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02. Dezember 2015 16:24; Akt: 02.12.2015 16:41 Print

Zuckerbergs Mammut-​​Spende wirft Fragen auf

Der Facebook-Gründer ist der größte und zugleich jüngste Spender der Geschichte. Seine Stiftung gibt jedoch auch Rätsel auf – und wird kritisiert.

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Mark Zuckerberg hat einen neuen Standard im Mäzenatentum gesetzt: Der Facebook-Gründer übertrifft sämtliche Rekorde mit seiner Ankündigung, aus Anlass der Geburt seines ersten Kindes praktisch sein ganzes Vermögen der eigenen Chan-Zuckerberg-Initiative zu schenken. Momentan wären das 45 Milliarden Dollar.

Der Wert von Zuckerbergs Vermächtnis an die Allgemeinheit kann jedoch schwanken, denn der 31-Jährige stiftet zusammen mit seiner Frau Priscilla Chan seinen Facebook-Aktienanteil und dieser ist abhängig vom Börsenkurs. Das Geschenk erfolgt in Raten: Zeitgleich zur Spendenankündigung gab es deshalb auch eine Mitteilung an die Börse, dass Zuckerberg in den nächsten drei Jahren nicht plane, mehr als eine Milliarde Dollar jährlich zu stiften.

Vage Ziele für die Verwendung der Milliarden

Wofür genau das Geld eingesetzt werden soll, bleibt noch vage. Die Stiftung hat zwar ein Vermögen, aber noch rätselhafte Ziele. Zuckerberg schreibt in seinem Facebook-Post, der als Brief an seine Tochter Max verpackt ist: Im Fokus der Chan-Zuckerberg-Initiative würden neben der Bekämpfung von Krankheiten auch die Förderung von individualisiertem Lernen, das Vernetzen von Menschen sowie Aufbau von Gemeinschaften mit starkem Zusammenhalt stehen. Eigene Geschäftsinteressen sind damit nicht unbedingt ausgeschlossen, ist doch auch Facebook selbst ein Netzwerk für Menschen.

Zuckerberg ist von jetzt an also nicht nur Facebook-Chef, sondern vor allem auch Charity-Organisator. Er verspricht «mehr Details in den nächsten Monaten» zu seinen Projekten. Derweil fragt etwa Spiegel.de, ob das «alles nur ein PR-Coup sei, «um sich, seine Firma und die amerikanische Tech-Branche in ein besseres Licht zu rücken».

Sind Steuern demokratischer als Stiftungen?

In jedem Fall problematisch findet Demokratie-Forscher Alexander Petring die Riesenspende: «Durch das Mäzenatentum können Milliardäre generell Einfluss auf die Entwicklung der Gesellschaft nehmen, das geht an demokratischen Prinzipien vorbei», sagt der Experte vom Wissenschaftszentrum in Berlin. Und er fügt an: «Die Einführung einer Reichensteuer hätte Zuckerberg wohl abgelehnt, das wäre aber ein demokratischeres Prinzip gewesen, als das Vermögen in eine Stiftung zu stecken.» Denn das Grundproblem sei, dass ein Einzelner überhaupt solche Summen anhäufen dürfe.

Steuerlich dürfte das neue Projekt Zuckerbergs von Vorteil sein, und ihn weniger Abgaben kosten, als wenn er sein Vermögen in Privatbesitz hält. Zuckerbergs Stiftung – die Chan-Zuckerberg-Initiative – ist rechtlich nicht als Non-Profit-Gesellschaft organisiert, sondern als Firma mit beschränkter Haftung (limited liability company), die auch Investments verfolgen kann. Dies hat Zuckerberg auch vor und will das durch die Anlagen gewonnene Geld dann wiederum in die Stiftung stecken.

Noch ein Versprechen von Zuckerberg

Zuckerberg machte mit der Ankündigung seiner Riesenspende zugleich auch eines klar: Nach seiner Rückkehr aus dem Vaterschaftsurlaub werde er noch «viele, viele Jahre als Facebook-CEO dienen».

(L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • verblödeter Verblöder am 06.12.2015 08:13 Report Diesen Beitrag melden

    ... keine Non-Profit-Gesellschaft, sondern Firma mit beschränkter Haftung ... das heisst: Riesensteuerspende für sich selbst, weil keine Steuern anfallen und der gemachte Schaden und die Verantwortung für Konsequenzen und Kolatteralschaden der vagegehaltenen Profitgesellschaft werden abgeschoben auf die forever riesenblöden und für blöd gehaltenen geringverdienenden Steuerzahler, die dafür das ganze Jahr über gegenseitig ihre Stinkfüsse beschnuppern können ...

Die neusten Leser-Kommentare

  • verblödeter Verblöder am 06.12.2015 08:13 Report Diesen Beitrag melden

    ... keine Non-Profit-Gesellschaft, sondern Firma mit beschränkter Haftung ... das heisst: Riesensteuerspende für sich selbst, weil keine Steuern anfallen und der gemachte Schaden und die Verantwortung für Konsequenzen und Kolatteralschaden der vagegehaltenen Profitgesellschaft werden abgeschoben auf die forever riesenblöden und für blöd gehaltenen geringverdienenden Steuerzahler, die dafür das ganze Jahr über gegenseitig ihre Stinkfüsse beschnuppern können ...