Bilanz

23. Juli 2019 08:21; Akt: 23.07.2019 08:28 Print

Chemiekonzern BASF legt Halbjahreszahlen vor

Wegen der sich eintrübenden Weltkonjunktur und andauernder Handelskonflikte hatte BASF für das laufende Geschäftsjahr eine pessimistischere Prognose veröffentlicht.

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Es sind wohl keine glänzenden Nachrichten, die der Chemiekonzern BASF an diesem Donnerstag (25. Juli) mit seiner Halbjahresbilanz vorlegt. Erheblich langsamer gewachsen als erwartet sei die Industrieproduktion im 1. Halbjahr, teilte das Unternehmen bereits vorab mit. Die vorläufigen Zahlen zum zweiten Quartal lägen «deutlich» unter den Erwartungen zu Jahresanfang.

«Wir befinden uns insgesamt in einem schwierigeren Fahrwasser, als wir das im Februar erwartet haben», hatte BASF-Finanzchef Hans-Ulrich Engel vor kurzem im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Der Konzern verspüre weltweit Kostendruck und müsse sich wettbewerbsfähig aufstellen.

Pigmentgeschäft soll verkauft werden

Bereits bekannt ist, dass BASF sich vom Bauchemiegeschäft trennt. «Wir hatten im Oktober 2018 angekündigt, dass wir nach strategischen Optionen suchen und haben im Nachgang einen strukturierten Prozess gestartet», sagte Engel zum aktuellen Stand. Mittlerweile sei man in der sorgfältige Prüfung (Due-Diligence-Phase) und wolle vor Jahresende eine Vereinbarung unterzeichnen. «Wir liegen im Zeitplan.»

Auch vom Pigmentgeschäft verabschiedet sich das Unternehmen. «Momentan finden die Vorbereitungen für den Verkauf statt. Diverse Parteien haben ihr Interesse zum Ausdruck gebracht. Ziel ist es, eine Transaktion spätestens im Jahr 2020 abzuschließen», sagte Engel.

6000 Stellen fallen weg

Am angekündigten Sparprogramm will der Konzern festhalten. So sollen bis Ende 2021 weltweit 6000 Stellen wegfallen – das sind knapp fünf Prozent der 122.000 Arbeitsplätze, die BASF Ende 2018 ausgewiesen hatte. Ungefähr die Hälfte soll in Deutschland eingespart werden, der überwiegende Teil am Heimatstandort Ludwigshafen, sagte ein Sprecher.

Trotz der Konjunktureintrübung und des Stellenabbaus bei einigen Konzernen machen sich Wirtschaftsexperten vorerst keine großen Sorgen. «Ich bin optimistisch in Bezug auf den deutschen Arbeitsmarkt», sagte etwa der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, unlängst. «Seit Jahren reden wir von einem Fachkräftemangel, nun verfallen einige in Panik», weil einige Unternehmen Stellen abbauten. «Entlassungen bei Unternehmen hat es immer und wird es auch immer geben. Dies ist der normale Anpassungsprozess im Strukturwandel», meinte Fratzscher. Das DIW rechnet mit steigender Beschäftigung in diesem und im nächsten Jahr.

(L'essentiel/dpa)

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