Verschärfte Gangart

06. August 2020 09:46; Akt: 06.08.2020 14:51 Print

Der Lufthansa steht das Wasser bis zum Hals

Die Lufthansa verschärft angesichts stockender Verhandlungen mit den Gewerkschaften in der Corona-Krise ihre Gangart beim Abbau tausender Arbeitsplätze.

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Der bislang erreichte Personalabbau um 8300 Mitarbeiter sei nach angaben des Unternehmens fast ausschließlich im Ausland verwirklicht worden. (Bild: DPA/Vincent Jannink)

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Die Lufthansa verschärft angesichts stockender Verhandlungen mit den Gewerkschaften in der Corona-Krise ihre Gangart beim Abbau tausender Arbeitsplätze. Der Plan, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, sei angesichts der Entwicklungen im weltweiten Luftverkehr und der Verhandlungen mit den Gewerkschaften auch für Deutschland nicht mehr realistisch, teilte der inzwischen teilverstaatlichte Konzern bei der Vorlage seiner Quartalsbilanz am Donnerstag in Frankfurt mit.

Die Lufthansa will weltweit rund 22.000 Vollzeitstellen abbauen und verhandelt mit der Arbeitnehmerseite über ein Entgegenkommen, um die Einschnitte zu begrenzen. «Wir erleben eine Zäsur des globalen Luftverkehrs», sagte Vorstandschef Carsten Spohr. «Vor 2024 rechnen wir nicht mehr mit einer anhaltenden Rückkehr der Nachfrage auf das Vorkrisenniveau.» Vor allem auf den Langstreckenverbindungen werde es keine schnelle Erholung geben.

Schließungspläne bereits in der Schublade

In einem Brief an die Mitarbeiter beklagt der Unternehmensvorstand die fehlenden Krisenvereinbarungen mit den Gewerkschaften in Deutschland. Der bislang erreichte Personalabbau um 8300 Mitarbeiter sei fast ausschließlich im Ausland verwirklicht worden. «Auf diese Situation können wir nicht mit den Methoden, Prozessen und Zeithorizonten der Vergangenheit reagieren», betonen Spohr und die übrigen Vorstände.

In den kommenden Wochen soll über die endgültige Stilllegung einzelner Flugzeugtypen und Teilflotten entschieden werden. Dort könnten Personalüberhänge über Jahre hinweg entstehen. Lufthansa ist zudem nicht bereit, die Fluglizenzen der Mitarbeiter für ausgemusterte Flugzeugtypen aufrecht zu erhalten. Bereits bekannt sind die Schließungspläne für Germanwings und die deutsche Tochter des Joint Ventures mit Turkish Airlines, SunExpress.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marc Peterson am 06.08.2020 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    DH die Deutsche Regierung hat Geld in die Lufthansa gepumpt , ohne eine Jobgarantie?... Toll.... Erinnert an dei PKW-Maut....

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marc Peterson am 06.08.2020 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    DH die Deutsche Regierung hat Geld in die Lufthansa gepumpt , ohne eine Jobgarantie?... Toll.... Erinnert an dei PKW-Maut....