Groundings

06. Februar 2019 07:22; Akt: 06.02.2019 07:23 Print

Darum gehen Airlines wie Germania pleite

Veraltete Geschäftsmodelle und zu starke Konkurrenz: Das sind die Gründe für das Grounding von Airlines wie Germania.

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Die Serie der Airline-Pleiten geht weiter. Die Ferienfluggesellschaft Germania hat Insolvenz beantragt und in der Nacht zum Dienstag den Flugbetrieb eingestellt. Ein Liquiditätsengpass wurde der Airline zum Verhängnis.

Damit ist Germania das jüngste Branchenopfer. In den letzten Monaten sind bereits kleinere Anbieter wie Skywork, aber auch größere wie Air Berlin verschwunden (siehe Box). Was ist los in der Airline-Branche?

Billig-Airlines haben sich etabliert
Die Dominanz der Billig-Airlines wie Easyjet und Ryanair hat in Europa in den letzten Jahren zugenommen. Die Low-Cost-Fluglinien expandieren und erhalten sich die Treue der Kunden trotz Verspätungen und Flugannullierungen. Das setzt die gesamte Branche unter Druck.

Langstreckenflug-Markt wird aufgemischt

Nicht nur kleine Airlines haben mit den neuen Gegebenheiten des Markts zu kämpfen. Laut dem Aviatikexperten Agius ist der Langstreckenflug-Markt im Wandel. Alteingesessene Fluglinien haben das Nachsehen: «Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem Langstreckenflüge für die Airlines weniger lukrativ werden, denn Airlines wie Katar oder Emirates bieten diese Flüge so günstig wie nie an, und die Konkurrenz muss irgendwann nachziehen.»

Schwammige Strategie

Bei vielen Airlines mangelt es an einer klaren Linie. Die fehlende Fokussierung sei auch Air Berlin zum Verhängnis geworden. «Air Berlin hat es versäumt, eine klare Unternehmensstrategie zu formulieren, und wollte überall dabei sein», so der Experte.

Zu kleine Flugzeuge

Lokale Fluggesellschaften verfügen über eine kleine Flotte und Flugzeuge mit wenig Plätzen. So sind die Kosten pro Passagier deutlich höher als bei Fluglinien mit großen Maschinen. «Das Überleben solcher Airlines ist heutzutage nur mit staatlichen Subventionen möglich – wie zum Beispiel in Schottland», erklärt Hansjörg Bürgi, Chefredakteur von Sky News.

Veraltetes Geschäftsmodell

«Das Geschäftsmodell von Skywork war schon veraltet, als die Airline 2009 mit Linienflügen startete», sagt William Agius, Aviatik-Experte von der ZHAW. Man habe an den Erfolg der Crossair anknüpfen wollen und sei gescheitert, weil sich der Markt schon in Richtung Low-Cost-Modelle gewandelt habe.

Europas jüngste Airline-Pleiten – eine Chronik:

Aug. 2018
Skywork (CH)

Die Berner Skywork Airline stellte ihren Betrieb im letzten Jahr am 29. August ein. Grund für das Grounding waren gescheiterte Verhandlungen mit einem möglichen Partner. Die Airline musste letztlich wegen Überschuldung Konkurs anmelden.

Aug. 2018
Belair (CH)

Geplant war zunächst, den Flugbetrieb der Airline ab Sommer 2018 als Anbieter von Flügen für andere Fluggesellschaften und von Charterflügen wieder aufzunehmen. Daraus wurde aus finanziellen Schwierigkeiten dann aber nichts.

Dez. 2017
Niki (AT/DE)

Die österreichische Ferienfluggesellschaft Niki, ein Tochterunternehmen der insolventen Air Berlin, musste ebenfalls Insolvenz beantragen und in der Nacht zum 14. Dezember den Flugbetrieb einstellen.

Nov. 2017
Air Berlin (DE)

Am 1. November wurde das Insolvenzverfahren eingeleitet. Teile der Gesellschaft, darunter das Geschäft am Flughafen Tegel und die Tochtergesellschaft LGW, wurden an die Lufthansa und Easyjet verkauft.

Nov. 2017
Darwin Airline (CH)

Die Fluggesellschaft mit Sitz in Lugano nutzte zuletzt die Bezeichnungen Etihad Regional. Der Gesellschaft wurden am 28. November die nötigen Lizenzen entzogen. Sie erhielt ein Flugverbot.

Okt. 2017
Monarch (GB)

Am 2. Oktober saßen 110.000 Feriengäste im Ausland fest und 300.000 Tickets verloren ihre Gültigkeit.

Mai 2017
Fly Kiss (FR)

In Frankreich musste sich die neu gegründete Regionalairline Fly Kiss im Mai 2017 wieder aufgeben. Zu schlecht soll die Auslastung gewesen sein.

(L'essentiel)

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