In Deutschland

11. Januar 2018 13:17; Akt: 11.01.2018 17:33 Print

Wirtschaft erwartet weiter robusten Aufschwung

Brummender Export, ausgelastete Fabriken, heiß begehrte Fachkräfte: Die deutschen Firmen gehen kraftvoll ins Jahr. Ganz ohne Risiko sehen sie die Lage aber nicht.

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Trotz der guten konjunkturellen Lage bewerten Betriebe in Verbandsumfragen wichtige Standortfaktoren wie die Verkehrswege und das Steuersystem zunehmend schlechter. (Bild: DPA/Daniel Naupold)

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Die deutsche Wirtschaft hat 2017 um 2,2 Prozent zugelegt, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Berlin mitteilte. Dies ist das stärkste Wachstum seit 2011.

Trotz internationaler Unsicherheitsfaktoren erwartet die deutsche Wirtschaft eine stabile Fortsetzung des Aufschwungs, mahnt aber grundlegende Investitionen in den Standort an. «Echte Risiken für eine konjunkturelle Überhitzung sehen wir nicht», sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, am Donnerstag. Die Entwicklung sei «nachhaltig und robust» und werde erneut etliche Hunderttausend neue Arbeitsplätze entstehen lassen. Der Deutsche Indusrie- und Handelskammertag (DIHK) sieht den Aufschwung weiterhin «auf einer breiten Basis». Die Industrie warnt aber vor Risiken für den Handel unter anderen in China und den USA.

«Die Kapazitäten in der Industrie sind so ausgelastet wie seit der weltweiten Finanzkrise vor zehn Jahren nicht mehr», sagte Kempf. Die robuste Entwicklung mache die Unternehmen mutiger, so dass viele auch mehr investierten. «Dieser Trend festigt den Aufschwung zusätzlich.» Der BDI erwartet für dieses Jahr ein Plus des Bruttoinlandsprodukts von zweieinviertel Prozent, nachdem die deutsche Wirtschaft nach vorläufigen amtlichen Daten 2017 um 2,2 Prozent gewachsen ist.

Brexit birgt Risiken

«Die größte Bedrohung für unseren Aufschwung ist das hohe Maß an internationaler Unsicherheit», sagte der Industriepräsident. Zwar erwartet der BDI für 2018 ein Exportwachstum von fünf Prozent. Bei den wichtigsten deutschen Handelspartnern außerhalb der EU gebe es aber besorgniserregende Trends. In China sei ein zunehmender Einfluss der Kommunistischen Partei auf Geschäftsentscheidungen zu beobachten. Pläne in den USA drohten den Steuerwettbewerb zu verschärfen und neue Handelsbarrieren entstehen zu lassen. Auch der Brexit berge Risiken.

Die künftige Bundesregierung müsse 2018 zum «Jahr der Taten» machen und dabei «mehr Wirtschaft wagen», forderte der BDI. Es sei «absolut inakzeptabel», dass ein Viertel aller Firmen noch immer keinen Zugang zu schnellem Internet habe. Die Industrie suche zudem händeringend Personal. «Vor allem hochausgebildete Fachkräfte sind kaum noch zu finden», sagte Kempf. DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben warnte vor Steuererhöhungen. Trotz der guten konjunkturellen Lage bewerten Betriebe in Verbandsumfragen wichtige Standortfaktoren wie die Verkehrswege und das Steuersystem zunehmend schlechter.

(L'essentiel/dpa)

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