Belästigungsfälle

01. November 2018 16:39; Akt: 01.11.2018 16:43 Print

Google-​​Mitarbeiter treten in den Kurzstreik

Mitarbeitende von Google verlassen vorübergehend ihren Arbeitsplatz – auch in der Schweiz. Sie reagieren damit auf die Missbrauchsfälle, die letzte Woche publik wurden.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Zettel, der am Donnerstag weltweit auf den Tischen von Google-Mitarbeitern zu finden war, sieht auf den ersten Blick harmlos aus. In kindlicher Schnürchenschrift steht auf einer helblauen Fläche: «Hi, I walked out for a real change.» Sinnlaut: «Hallo, ich bin auf die Straße, um eine wirkliche Veränderung herbeizuführen.»

Erst wenn man das Kleingedruckte liest, merkt man, dass es bei der Aktion, die gestern an rund 40 Standorten um den Globus stattgefunden hat, um ein ernstes Problem geht: «Ich bin nicht an meinem Schreibtisch, weil ich mit anderen Googlern und Auftragnehmern streike, um gegen sexuelle Belästigung, schlechtes Benehmen, mangelnde Transparenz und eine Arbeitskultur zu protestieren, die nicht für alle funktioniert. Ich bin später wieder am Platz.»

Proteste in Singapur, London, Tokio und Zürich

In Dublin, wo sich der europäische Hauptsitz des US-Internetriesen befindet, legten Hunderte von Mitarbeitern ihre Arbeit vorübergehend nieder, ein ähnliches Bild bot sich in Singapur, London, Tokio und Zürich.

Den Protesten vorausgegangen war ein Bericht von letzter Woche, wonach Google in den letzten zwei Jahren 48 Mitarbeiter wegen sexueller Belästigung entlassen hatte.

Die Google-Mitarbeiter fordern mit ihrer Aktion unter anderem ein anonymes Meldesystem für sexuelle Übergriffe sowie einen einsehbaren Transparenzbericht zum Thema, aber auch Lohn- und Chancengleichheit im Unternehmen. Initiiert wurde der Walkout von einigen Frauen im Unternehmen, ihnen schlossen sich aber zahlreiche männliche Kollegen an.

Deckt Google Fehlverhalten?

Die Beschäftigten reagieren nicht zuletzt auf einen Bericht der New York Times, wonach Google schützend die Hand über Führungskräfte hielt, denen sexuelle Belästigung oder Nötigung vorgeworfen worden war. Google-Chef Sundar Pichai hatte dazu vergangenen Woche Stellung bezogen und versichert, das Unternehmen fahre einen harten Kurs bei Fehlverhalten und habe allein in den letzten zwei Jahren 48 Mitarbeiter wegen Anschuldigungen sexueller Belästigung entlassen.

Google beschäftigt weltweit rund 90.000 Angestellte, davon rund einen Drittel Frauen.

(L'essentiel/mat)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.