Investionen

10. März 2017 14:19; Akt: 10.03.2017 17:46 Print

Airbnb sammelt eine Milliarde Dollar

Der Wohnungsvermittler Airbnb gibt lieber noch einen Anteil an Investoren ab, statt an die Börse zu gehen. Die Firma soll mit 31 Milliarden Dollar bewertet worden sein.

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Von der Stadt Barcelona bekam Airbnb im November des vergangenen Jahres eine Strafe in Höhe von 600.000 Euro aufgebrummt. (Bild: dpa)

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Der Wohnungsvermittler Airbnb hat sich eine weitere dicke Finanzspritze besorgt. Insgesamt sammelte das Start-up aus San Francisco eine Milliarde Dollar (rund 900 Mio Euro) bei Investoren ein. Das geht aus Unterlagen hervor, die am Donnerstag bei der US-Börsenaufsicht SEC veröffentlicht wurden. Das 2008 gegründete und lange Zeit verlustreiche Unternehmen sei seit dem zweiten Quartal 2016 profitabel und werde inzwischen insgesamt mit 31 Milliarden Dollar bewertet, berichteten unter anderem der US-Sender CNBC und der unter Berufung auf einen Insider. Airbnb erwarte, auch in diesem Jahr Gewinn zu machen, und habe vorerst keine Pläne für einen Börsengang.

Die Firma wäre damit in den USA mittlerweile das wertvollste Start-up nach Uber, das in einer Finanzierungsrunde mit mehr als 60 Milliarden Dollar bewertet worden sein soll. Wie die Fahrdienst-App hat jedoch auch Airbnb, das mit seinem rasanten Wachstum der Hotel-Industrie zu schaffen macht, in vielen Städten Konflikte mit den Behörden.

Touri-Trubel in der Nachbarschaft

Dem Start-up wird vorgeworfen, in Metropolen wie Berlin oder New York den Mangel an erschwinglichem Wohnraum zu verstärken und Touristen-Trubel in ruhigen Nachbarschaften auszulösen. Zudem klagen Aufseher, dass Nutzer keine Steuern auf ihre Airbnb-Einnahmen zahlten. In mehreren Städten lenkte Airbnb ein, die Anzahl der Tage pro Jahr, die eine Wohnung vermietet werden kann, soll begrenzt werden.

Die Hotel-Industrie versucht, den Druck zu verstärken. Am Donnerstag wurde eine von ihrem US-Branchenverband finanzierte Studie veröffentlicht, der zufolge rund ein Drittel der Airbnb-Erlöse von Vermietern erwirtschaftet werde, die mehr als eine Wohnung anbieten. Das zeige, dass der Service eine Plattform für gewerbliche Hotel-Konkurrenz biete - und nicht etwa für Familien, die hin und wieder ihr Zuhause vermieten, erklärten die Autoren der Studie. Ein Airbnb-Sprecher sprach im «Wall Street Journal» von einem «irreführenden und nicht korrekten Bericht».

Unterdessen steht Airbnb drei Jahre vor den Olympischen Spielen in Tokio vor dem offiziellen Start in Japan. Die japanische Regierung einigte sich auf einen Gesetzentwurf, die die Vermitlung von Wohnraum durch Privatleute auf 180 Tage im Jahr beschränkt.

(L'essentiel/dpa)

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