Prägnante Fälle

30. Januar 2018 10:08; Akt: 30.01.2018 10:15 Print

Diese unethischen Dinge haben Firmen verbrochen

Kinderarbeit, Vertuschung, Bestechung: Viele Firmen nehmen es mit der Ethik nicht so genau. Wir zeigen Ihnen einige Fälle der letzten Jahre.

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Die Autolobby testet die Wirkungen von Abgasen direkt an menschlichen Probanden. Die Menschen-Tests seien aber ethisch sauber, versicherte die Uniklinik der RWTH Aachen. Hinter der Forschungsvereinigung stecken Unternehmen wie BMW, Daimler, Volkswagen und Bosch.

Der aktuelle Fall ist längst nicht das einzige Beispiel für Firmen, die den Verdacht auf sich ziehen, unethisch zu handeln. Ob Schmiergelder oder Umweltverschmutzung: Eine Auswahl von besonders prägnanten Fällen aus den letzten Jahren.

Nestlé saugt Kalifornien leer

Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé ist der weltweit größte Produzent von in Flaschen abgefülltem Wasser. Eine der Quellen sind die Arrowhead Springs in den Bergen von San Bernardino in Kalifornien. Gegen Ende letzten Jahres kam eine 20-monatige Untersuchung des State Water Resources Control Board zum Schluss, dass das Unternehmen viel zu viel Wasser aus der Quelle bezogen hatte: 121 statt der von Kalifornien erlaubten 32 Millionen Liter im Jahr 2016. Dass der US-Bundesstaat vermehrt mit Dürren zu kämpfen hat, macht den Vorwurf noch ernster.

Türkische Kleiderfabriken stellen Kinder ein

Im Oktober 2016 veröffentlichte BBC einen Bericht, demzufolge in türkischen Kleiderfabriken syrische Flüchtlingskinder arbeiten. Sie stellen unter anderem Produkte für Marks and Spencer, Asos, Zara und Mango her. Die Unternehmen wehrten sich gegen die Vorwürfe und beteuerten, dass Inspektionen keine Hinweise auf Kinderarbeit geliefert hätten.

Autoindustrie belügt Umweltbehörden

Viele deutsche Autohersteller, darunter VW, Porsche, Audi und Daimler, haben jahrelang bei den Dieselfahrzeugen geschummelt. Die Grenzwerte für Abgase wurden auf der Straße gar nicht eingehalten und die Umweltbehörden hintergangen. Der Dieselskandal kam Ende 2015 an die Öffentlichkeit, doch die Angelegenheit dürfte wegen ihres Ausmaßes Ermittler und Gerichtshöfe noch lange beschäftigen.

Halliburton vernichtet Beweismaterial

Als die Ölplattform Deepwater Horizon 2010 in Flammen aufging, was elf Menschenleben forderte und den Golf von Mexiko mit einem Ölteppich bedeckte, wollte niemand schuld daran sein. Um der Ursache auf den Grund zu kommen, führte Halliburton, die Firma, die den Bau der Plattform begleitet hatte, Computersimulationen durch. Das Unternehmen zerstörte deren Resultate, als sich herausstellte, dass einer der Gründe für die Explosion war, dass Halliburton unstabilen Zement für den Bau verwendet hatte.

Foxconn treibt Angestellte in den Suizid

Der Elektronikhersteller Foxconn aus Taiwan war berüchtigt für die schlechten Arbeitsbedingungen in seinen Fabriken. Im Jahr 2010 gab es in der größten Fabrik des Konzerns 18 Selbstmordversuche – mindestens zehn davon endeten tödlich. Das Unternehmen installierte Netze um die Gebäude, um aus Fenstern oder von Dächern springende Arbeiter abzufangen. Foxconn ist unter anderem Hardware-Hersteller für Apple und Google.

Siemens verteilt Schmiergelder

Wenns nicht rundläuft, sind gewisse Unternehmen versucht, mit heimlichen Zahlungen nachzuhelfen. So kamen bei Siemens vor rund zehn Jahren massenweise Bestechungsfälle ans Licht: Ermittler fanden Hinweise auf rund 4300 illegale Zahlungen.

Trafigura vergiftet die Elfenbeinküste

Manche Unternehmen scheuen auf der Jagd nach Profit auch nicht vor extremer Belastung von Mensch und Umwelt zurück. So etwa die Ölhandelsfirma Trafigura mit Hauptsitz in Amsterdam, die 2006 500 Tonnen Giftmüll in der größten Stadt der Elfenbeinküste entsorgen ließ. Laut Angaben der Behörden waren die toxischen Abfälle für den Tod von über zwölf Personen verantwortlich. Zehntausende Bewohner der Stadt mussten medizinisch versorgt werden.

(L'essentiel)

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