Fällige Zinsen bezahlt

22. Oktober 2021 15:41; Akt: 22.10.2021 15:56 Print

Evergrande wendet Ausfall in letzter Minute ab

Der tief in der Krise steckende chinesische Immobilienkonzern kann durch eine Millionenzahlung eine Pleite vorerst abwenden. Entwarnung bedeutet dies aber nicht.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der hochverschuldete chinesische Immobilienkonzern Evergrande hat sich Medienberichten zufolge mit der Zahlung fälliger Zinsen für eine Anleihe etwas Luft verschafft. Wie die Finanzagentur Bloomberg und die chinesische Staatszeitung «Securities Times» übereinstimmend berichteten, wird Evergrande die 83,5 Millionen US-Dollar (rund 71,7 Millionen Euro) vor dem Verstreichen einer Frist am Samstag zahlen. Eigentlich war das Geld am 23. September fällig, jedoch galt eine Nachfrist von 30 Tagen.

Evergrande gilt mit einem Schuldenberg von rund 300 Milliarden Dollar als das weltweit am höchsten verschuldete Immobilienunternehmen. Es muss dringend Geld auftreiben, um Banken, Zulieferer und Anleihengläubiger fristgerecht bezahlen zu können. Der Konzern ist so groß, dass einige Experten eine «Ansteckungsgefahr» für Chinas Wirtschaft und darüber hinaus befürchten. In den kommenden Wochen und Monaten werden weitere Zinszahlungen für Anleihen fällig.

Kurs legt um vier Prozent zu

Evergrande reagierte am Freitag zunächst nicht auf eine Anfrage. An der Hongkonger Börse legten die Aktien des Konzerns nach den Nachrichten über die erfolgende Zinszahlung um mehr als vier Prozent zu. Seit Beginn des Jahres haben die Papiere jedoch rund 80 Prozent an Wert verloren.

Konzerne wie Evergrande wuchsen lange rasant, weil die Immobilienpreise in China kräftig gestiegen sind und es einen Bauboom gab. Peking war es jedoch ein Dorn im Auge, dass die Verschuldung der Branche immer neue Dimensionen annahm. Nun setzt die Regierung strenge Regeln durch. Peking hat den Konzernen «drei rote Linien» aufgezeigt, wodurch die Aufnahme neuer Kredite erschwert oder unmöglich gemacht wurde.

Vergangen Woche hatte die chinesische Notenbank mitgeteilt, dass die von der finanziellen Schieflage des Konzerns ausgehenden Risiken für das Finanzsystem «kontrollierbar» seien. Es sei demnach unwahrscheinlich, dass sich die Krise von Evergrande auf andere Bereiche ausdehne. Die Zentralbank rief allerdings die Banken des Landes dazu auf, für eine stabile Kreditversorgung der Immobilienunternehmen des Landes zu sorgen.

(L'essentiel/DPA )

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.