Mobilfunkausbau

02. Dezember 2019 14:37; Akt: 02.12.2019 14:47 Print

Ericsson ist bereit Europa alleine mit 5G zu versorgen

Um die Beteiligung des chinesischen Huawei-Konzerns am Aufbau der 5G-Netze tobt seit Monaten eine hitzige Debatte. Die Sicherheitsbedenken könnten den Ausbau bremsen.

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Der schwedische Mobilfunkausrüster Ericsson sieht sich im Stande Europa mit 5G-Technik zu versorgen. (Bild: DPA/Boris Roessler)

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Der schwedische Mobilfunkausrüster Ericsson sieht sich in der Lage, Europa mit genügend 5G-Funkeinheiten zu versorgen, um die Netze für die fünfte Mobilfunkgeneration aufzubauen. Das sagte Ericsson-Manager Fredrik Jejdling am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Jejdling trat damit Befürchtungen entgegen, Ericsson verfüge nicht über genügend Kapazitäten, alle europäischen Mobilfunknetzbetreiber mit 5G zu beliefern, wenn chinesische Anbieter wegen Sicherheitsbedenken in Europa ausgeschlossen werden sollten.

«Ericsson verfügt über ein breites Portfolio an 5G-Produkten, mit denen wir Kunden auf allen Kontinenten beliefern», sagte Jejdling, der bei Ericsson die Netzwerk-Sparte leitet. Als Ausrüster von 23 5G-Netzen, die sich bereits im Livebetrieb befinden, habe Ericsson bisher mehr als vier Millionen 5G-fähige Funkeinheiten ausgeliefert. «Als globales Unternehmen stehen wir bereit, unsere Kunden in allen Märkten zu beliefern.»

Huawei weist Bedenken zurück

In den westlichen Ländern wird auch vor dem Hintergrund des Handelskriegs der USA gegen China kontrovers diskutiert, ob insbesondere der chinesische Konzern Huawei beim Aufbau des 5G-Netzes nicht von vornherein ausgeschlossen werden sollte. Vertreter der USA, aber auch etliche Politiker in Deutschland und in anderen westlichen Ländern sehen die Gefahr, dass Huawei aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen in seinem Heimatland gezwungen sein könnte, Informationen und Daten, die eigentlich geschützt werden sollen, dem Heimatland zur Verfügung zu stellen. Huawei weist diese Bedenken als unbegründet zurück.

Im vergangenen Jahr war Huawei nach Berechnungen der Analysefirma IHS Markit der führende Ausrüster von Mobilfunk-Netzen mit einem Marktanteil von 31 Prozent. Ericsson folgte mit 27 Prozent und Nokia mit 22 Prozent. Auf 11 Prozent Marktanteil kam der einheimische Huawei-Rivale ZTE. Auch in den USA setzten viele lokale Netzbetreiber auf Technik von Huawei - ihre potenziellen Probleme bei der Wartung waren ein zentraler Grund dafür, dass die US-Regierung ihre Sanktionen gegen Huawei schnell wieder aussetzte.

« Wir sind führend bei 5G »

China ist beim Aufbau seines eigene 5G-Netzes deutlich weiter als Deutschland. Wie Staatsmedien berichteten, hat Anfang November der 5G-Betrieb in 50 Städten zumindest teilweise begonnen. In den chinesischen 5G-Netzen wird aber auch Ausrüstung von Ericsson eingesetzt. China ist für den schwedischen Konzern nach den USA der zweitgrößte 5G-Absatzmarkt.

In der Diskussion um einen Huawei-Bann tauchte immer wieder das Argument auf, 5G-Netze in Europa könnten eigentlich nur mit Hilfe der Chinesen aufgebaut werden, weil die europäischen Huawei-Konkurrenten Nokia und Ericsson gar nicht über die notwendigen Kapazitäten verfügten. Außerdem könnten die Europäer nicht technologisch mit Huawei mithalten.

Der Lateinamerika- und Europachef von Ericsson, Arun Bansal, wies in einem Beitrag auf LinkedIn diese Argumentation zurück. «Wir sind führend bei 5G», erklärte er und verwies dabei auf eine Studie der Anwaltskanzlei Bird & Bird zur Qualität der 5G-Patente. Um die Kapazität auszubauen, habe Ericsson ein neues Werk in Estland gebaut, das kurz vor der Eröffnung stehe.

(l'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Radio Franz am 02.12.2019 15:04 Report Diesen Beitrag melden

    Wahrscheinlich so führend, wie die Isländer mal im Bankengeschäft waren...????

  • Moratorium für 5G am 03.12.2019 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    "China ist beim Aufbau seines eigene 5G-Netzes deutlich weiter als Deutschland". Kein Wunder wenn Deutschland jährlich 630 Millionen Euros in Entwicklungshilfe an China abgibt. Die fehlen dann eben zuhause... Ach ja, wenn die nationale Sicherheit auf dem Spiel ist dann wird gehandelt, für die nationale Gesundheit der Bevölkerung da bleibt alles wie es ist. 5G wird kommen und wir sind leider alle die Versuchskaninchen:(

  • Anschiss am 03.12.2019 08:14 Report Diesen Beitrag melden

    Möchte zu gerne wissen wo Ericsson porduzierne lässt, vermutlich auch in China und wenn möglich noch bei Huawei. In Apple steckt ja auch nur Foxconn vom Feinsten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Moratorium für 5G am 03.12.2019 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    "China ist beim Aufbau seines eigene 5G-Netzes deutlich weiter als Deutschland". Kein Wunder wenn Deutschland jährlich 630 Millionen Euros in Entwicklungshilfe an China abgibt. Die fehlen dann eben zuhause... Ach ja, wenn die nationale Sicherheit auf dem Spiel ist dann wird gehandelt, für die nationale Gesundheit der Bevölkerung da bleibt alles wie es ist. 5G wird kommen und wir sind leider alle die Versuchskaninchen:(

  • Anschiss am 03.12.2019 08:14 Report Diesen Beitrag melden

    Möchte zu gerne wissen wo Ericsson porduzierne lässt, vermutlich auch in China und wenn möglich noch bei Huawei. In Apple steckt ja auch nur Foxconn vom Feinsten.

    • Ocram Netleh am 03.12.2019 08:31 Report Diesen Beitrag melden

      Hätten Sie den Beitrag bis zum Schluss gelesen, dann wüssten Sie, dass Ericsson in Europa produziert...

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  • Radio Franz am 02.12.2019 15:04 Report Diesen Beitrag melden

    Wahrscheinlich so führend, wie die Isländer mal im Bankengeschäft waren...????