Alternative zu US-Markt

24. Juni 2018 16:32; Akt: 24.06.2018 16:37 Print

Industrie will Südamerika-​​Abkommen

Donald Trump bereitet den Unternehmen in Europa Kopfschmerzen - daher wächst der Druck, den Handel mit anderen Regionen auszuweiten. Ein interessanter Kandidat : Südamerika.

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Südamerika wird für Europa als Handelspartner zunehmend interessanter. (Bild: DPA/Juan Garff)

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Die Industrie fordert von der Bundesregierung wegen des Zollkonflikts mit den USA, sich für den raschen Abschluss eines Freihandelsabkommen zwischen EU und Südamerika einzusetzen. «Durch den Abbau von Zöllen würden europäische Unternehmen dabei jährlich mehr als vier Milliarden Euro einsparen», sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, der Deutschen Presse-Agentur.

Seit 1999 wird über eines der größten Freihandelsabkommen der Welt zwischen der Europäischen Union und dem südamerikanischen Mercosur-Bund diskutiert, aber immer wieder stockten die Verhandlungen, vor allem wegen des Streits über den Agrarsektor. Länder wie Brasilien und Argentinien mit einer hohen Soja- und Fleischproduktion wollen verstärkt auf den europäischen Markt drängen - Brasilien wiederum steht in der Kritik, mit hohen Zöllen und Bürokratie eine größere Marktöffnung zu blockieren. Ein Dauerthema ist zudem ein fehlendes Doppelbesteuerungsabkommen Brasiliens mit Deutschland.

«Fast zwei Jahrzehnte nach Beginn der Verhandlungen zwischen der EU und dem Mercosur müssen beide Seiten endlich den politischen Willen aufbringen, jetzt ein Abkommen abzuschließen», forderte Kempf.

Brasilien im Fokus

In Köln finden bis Dienstag die 36. Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage statt. Wegen immer neuer Strafzolldrohungen von US-Präsident Donald Trump - so droht er mit 20 Prozent Einfuhrzoll auf alle Autos aus Europa - suchen Unternehmen nach Alternativen in anderen Märkten. Gerade Brasilien ist dabei mit seinen 210 Millionen Einwohnern hochinteressant - nach Jahren der tiefen Rezession wächst die Wirtschaft dort wieder.

«Es geht um die globale Handelsordnung, die vom Recht des Stärkeren zunehmend erschüttert wird», sagte Kempf. «Gerade für eine exportstarke Industrienation wie Deutschland wird das zunehmend gefährlich.» Der Abschluss eines EU-Mercosur-Freihandelsabkommens wäre ein starkes Signal in einer zunehmend protektionistischen Welt. Der Mercosur könnte durch Einfuhren von Anlagen und Maschinen aus der EU die eigenen Industrien modernisieren, so Kempf.

Viel Spielraum für Wirtschaftsunternehmen

Brasilien ist die achtgrößte Volkswirtschaft der Welt und neben Argentinien das wichtigste Mercosur-Mitglied. Insgesamt sind 1600 deutsche Unternehmen in Brasilien aktiv, die laut BDI rund zehn Prozent des industriellen Bruttoinlandsprodukts erarbeiten.

Deutschland ist der viertgrößte Handelspartner. Köln als Ausrichter der Wirtschaftstage ist Partnerstadt von Rio de Janeiro und setzt auf Kooperationen zum Beispiel im Bereich der Recycling- und Müllwirtschaft. Zudem will man eine Niederlassung des viertgrößten Flugzeugbauers Embraer nach Köln holen.

Brasilien ist von den von US-Präsident Trump verhängten Strafzöllen auf Stahl betroffen und sucht neue Absatzmärkte. 2017 erwirtschaftete Brasilien einen Rekord-Außenhandelsüberschuss von 67 Milliarden Dollar. Fachleute sehen im Ausbau des Schienennetzes großes Potenzial. Derzeit wird in Brasilien fast alles auf der Straße transportiert. Das könnte auch für europäische Unternehmen riesige Geschäftsfelder versprechen.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • GENTECH IS NO FOOD am 25.06.2018 09:06 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Freihandel mit den kriminellen Gentechanbauern Brasilien u Argentinien u wir kriegen alle nur noch undeklarierte Gentech als Food, wie Gentechgetreide, Gentechsoja u. zum Anziehen Gentechbaumwolle u alles voller Pestizide!So wachsen die Tumore zu Elefantengrösse, unser Immunsystem (Lymphen) gibt auf, unser Verdauungssystem wird gelähmt u. unsere Kinder kommen behindert zur Welt! MONSANTO hat sich in diesen Ländern mit seinen kriminellen Machenschaften u. Patenten die Taschen schon gefüllt,seinen Namen selbst ausgelöscht u. die Sense an BAYER weitergegeben,damit die Auslöschung weitergeht!

  • GENTECH IS NO FOOD am 25.06.2018 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    Nein, kein Freihandel mit den Ländern der undeklarierten Gentech, die nur noch Krankheit und Behinderungen hervorbringen zum Profit der kriminellen gentechmanipulierenden Patentsammler von MONSANTO/BAYER! ...

  • Lucien Badde am 25.06.2018 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    dat paraguayescht Fleesch kann ech nemmen empfehlen

Die neusten Leser-Kommentare

  • loshein am 25.06.2018 17:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lieber Gentech, ihre Steaks und ihre Milch und sogar der Kachkéis stammt von Kühen die erlaubterweise mit genmanipulierten Planzen gefüttert wurden. Guten Appetit.

    • konventionell verseuchter Dummy am 27.06.2018 08:02 Report Diesen Beitrag melden

      ... erlaubt von den Patentprofitören, die Profit auf unserer Nahrung und Krankheit machen ... Tiere und Menschen wurden nie gefragt, ob sie einverstanden sind, sondern mann mischt ihnen die Gentech undeklariert unter ... von Demokratie und Selbstbestimmung keine Spur, wir werden alle als Experimentierratten benutzt, wie die Tiere und Pflanzen für den Gentechpatentprofit. Menschenrechte werden ausser Acht gelassen, aber niemanden scheints zu stören, genauso wie der ganze Plastikmüll, der uns alle langsam erstickt ... bis

    einklappen einklappen
  • Lucien Badde am 25.06.2018 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    dat paraguayescht Fleesch kann ech nemmen empfehlen

  • GENTECH IS NO FOOD am 25.06.2018 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    Nein, kein Freihandel mit den Ländern der undeklarierten Gentech, die nur noch Krankheit und Behinderungen hervorbringen zum Profit der kriminellen gentechmanipulierenden Patentsammler von MONSANTO/BAYER! ...

  • GENTECH IS NO FOOD am 25.06.2018 09:06 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Freihandel mit den kriminellen Gentechanbauern Brasilien u Argentinien u wir kriegen alle nur noch undeklarierte Gentech als Food, wie Gentechgetreide, Gentechsoja u. zum Anziehen Gentechbaumwolle u alles voller Pestizide!So wachsen die Tumore zu Elefantengrösse, unser Immunsystem (Lymphen) gibt auf, unser Verdauungssystem wird gelähmt u. unsere Kinder kommen behindert zur Welt! MONSANTO hat sich in diesen Ländern mit seinen kriminellen Machenschaften u. Patenten die Taschen schon gefüllt,seinen Namen selbst ausgelöscht u. die Sense an BAYER weitergegeben,damit die Auslöschung weitergeht!