«Philip Morris»

26. Juli 2021 07:52; Akt: 26.07.2021 07:55 Print

Chef von Tabakkonzern fordert Rauchverbot

Im Vereinigten Königreich soll ab 2030 nicht mehr geraucht werden. Das fordert einer, der von der gesundheitsschädlichen Sucht profitiert. Dahinter steckt Kalkül.

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Es gibt Branchen, die ein besseres Ansehen haben als die Tabakindustrie. Seit den 1970er Jahren hat sich in den meisten westlichen Ländern die Gewissheit durchgesetzt, dass der regelmäßige Zigarettenkonsum zu schweren gesundheitlichen Schädigungen führen kann. Bis heute setzt die Industrie regelmäßig auf dubiose Studien unseriöser Anbieter, die die Harmlosigkeit ihrer Produkte beweisen oder zumindest die (eigentlich erdrückende) wissenschaftliche Evidenz zur Schädlichkeit von Rauchen oder Passivrauchen untergraben sollen.

Die wissenschaftliche Fachzeitschrift Journal of Public Health Research bezeichnete die Industrie in einem Artikel von 2017 denn auch als «Pionierin der Fake News» und schlug als Verfahren zur Überprüfung der Wirksamkeit einer Tabak-Präventionsmaßnahme den sogenannten Scream-Test vor: Je vehementer die Tabakindustrie sich gegen eine Maßnahme wehrt, desto wirksamer wird diese in der Anwendung sein.

«Gesundheits- und Wellnessanbieter»

Vor diesem Hintergrund ist wohl auch das Statement von Jacek Olczak zu verstehen, dem CEO des in der Schweiz ansässigen Konzerns Philip Morris: Gegenüber britischen Medien forderte er ein vollständiges Verbot von Zigaretten ab 2030, analog zum Verbot von Benzinfahrzeugen, welches dann dort gelten soll. Der Konzern könne sich eine «Welt ohne Zigaretten» vorstellen und je früher diese real würde, desto besser.

Worum es bei Olczaks Aussagen eigentlich geht, wird dann einige Sätze später klar: Mit der Forderung sollen vor allem die «rauchfreien Alternativen» angepriesen werden, die Philip Morris seit einigen Jahren anbietet. Mit dem Verbot von konventionellen Zigaretten sollen die Konsumentinnen und Konsumenten davon abgebracht werden, sich die elektronischen Sucht-Stifte, wie sie Philip Morris seit einigen Jahren unter dem Namen IQOS verkauft, als «schädlicher als Zigaretten» vorzustellen. Der Konzern will sich derzeit zum «Gesundheits- und Wellnessanbieter» wandeln.

Laut der WHO sterben jährlich acht Millionen Menschen weltweit am direkten oder indirekten Tabakkonsum.


(L'essentiel/nsa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • halop am 26.07.2021 09:01 Report Diesen Beitrag melden

    wann den Herr Olczaks een Verbuet vum Raucherkonsum fuerdert, soll en direkt ophaalen Tubaak zeproduzéieren.

  • Karel am 26.07.2021 09:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Den Dreck geheiert schon lang verbueden,an stiewen geng och keen dovun,wann et vun haut op muer keng mei gengen ze kaafen gin. An mat den Steieren wou den Staat joerzengten lang Geld angezun huet,sollen se Leit dei an der Tabakindustrie hier Aarbecht gengen verleieren entschiedegen.

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  • nachhaltig verseuchend weggeschmissen am 26.07.2021 08:54 Report Diesen Beitrag melden

    anstatt labernd herumzusitzen, sollte er mal anfangen die von ihm produziert weggeworfenen Zigarettenfilter einzusammeln!!! ... u nicht nur global auf dem Festland, in den Wäldern u an den Strassen- u Wegerändern, sondern besonders auch in Bächen, Flüssen u im Meer, wo die Lebewesen an den Tabakgiften u dem aufgelösten Filtermaterial krank werden u sterben ... warum nicht anfangen aufzuhören nachhaltig verseuchende Zigfilter zu produzieren u wegzuschmeissen zum Schaden der Natur u ihrer Lebewesen, die noch natürlich von der Natur leben u noch nicht industrieabhängig gemacht wurden ...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Valchen am 26.07.2021 18:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    “Wir sind die Roboter.” Frei no Kraftwerk! Schaffen an Baffen! An dann and Bett! Wow! Waat get Daat éng schéin Welt, sou ganz ouni “Laster”, kéen Tubak, Alcohol, Verbrenner-Auto, Gaz/Kuelen Grill (co2), etc. Hoffen Mäer mol, dass d’Piraten wéinstens d’Kiffen nach no 2030 eriwwer Retten! ;-)) Een Gléck datt Ech Daat Alles net méih Erliewwen Wäerd!

  • Nico am 26.07.2021 10:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ok, aber dann gleichzeitig den Alkohol.

    • Grenzen am 26.07.2021 17:49 Report Diesen Beitrag melden

      Jetzt setzen Sie mal bitte Grenzen! Kein Tabak? Kein Alkohol? Ich prophezeie mal : Das Leben verliert deutlich an Reiz und die Arbeitsmentalität sinkt drastich.

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  • de mich am 26.07.2021 09:03 Report Diesen Beitrag melden

    dat do ass jo egaalwat ,deen ruinéiert sech jo selver,wei domm muss een do sin,oder huet heen lo genuch verdingt?

  • halop am 26.07.2021 09:01 Report Diesen Beitrag melden

    wann den Herr Olczaks een Verbuet vum Raucherkonsum fuerdert, soll en direkt ophaalen Tubaak zeproduzéieren.

  • Karel am 26.07.2021 09:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Den Dreck geheiert schon lang verbueden,an stiewen geng och keen dovun,wann et vun haut op muer keng mei gengen ze kaafen gin. An mat den Steieren wou den Staat joerzengten lang Geld angezun huet,sollen se Leit dei an der Tabakindustrie hier Aarbecht gengen verleieren entschiedegen.

    • Charel am 26.07.2021 12:56 Report Diesen Beitrag melden

      Wat heescht hei entschiedigen? Sie sollen sech dann eng aner Arbicht sichen oder ob d'Arbeitsamt goen.

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