Einreisesperre

31. Januar 2017 11:31; Akt: 31.01.2017 11:40 Print

Diese Firmenbosse treten jetzt gegen Trump an

Eine Reihe Chefs von US-Unternehmen verurteilten die von Donald Trump verhängte Einreisesperre als «Geschäftsrisiko». Unter den Kritikern sind Facebook und Airbnb.

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«America first»: Unter diesem Motto will der US-Präsident Donald Trump auch die Wirtschaft umbauen, etwa mit Strafzöllen auf ausländische Produkte. Während die US-Firmenchefs diese Attacken auf den freien Welthandel bisher hingenommen haben, löst die Einreisesperre für sieben muslimische Länder jetzt auch unter CEOs heftige Reaktionen aus – besonders in der Technologiebranche, die auf hochqualifizierte Mitarbeiter aus der ganzen Welt setzt.

«Wir sind besorgt über die Auswirkungen dieser Maßnahme und aller Restriktionen, die verhindern könnten, dass weiterhin Talente in die USA kommen können», teilte Google mit. Man werde dieser Sicht auf diese Entscheidungen in Washington Gehör verschaffen. Google-Gründer Sergey Brin nahm gar am Flughafen San Francisco spontan an einer Demonstration teil. «Ich bin hier, weil ich ein Flüchtling bin», so Brin.

«Eine sehr traurige Woche»

Auch der CEO von Airbnb, Brian Chesky, übte Kritik an Trumps Einreisebann: «Offene Türen bringen die USA zusammen, diese zu schließen, dividiert das Land weiter auseinander.» Noch weiter geht die Kritik von Dropbox-CEO Drew Houston:

«Maßnahmen, die die Schwächsten betreffen, sind unamerikanisch.» Netflix-CEO Reed Hastings schlägt in dieselbe Kerbe: «Durch Hass und den Verlust von Verbündeten wird Amerika unsicherer. Eine sehr traurige Woche.» Linkedin-CEO Jeff Weiner verweist auch auf den Umstand, dass 40 Prozent der größten 500 US-Firmen von Immigranten gegründet wurden.

Potenzielles Risiko für die Finanzindustrie

Aber nicht nur im Silicon Valley, sondern auch in der Finanzindustrie regt sich Widerstand. «Das ist keine Politik, die wir unterstützen», erklärte Lloyd Blankfein, Chef der mächtigen US-Investmentbank Goldman Sachs. Er erkenne in der Einreisesperre ein potenzielles Risiko für die Firma, «insbesondere für einige unserer Leute und ihre Familien».

Doch die CEOs üben nicht nur Kritik, sie handeln auch. Airbnb etwa kündigte an, dass man Gratis-Unterkünfte für gestrandete Einreisende anbieten werde. Und Google teilte mit, dass man vier Millionen Dollar an Organisationen spenden werde, die sich für die Rechte von Immigranten einsetzen. Starbucks-Gründer Howard Schulz kündigte am Wochenende in einem Brief an seine Mitarbeiter gar ein Gegenprogramm zu Trumps Politik an. Schultz will demnach in den kommenden fünf Jahren 10.000 Flüchtlinge anstellen.

(L'essentiel)

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