sei, würden häufig vorkommen.

Laut Biland-Weckherlin ist es erstaunlich, wie unkritisch viele Bewerber ihr Foto beurteilen. «Je nach ausgeschriebener Position enthält jedes dritte Dossier ein unprofessionelles Bewerbungsbild», so die Expertin. In manchen Fällen sei es daher besser, kein Foto zu schicken. Sie empfiehlt, für die Jobsuche ein professionelles Porträt machen zu lassen. «Das kostet zwar Geld, lohnt sich aber», ist sich die Expertin sicher.

(L'essentiel)

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